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DJK nuus.de: Zur Halbzeit schaut´s gut aus

12.12.2010

Schweinfurt - Zwischen Hoffen und Bangen bewegt sich weiterhin der Basketballsport in Schweinfurt. Nach dem 68:58 (35:29) im Verfolgerduell über Lauf haben sich die nuus.de-Gunnerz vorerst vom geschlagenen Gegner ein wenig abgesetzt. Mit sieben Siegen und drei Niederlagen zur Saisonhalbzeit können die Unterfranken als jetzt Tabellendritter leben, zumal Leipzig im Spitzenspiel gegen Jena verlor. Sogar die Meisterschaft in der 2. Regionalliga Südost scheint wieder greifbar. Anderseits bleibt Basketball in Schweinfurt schlicht und einfach "unsexy".


"In Würzburg waren´s heute wieder 3000 Zuschauer", blickte Spielertrainer Burkhard Steinbach in Richtung seiner alten Wirkungsstätte. In der Domstadt könnte der Höhenflug mit der Rückkehr in die Bundesliga enden. Dort fiebert eine ganze Region mit dem Team. In Bamberg sind´s fast immer knapp 7000 Fans bei den Heimspielen. Eingekesselt davon kommt Schweinfurt einfach nicht davon los, Basketball-Entwicklungsland zu sein. Gegen die Mittelfranken schauten nur rund 70 Neugierige zu. Doch nicht nur deshalb ist Teamsenior Steinbach weiterhin Aufbauarbeiter.

"Dafür, dass wir teilweise fünf bis sechs Bezirksligaspieler eingesetzt haben, die sich mit der Härte noch nicht so auskennen, stehen wir gar nicht so schlecht da", lobt der Spielertrainer seine neu formierte Truppe mit den vielen zu integrierenden Akteuren. Abgänge wie Benni Blank, Marcel Rink, Julian Heppt, Marvin Matl oder Fabian Walter galt es zu ersetzen, nicht bei allen konnte Steinbach den Grund des Gehens verstehen. Deshalb ist es heuer ein erneuter Neuanfang, zumindest mit drei dunkelhäutigen US-Boys. "Nichts gegen die Amis", sagt Steinbach, "aber sie waren vier Wochen lang nicht da, Max Kidd auch nicht." Bei gerade mal durchschnittlich eineinhalb Trainingseinheiten pro Woche lässt sich da eine Truppe nicht ganz so schnell formen.

Und deshalb lief am Samstagabend auch nicht alles nach Wunsch. "So wollen wir eigentlich nicht Basketball spielen. Für die Zuschauer war das kein attraktives, sondern ein hässliches Spiel. Aber auch so eines muss man erst mal gewinnen. Vorne geht´s immer enger zu, wir bleiben oben dran. Und wenn wir gegen Leipzig und Jena komplett sind, dann haben wir sicher keine schlechten Karten", verspricht Burkhard Steinbach allemal Spannung. Am 8. Januar um 20 Uhr geht´s gegen Gotha in der Georg-Wichtermann-Halle weiter um Punkte in der Liga, kommenden Sonntag steht in der DJK-Halle ab 16 Uhr die interessante Pokalpartie gegen hapa Ansbach an, Dritter der höherklassigen 1. Regionalliga. 

Derweil rätselte Klaus Pilling, wie denn seine Jungs diese Partie in Schweinfurt verlieren konnten. Wie denn - rein trikotwerbetechnich betrachtet - die Laufer Chevrolets im Rennen gegen die Mainfrankenbahn unterlegen sein konnten. Keine zwei Jahre ist es her, als die Mittelfranken im vorletzten Saisonspiel der DJK Schweinfurt schlugen und die Meisterschaft der Unterfranken verhinderten. "Zum Gegner sage ich diesmal gar nicht. Wir haben das Spiel selbst verloren", schob der Laufer Trainer das auf die gerade mal 58 Punkte. "Über 37 Minuten war das unsere schlechteste Wurfquote in dieser Saison", so Pilling. Erst in der Schlussphase klappte es besser, als die Gäste aber schon aufgegeben hatten. Mit zehn, elf Körben lagen sie an sich fast immer im Rückstand.

