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Bilder zeigen die Welt aus Kinderaugen

09.11.2018

Malwettbewerb am Weltkindertag brachte zahlreiche Einsendungen / Jugendamt prämierte jetzt die Kunstwerke / Es werden ständig Pflegeeltern gesucht


Wie Kinder die Welt sehen, erfahren die Erwachsenen am besten durch selbstgemalte Bilder. Viel Freude über ein glückliches Familienleben spiegelten die Kunstwerke wider, die im Rahmen eines Malwettbewerbs zum Weltkindertag entstanden. Das Jugendamt Rhön-Grabfeld hatte an seinem Infostand auf dem Marktplatz zum Kreativ-Wettbewerb aufgerufen. Jetzt stehen die Gewinner fest.

 

„Meine Familie“ lautete das Motto des Malwettbewerbs. Die Sozialpädagoginnen Alexandra Ehwald und Laura Pfeuffer freuten sich über rund 15 Beiträge. Schwer fiel jedoch die Wahl, welches der kunterbunten Kunstwerke einen Preis verdient hat. „Jedes einzelne Bild hätte den ersten Platz verdient“, betonten die engagierten Mitarbeiterinnen des Landratsamts. Nach intensiver Diskussion fiel die Entscheidung:

 

Den ersten Platz belegt Mona Schwarzmann aus Hohenroth. Die Siebenjährige hat ihre siebenköpfige Familie samt Haustieren in Szene gesetzt. Zur Belohnung überreichte ihr Landrat Thomas Habermann einen Triamare-Gutschein im Wert von 30,00 € sowie ein Badetuch.

 

Der zweite Preis ging an Stella Omert. Das neunjährige Mädchen aus Langenleiten hat mit viel Liebe ihre Familie sehr detailliert gemalt. Ihr Preis ist ein Triamare-Gutschein im Wert von 20,00 € mitsamt Badetuch.

 

Den dritten Platz belegt die achtjährige Jule Riedenberger. Die Oberelsbacherin zeigt auf ihrem Bild ihre Familie im passenden Größenverhältnis. Sie freut sich nun über ihren Gewinn, einen Triamare-Gutschein im Wert von 10,00 € inklusive Badetuch.

 

Landrat Thomas Habermann zeigte sich von den Kunstwerken sichtlich begeistert. Auch er hatte sich die Zeit genommen, die Bilder und ihre Aussagen zu betrachten. „Die Bilder zeigen, wie enorm wichtig für Kinder ein intaktes Familienleben ist“, so sein Fazit. Umso mehr freut es ihn, dass das Jugendamt hochmotiviert Kinder und Jugendliche betreut, wenn deren Wohl in Gefahr ist.

 

Eine enorme Hilfe sind den Sozialpädagogen neben den Heimen die Pflegeeltern bzw. die Bereitschaftspflege im Landkreis. Rund 70 Familien geben sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen ein Zuhause, manchmal übergangsweise, oft auch für immer.

 

„Wir haben einen konstanten Bedarf an Pflegeeltern in Rhön-Grabfeld“, weiß Laura Pfeuffer. Sie ist ebenso wie ihre Kollegin Alexandra Ehwald Ansprechpartnerin für interessierte Bürgerinnen und Bürger und natürlich auch für die Pflegeeltern selbst. Es ist wichtig, dass mehrere Pflegefamilien zur Auswahl stehen. „Das Kind muss zum Familiensystem passen, sonst funktioniert es nicht“, erklärt sie.

 

Pflegeeltern erhalten umfassende Unterstützung vom Jugendamt, so dass die Aufnahme der Kinder in aller Regel gut verläuft. „Außerdem klären wir bestmöglich im Vorfeld, wo und wie die Integration gelingen kann“, betont Sozialpädagogin Alexandra Ehwald. Für Beratung und Fragen steht das Team des Jugendamtes unter Tel. 09771 94 464 zur Verfügung. Weiterführende Informationen gibt es auch unter www.rhoen-grabfeld.de

 

Hintergrund Pflegeelternschaft

Wie wird man Eltern auf Zeit? „Zum Schutz des Kindes müssen Interessenten ihr Leben offen legen“, erläutern Alexandra Ehwald und Laura Pfeuffer. Dafür gibt es im ersten Schritt ein Eignungsverfahren mit Fragebogen und persönlichen Gesprächen. Hier werden die Einstellung zu Kindern, die Kooperationsbereitschaft, die Erziehungsvorstellungen und die persönliche Planung besprochen. „Wichtig ist, dass man liebevoll, flexibel, tolerant, offen, belastbar und geduldig ist“, führt Alexandra Ehwald aus. Wichtig ist die Bereitschaft auch schwierige Situationen mit dem Pflegekind zu meistern. Grundsätzlich sollte sich immer ein Paar bewerben, eigene Kinder sind ebenfalls von Vorteil. Dies gewährleistet, dass Erziehungserfahrung vorhanden ist. Formale Voraussetzungen wie polizeiliches Führungszeugnis, Gesundheitszeugnis und Gehaltsnachweis sind selbstverständlich.

 

Wie werden Pflegeeltern unterstützt?

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes in Bad Neustadt stehen in jeder Phase unterstützend und beratend zur Verfügung. Es werden Fortbildungen und Supervisionen angeboten und es gibt Treffen von Pflegeeltern zum Erfahrungsaustausch. Pflegeeltern erhalten für den Unterhalt des Kindes sowie als Anerkennung für das Engagement ein Pflegegeld, für den ein Beitrag zur Rentenversicherung gezahlt wird. „Pflegeeltern erhalten in jeder Phase unsere volle fachliche Unterstützung“, verspricht Landrat Thomas Habermann.

 

Wie verläuft eine Pflegschaft?

Pflegeeltern versorgen das Pflegekind wie eigene Kinder. Darüber hinaus begleiten sie den Schützling beim Umgang mit den leiblichen Eltern, helfen dabei, die eigenen Wurzeln zu finden und Erlebtes aufzuarbeiten. „Wir verzeichnen in aller Regel gute Erfolge und ein harmonisches Miteinander“, so Alexandra Ehwald. Die meisten Pflegekinder halten ihr Leben lang Kontakt zu ihren Pflegeeltern.

 

Ein Einstieg kann die Bereitschaftspflege sein. Hier werden Kinder für wenige Tage oder auch maximal einige Monate untergebracht, bis eine Perspektive für das Kind gefunden ist. Um noch mehr Familien zu finden, hat der Landkreis Rhön-Grabfeld eine Informationskampagne gestartet. Flyer und Plakate sensibilisieren für das Thema. In der Presse wird regelmäßig berichtet.

 

INFO Tel. 09771 94-464, alexandra.ehwald@rhoen-grabfeld.de, www.rhoen-grabfeld.de.

Wunderschöne Bilder erreichten das Jugendamt Rhön-Grabfeld nach dem Weltkindertag Ende Septem-ber. Jetzt wurden die kleinen Künstlerinnen und Künstler von Landrat Thomas Habermann persönlich prä-miert. Von links: Landrat Thomas Habermann, die Gewinnerinnen Mona Schwarzmann (7). Stella Omert (9) und Jule Riedenberger (8) und Laura Pfeuffer (Jugendamt, Bereich Pflegeeltern). Foto: Stefanie Wüst

Von: S. Thomas/U. Ritzmann