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Alwine-Schäfer-Gedächtnisstiftung leistet Hilfe zur Selbsthilfe

17.01.2011

Schweinfurt - Tu´ Gutes und rede darüber! Im Falle der Schweinfurter Unternehmerfamilie Schäfer mag das angesichts ihrer großartigen Unterstützung erlaubt sein. Erst recht dann, wenn die Summe der finanziellen Förderung unterschiedlichster Bedürftiger verschiedenster Arten eine markante Marke erreicht. Die Alwine-Schäfer-Gedächtnisstiftung vollzog im Vorstand einen Generationswechsel innerhalb der Familie Schäfer. Das Fördervolumen übersteigt dabei erstmals die Gesamtsumme von 1,5 Mio. Euro.


1972 errichtete der im Jahr 2000 verstorbene Stifter und Mäzen Dr.phil h.c. Otto Schäfer anlässlich seines 60. Geburtstages in Erinnerung an seine Mutter Alwine die Stiftung mit Sitz in Schweinfurt. Alwine Schäfer war die zweite Frau des Kugellagerproduzenten Johann Georg Schäfer, Gründer der späteren FAG Kugelfischer Gruppe. Alwine Schäfer, die 1965 starb und zuvor mit der goldenen Stadtmedaille geehrt wurde, unterstützte bereits während der beiden Weltkriege in Not geratene Menschen.

"Wer Möglichkeiten und Mittel hat, sollte etwas mehr tun", denkt Klaus-Otto Schäfer, Enkel des Stiftungsgründers, der schon zu Beginn 2010 zusammen mit seiner Frau Silke den ehrenamtlichen Vorsitz des Stiftungsvorstandes von Otto G. Schäfer und dessen Gattin Hannelore übernahm. Beide Ehemalige bleiben im Vorstand, wie auch der Hambacher Hans-Jürgen Ditges und Sozialreferent Jürgen Montag als Vertreter der Stadt Schweinfurt. Der in den Medien oft negativ dargestellte Kapitalismus habe eben auch seine guten Seiten, so der neue Verantwortliche, "aber über Stiftungen wird in der Presse so rießengroß eben nicht berichtet"..

Klaus-Otto Schäfer wurde 1963 in Schweinfurt geboren, machte am Celtis-Gymnasium sein Abitur, lernte dann bei BMW den Beruf des Industriekaufmanns, ehe er in Bayreuth BWL studierte, als Steuerberater arbeitete und heute als geschäftsführender Gesellschafter einer eigenen Firma in Deisenhofen bei München. "Ich hab´s lange genug gemacht. Die jungen Leute haben gute Ideen", schilderte Otoo G. Schäfer den Grund für die Weitergabe des Stabes nach rund zehn Jahren.

Gemeinnützige Zwecke hat die Stiftung, fördert Wissenschaft, Forschung, Jugend- und Altenhilfe, Kunst, Kultur, Denkmalschutz, Bildung oder Wohlfahrtswesen genauso wie Sport (wofür es eine eigene Dr. Otto Schäfer-Sportstiftung gibt), Heimatpflege, Naturschutz oder bürgerliches Engagement. "Wir helfen Menschen in Not und legen Wert auf die Hilfe zur Selbsthilfe", sagt Klaus-Otto Schäfer. Einem Heranwachsender, der anscheinend durch die Erlebnisse des Balkankrieges nicht sprechen könne, versuche man mit künstlerischen Therapien zu helfen. Das ist nur ein Beispiel.

Zum 1. Januar 2011 betrug das Grundstockvermögen der Stiftung exakt 1.665.100 Euro, wobei der niedrige Zinssatz den Schäfers derzeit keinen so großen Spaß macht. Seit Mai 1972 beträgt das gesamte Fördervolumen 1.567.021 Euro. 1921 Einzelpersnen, 499 Institutionen und Vereine wurden bedacht, ebenso die Stadt Schweinfurt für Zwecke der Hilfe. 2010 wurden über 35.000 Euro ausgeschüttet. Der evangelische Frauenbund um seine Vorsitzende Heike Gröner konnte so einige Menschen finanziell unterstützen. Drei Fälle nannte Gröner: Eine Frau kann sich so in Flensburg fortbilden, hat eine feste Stelle im Bereich der Musikpädagogik in Aussicht. Eine geschiedene Ausländerin soll mit der Unterstützung einen Platz im Schweinfurter Berufsleben finden. Und einem jungen Mann, dessen Eltern Hartz IV-Bezüge bekommen, soll ein Studium zum Wirtschaftsingenieur ermöglicht werden. Der Mehrgenerationengarten, der Jugendtreff am Bergl und die Frauengymnastik liegen Gröner ebenso am Herzen und benötigen Mittel.

"Offen für neue.Probleme" ist die Stiftung, offen aber auch für Spenden. Bislang war es so, dass die Schäfers bei Geburtstagen auf persönliche Geschenke verzichteten und lieber Gelder sammelten. 20.000 Euro kamen so zuletzt bei einem runden Geburtstag von Hannelore Schäfer (ihr Mann ganz charmant: "Ich glaube, es war der 40.!") zusammen. In Zukunft dürfen aber auch Schweinfurter Bürger oder Firmen etwas Gutes tun. Die Alwine-Schäfer-Gedächtnisstiftung habe minimale Verwaltungskosten, unterstützt direkt in der Region. Zustiftungen sind gerne willkommen unter:

Alwine-Schäfer-Gedächtnisstiftung
Waldstraße 7
82041 Deisenhofen
Commerzbank AG Nürnberg
BLZ 760 800 40
Kontonummer 2 954 576 00

Auf dem Bild vorne von links: Otto G., Hannelore, Silke und Klaus-Otto Schäfer, hinten von links: Sozialreferent Jürgen Montag als Vertreter der Stadt im Stiftungsvorstand, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Heike Gröner (Vorsitzende des evangelischen Frauenbundes) und Hans-Jürgen Ditges.


Von: Michael Horling