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99 Schülerinnen und Schüler der Dr. Maria-Probst-Schule erhielten ihr Abschlusszeugnis

12.08.2017

„Ihr habt eine ganz besondere Zeit miterlebt“


Würzburg - Mit einer Feierstunde in der Gethsemanekirche verabschiedete Christel Baatz-Kolbe die Abschlussklassen der Dr. Maria-Probst-Schule für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe. "Sie alle haben eine ganz besondere Zeit miterlebt", so die Schulleiterin. Der Umzug der Schule, die Zunahme von SchülerInnen mit Migrationserfahrung, die Flüchtlingswelle und Terroranschläge in Deutschland, Nizza oder Paris - diese Erfahrungen seien besondere Kennzeichen des dreijährigen Abschlussjahrgangs gewesen.

 

Es begann mit dem Umzug der Schule von der Sedanstraße in die Berner Straße. "Irgendwie haben wir das hinbekommen, auch wenn wir sechs Wochen lang telefonisch nicht zu erreichen waren", so Christel Baatz-Kolbe. Dann folgte der Herbst 2015 mit den vielen Flüchtlingen, verbunden mit einer Welle der Hilfsbereitschaft. "Und wir mitten drin!" An der Schule konnten die Flüchtlinge an "offenen Unterrichtskonzepten" teilnehmen, KollegInnen engagierten sich ehrenamtlich. Auf dem Gelände der Berner Straße wurde eine Erstaufnahmeeinrichtung bezogen. Es entstanden neue Arbeits- und Praxisstellen in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Unvergessen sei bis heute das Projekt "Menschen auf der Flucht". "Ich glaube, es gab kein anderes Projekt an der Schule an dem so viel Herzblut hing wie an diesem."

 

Auch die Terroranschläge prägten die Ausbildungszeit der AbsolventInnen. Bewegend sei die Schweigeminute im Schulhof nach dem Anschlag in Paris gewesen.

 

Mit der Zunahme von Schülern mit Migrationshintergrund sei die Dr. Maria-Probst Schule vielfältiger und bunter geworden. "Das tut uns gut, aber fordert uns auch."

 

Und was ist heute mit den Flüchtlingen? "Die Einrichtungen werden aufgelöst, weil keine Flüchtlinge nachkommen. Diese Entwicklung sollte uns beschämen", sagte die Schulleiterin.

 

Die freie Journalistin Pat Christ, die unlängst den Würzburger Friedenspreis bekommen hatte, legt aus journalistischer Sicht 'den Finger in die Wunde'. Ich hoffe, dass ihr Absolventen dies aus der Perspektive als Mitarbeiter tun werdet", so Christel Baatz-Kolbe.

 

Insgesamt haben 69 junge Menschen den Abschluss Heilerziehungspflege geschafft. An der Abschlussprüfung Heilerziehungspflegehilfe nahmen 30 SchülerInnen erfolgreich teil. Zum zweiten Mal erhielten etliche AbsolventInnen den Nachweis über die Teilnahme am Wahlfach "frühkindliche Bildung" und können nun in die Praxisphase einsteigen. Sie stehen künftig als pädagogische Fachkräfte in Regelkindertageseinrichtungen zur Verfügung.

 

Erfreulich, so Christel Baatz-Kolbe, dass alle AbsolventInnen Arbeitsstellen gefunden haben. "Das zeigt, wie wichtig es ist, dass sich Männer und Frauen für die verantwortungsvolle Arbeit mit Menschen mit Behinderung oder in der Kinder- und Jugendhilfe einlassen." Ausbildung sei eine Antwort auf die demografischen Entwicklungen in der Arbeitswelt, die gerade die sozialen Tätigkeitsfelder vor großen Herausforderungen stehe.

 

Schulleiterin Christel Baatz-Kolbe (links) verabschiedete die Jahrgangsbesten (von links): Petra Krug, Sophia Schmelz, Patrick Berger, Christin Frieß und Kerstin Kraus. FOTO: Thomas Senftleben

Von: PM/TS