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Gleisübergabe

11.08.2017

AWO Unterfranken wird für gelungene Inklusionsarbeit ausgezeichnet


Menschen mit Behinderungen sollen dort arbeiten wo alle anderen auch arbeiten. In Betrieben und Organisationen der Region, möglichst wohnortnah und auf ihre Bedürfnisse angepasst. Das ist das Ziel des Fachbereichs "INklusiv! Gemeinsam arbeiten“ der Mainfränkischen Werkstätten.

 

Dass das funktionieren kann, zeigt ein Beispiel gelungener Inklusionsarbeit bei der AWO Unterfranken: In drei Einrichtungen arbeiten insgesamt vier Mitarbeiter der Mainfränkischen Werkstätten in der Haustechnik und in der Pflege und Betreuung der Senioren. In einer feierlichen Stunde wurden das Hans-Sponsel-Haus, die Geriatrische Reha-Klinik (beide aus Würzburg) und das Wilhelm-Hoegner-Haus in Kitzingen von den INklusiv! Mitarbeitern persönlich ausgezeichnet. Andrea Herrmann, Benjamin Baumbach und Manuel Loscher überreichten ihren neuen Chefs von der AWO ein Stück Gleis.

 

„Symbolisch sitzen wir alle im Zug der Inklusion, unsere Mitarbeiter als Passagiere“, sagt die Leiterin der Kooperation Madeleine Leube. „Wir von den Mainfränkischen Werkstätten stellen die Weichen und benötigen viele Gleise um den Weg der Inklusion zu ebnen. Diese finden wir in Arbeitgebern der Region, die für unsere Inklusionsmitarbeiter maßgeschneiderte Arbeitsplätze einrichten. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, den beteiligten Firmen tatsächlich ein Stück Gleis zu überreichen“.

 

Aufgeregt und stolz berichteten die Inklusiv! Mitarbeiter vor den etwa 200 Gästen bei der Feier im Hans-Sponsel-Haus (Frankenstr.) von ihren Tätigkeiten und Aufgaben auf Station oder als Helfer vom Hausmeister. Baumbach arbeite im Hans-Sponsel-Haus am liebsten mit der Kehrmaschine, erzählt Einrichtungsleiter Jürgen Görgner. Er sei über sich hinaus gewachsen und erledige ihm übertragene Aufgaben selbständig. Mehr noch, mittlerweile suche er selbst Tätigkeiten, bei denen er unterstützen könne. Herrmann habe sich innerhalb kürzester Zeit zur guten Seele auf Station entwickelt, bestätigten die Schwestern Sie helfe nicht nur bei der Essensausgabe und gehe den Pflegekräften zur Hand, sondern kümmere sich auch liebevoll um die Senioren und habe immer ein offenes Ohr für sie. An der Tätigkeit in einem Betrieb in der Region schätzen alle vier die Abwechslung, die Vielfalt der Aufgaben, die Arbeit mit und für Menschen und das Gefühl, gebraucht zu werden. „Ich bin immer für dich da Chef, auf mich kannst du dich verlassen“ versprach Andrea Herrmann ihrem Chef Görgner.

 

Dass die Integration der neuen Mitarbeiter in den Betrieb weitgehend reibungslos verlief, sei den Integrationsbegleitern der Mainfränkischen Werkstätten und den Paten aus den Einrichtungen zu verdanken, so Görgner. Jeder Inklusionsmitarbeiter bekam bei der Einstellung einen Kollegen oder eine Kollegin an die Seite, die als Ansprechpartner für alle Belange fungierten und auch die Arbeit der Neuen überwachten. Martin Kramer, Leiter der Haustechnik in der Reha-Klinik, bedankte sich bei der Gleisübergabe bei seinem Schützling Manuel für dessen Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und tolle Art, mit Kollegen umzugehen.

 

Abschließend sang die Inklusionsband der Mainfränkischen Werkstätten „Mosaik“ ein Lied mit dem Titel „Gemeinsam“, in dem die Gleissymbolik noch einmal zum Ausdruck kam und Benjamin Baumbach sich auch musikalisch beweisen konnte. Die Kooperation zwischen Mainfränkischen Werkstätten und AWO solle mit dieser Feier nicht enden, waren sich alle Verantwortlichen einig. Weitere Mitarbeiter mit Handicap sollten in AWO-Einrichtungen in Unterfranken eine sinnvolle und wohnortnahe Beschäftigung finden.

 

Inklusiv!

Gemeinsam arbeiten wurde am 1.1.2015 als Teil der Unternehmensgruppe Mainfränkische Werkstätten gegründet mit dem Ziel erwachsene Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg in die Arbeitswelt zu unterstützten. Nach dem Motto „Dort Arbeiten, wo alle anderen auch arbeiten“ gestaltet der Fachdienst nach Wunsch- und Wahlrecht der Mitarbeiter wohnortnahe Beschäftigungsmöglichkeiten. Das Ziel ist es Kooperationssysteme in Betrieben zu gestalten. Neben der AWO Unterfranken sind aktuell 45 Inklusiv! Mitarbeiter in Betrieben der Region Würzburg, Kitzingen und Mainspessart auf Dauer auf einem sozialraumorientierten ausgelagerten Arbeitsplatz beschäftigt. Das von Aktion Mensch geförderte Programm hat zum Ziel, insgesamt 80 Plätze bis Ende 2019 zu schaffen.

Andrea Herrmann, Benjamin Baumbach und Manuel Loscher, drei Inklusionsmitarbeiter, die in Einrichtungen der AWO Unterfranken eine Tätigkeit gefunden haben.___(hinten) Martin Kramer, Leiter Haustechnik und Karlheinz Baum, Verwaltungsdirektor, beide Geriatrische Reha-Klinik Würzburg, Michael Wenzel, Leitung Fachdienst Mainfränkische Werkstätten, Stefan Wolfshörndl, AWO Bezirksvorsitzender, Jürgen Görgner, Einrichtungsleiter Hans-Sponsel-Haus, Heike Bieber, Inklusionsbegleiterin, Madeleine Leube, Leiterin Kooperation INklusiv!, Irene Görgner und Rudolf Mainardy, stellv. Vorsitzende AWO Unterfranken, Michael Heinzler, Haustechnik Hans-Sponsel-Haus, (unten) die Inklusionsmitarbeiter Andrea Herrmann, Benjamin Baumbach und Manuel Losch

Von: SIGGI/SK