"Normal machen wir immer über 70 Punkte. Aber heute haben wir viele Freiwürfe liegen lassen, Überzahlsituationen nicht genutzt. So kann man kein Spiel gewinnen", weiß Pilling. "Aber es gibt solche Tage, da fällt kein einziger Ball rein. Das war schon außergewöhnlich. Doch im Gegensatz zu den Schweinfurtern fehlte uns die Erfahrung, wir waren nicht clever genug, zu hektisch. Zumindest aber haben wir gut verteidigt." Wie auch die DJK nuus.de, die somit dafür sorgte, dass die Laufer nach zehn Partien nun jeweils fünf Siege wie Niederlagen auf dem Konto haben.

Und hier noch der sportliche Bericht von Michael Seume:
Eine durchschnittliche Leistung genügte, um den Gast aus Lauf auf  Distanz zu halten. Mit 68:58 (Halbzeit 35:29) bezwang die Mannschaft der DJK Schweinfurt nuus.de den TV 1877 Lauf, ohne dabei voll zu überzeugen.
Ohne Anthony Bynum, der wegen einer Familienfeier fehlte, und mit einem Max Kidd, dem man  nach seiner berufsbedingten sechswöchigen Spielpause die fehlende Spielpraxis anmerkte, fehlte den Gunnerz irgendwie die Kreativität. So ging das Team zwar schnell in Führung, die schnell bis auf 8 Punkte ausgebaut werden konnte, doch dann schlichen sich wie schon in den Spielen zuvor, Leichtsinnsfehler ein, die den Gegner immer wieder herankommen ließen. So betrug die Führung nach dem ersten Viertel auch nur 5 Punkte. Im zweiten Spielabschnitt tat sich wenig. Ganze 29 Punkte brachten beide Mannschaften gut verteilt zusammen zustande, so dass sich am Abstand praktisch nichts änderte. Im dritten Viertel wurde noch weniger getroffen, allerdings verbuchten die Schweinfurter 6 Punkte mehr als die Gäste und konnten so ihren Vorsprung zwischenzeitlich bis auf 16 Punkte ausbauen, ehe es am Ende des 3. Viertels 51:39 für die Gunnerz hieß. Auch im letzten Spielabschnitt änderte sich nicht mehr viel. Die Gäste hatten zwar mit Manuel Rau den besten  3-Punkte Schützen der Liga in ihren Reihen, der in den Schlussminuten 4 Dreier versenkte und als einziger seines Teams zweistellig punktete (24), doch die Gunnerz hielten dagegen und erzielten nun vor allem durch verwandelte Freiwürfe genügend Punkte, um den Vorsprung in etwa zu halten. Vor allem die Abwehr der Gastgeber stand sehr gut. Neben Burkhard Steinbach sammelte hier insbesondere Brett Thomas Pluspunkte. Auch Spielmacher Benedikt Weber mit 15  Punkten und wie gewohnt Jan Seume mit 20 Punkten waren positive Faktoren in ihrem Team.

Basketball, 2. Regionalliga Südost:
DJK Schweinfurt nuus.de - TV 1877 Lauf: 68:58 (35:29)
Für die Schweinfurter trafen: Jan Seume (20, 2 Dreier), Burkhard Steinbach (18), Benedikt Weber (15), Brett Thomas (8), Tim Zytur (6), Viktor Walter (1).
Für die Laufer trafen. Manuel Rau (24, 5 Dreier), Simon Gerhard Böhm, Oliver Kuhn, UIlrich Reichold (je 6), Aleksandar Dokic (5), Julian Spradley (4), Simon Elsinger (3), Stephan Bohrer, Timo Bowie (je 2).


Von: Michael Horling