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Dreßel contra Köhler oder: Das Ende einer Männerfreundschaft

20.12.2010

Königsberg / Schweinfurt - Platz drei in der Kreisklasse Schweinfurt 3, drei Punkte Rückstand auf Obertheres und Fürnbach - eigentlich eine tolle Bilanz für die Fußballer des TV Königsberg. Und trotzdem hat´s beim so ambitionierten Verein aus den Haßbergen nun im Gebälk gekracht. Denn das sportliche Führungsduo mit den prominenten Gerd Köhler (50) und Werner Dreßel (52) gibt´s nicht mehr. Coach Köhler warf hin - und eine Männerfreundschaft scheint zerbrochen zu sein.


"Die Gründe meines Rücktritts haben nichts mit dem Verein und der Mannschaft zu tun, im Gegenteil, da hat alles prima gepasst. Sie liegen einzig und
allein im Zwischenmenschlichen mit meinem sportlichen Leiter", sagt Köhler. Werner Dreßel heißt der. Der aus Hambach stammende Ex-Profi, der bei Greuther Fürth lange Zeit Co-Trainer war und zuletzt den FC Schweinfurt 05 wenig erfolgreich betreute, installierte im Sommer seinen langjährigen Bekannten Gerd Köhler (zuvor bei Bezirksligist Herbstadt) als Coach, weil er selbst nicht als Trainer arbeiten, lieber im Hintergrund und mit der Jugend tätig sein wollte.

Im Verlauf des halben Jahres muss es aber zu zunehmenden Unstimmigkeiten gekommen sein. "Er hat Entscheidungen über meinen Kopf hinweg getroffen", sagt Köhler und spricht von "immer mehr Macht" auf der Seite Dreßels. Gar gegen ihn soll der Ex-Profi gearbeitet haben. "Er akzeptiert keine Meinung außer seiner eigenen", schildert Gerd Köhler die Problematik. Sonntag vor einer Woche soll das Maß voll gewesen sein.

Neuer Trainer beim TV Königsberg ist nun - Werner Dreßel, in Personaluion auch als sportlicher Leiter. Ihm zur Seite wurde Ex-Spieler Ralf Jehnes gestellt. Dreßel wird beim Kreisklassisten weiter auf sein eigenes Konzept und voll auf die Jugend setzen. Und das in Absprache mit dem lokalen Unternehmer Otto Kirchner, der den Versuch unterstützt, in Königsberg für Aufschwung zu sorgen. Gerd Köhler hingegen vertritt die Ansicht, dass es ohne erfahrene Spieler im Fußball nicht geht. Ähnlich unterschiedliche Sichtweisen prallten einst bei den Schweinfurter Schnüdeln aufeinander. Damals musste Werner Dreßel gehen.


Von: Michael Horling