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Schulwettbewerb mit „29 Siegern“

07.12.2017

1. Preis im Zeichen der Erinnerungskultur


„Bei einem Schulsanierungsprogramm mit dem Volumen von 300 Millionen € - verteilt auf 15 Jahre - wirken die insgesamt 25.000 € Preisgeld für den ersten Würzburger Schulwettbewerb vielleicht bescheiden, doch offensichtlich haben wir mit dem Motto einen Nerv bei den Schulen getroffen“, Schulreferent Muchtar Al Ghusain freute sich bei der Preisverleihung im Ratssaal über den enormen Zuspruch, der es der Jury nicht leicht gemacht hatte. Nun ist die Entscheidung gefallen, wer getreu dem Motto „Was wir schon immer mal machen wollten, wofür aber kein Geld da war!“ beim Förderprogramm der Stadt Würzburg zum Zug kommt.

 

Die erste grundsätzliche Entscheidung der Jury lautete: Bei 25 möglichen Auszeichnungen und 29 kreativen Bewerbungen, sollten nicht vier Schulen leer ausgehen. Jede Idee fand auch Fürsprecher im Preisgericht. Weil sich auch zwei Schulen, in der Zuständigkeit des Landratsamts beworben hatten, sprangen diese als kleiner Co-Sponsor ein und so war die Finanzierungslücke schnell geschlossen.

 

Bürgermeister Dr. Adolf Bauer würdigte die hohe Zahl der eingegangenen Förderanträge wie auch die vielen Schulvertreter bei der Preisverleihung in der hektischen Vorweihnachtszeit mit den Worten: „Ich freue mich sehr, dass durch den Wettbewerb der Prozess der kommunalen Schulentwicklungsplanung auch auf der Handlungsebene und damit im schulischen Alltag angekommen ist. Bei der Umsetzung der Projekte wünsche ich den Schulen viel Erfolg und Freude und ich bin schon jetzt sehr auf die Ergebnisse gespannt.“

 

Über eine Basisförderung in Höhe von 500 € konnten sich alle freuen. Einige Schulen werden nun sicher noch einmal in sich gehen müssen und überlegen, wie aus den ersten Beschreibungen und Skizzen von ambitionierten Kunst-Projekten, Schulgarten-Aktionen oder auch Schulsport-Innovationen nun letztlich Realität werden kann. Etwas leichter tun sich natürlich die Schulen, die einen der sechs Hauptpreise mit nach Hause nehmen konnten. 1000 € extra gibt es beispielsweise für die Franz-Oberthür-Schule. Hier soll künftig eine Piktogrammgestaltung bei der Orientierung im Haus helfen. Die Grundschule Würzburg-Stadtmitte überzeugte mit dem Konzept „Actionpainting – Spuren mit Herz im Herzen Würzburgs“ und kassierte wie auch das Berufliche Schulzentrum für Wirtschaft und Datenverarbeitung für deren Berufsfachschule für Kaufmännische Assistenten 1000 € zusätzlich. Letztere simulieren eine Unternehmensgründung mit allen notwendigen Schritten. Schüler lernen so beispielsweise ihr Projekt wie beim bekannten Fernsehformat „Höhle der Löwen“ vor einer Jury anzupreisen.

 

Außergewöhnliche Ideen - fern der üblichen Schulgrundausstattung - setzten sich auf der nächsten Preisgeldstufe durch. 2000 € zusätzlich erhält das Wirsberg-Gymnasium, das ein „Mobile von und mit allen“ in der Schule aufhängen möchte. Ein großer Kranichschwarm soll das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken aber auch Sinnbild für Freiheit sein, erklärten drei Schülerinnen im Sitzungssaal. In der Josef-Grundschule wird dank 2000 € Extraförderung hingegen künftig der Schulgeist „Grombuli“ sein Unwesen treiben und in einem selber gestalteten Imagefilm die Geschichte der Schule erklären. Eine Identifikationsfigur für die Kleinen, die im altehrwürdigen Gebäude unterrichtet werden.

 

Den Hauptpreis bei der diesjährigen Auflage - und in den Redebeiträgen wurde deutlich, dass man sich weitere Preisverleihungen dieser Art wünscht - ging an die Jakob-Stoll-Realschule in der Zellerau. Dort wird man sich der Erinnerungskultur und der Zeitgeschichte verschreiben. „Verfolgt - verbannt - vergessen: das Schicksal der Sinti aus Würzburg von der NS-Zeit bis heute“, lautete der Titel des Projekts, das im Ratssaal Schulleiter Heinrich Eckl und die betreuenden Lehrerinnen skizzierten. Die Schule trägt seit 2013 den Titel „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ und möchte nun das heutige Leben der Sinti in der Zellerau dokumentieren und insbesondere Zeitzeugenberichte über die Jahre der Verfolgung durch die Nationalsozialisten für die Nachwelt sichern.

 

Grundschulen, Mittelschulen, Gymnasien, Realschulen, Sonderpädagogische Förderzentren, Berufliche Schulen: Beim Wettbewerb waren alle Schultypen vertreten. Auf der Homepage der Stadt Würzburg kann man unter www.schulwettbewerb.wuerzburg.de verfolgen, wie es mit den Projekten weiter geht.

 

Folgende 29 Schulen bewarben sich erfolgreich:

 

  • Grundschule Würzburg-Lengfeld: „Lernen durch Anfassen“ LEGO Education
  • Riemenschneider- Gymnasium Würzburg: „Standardisierung und Auszeichnung der W- und P- Seminare“
  • Maria-Stern-Schule: „Ukulele für die Schule“
  • Adalbert-Stifter-Grundschule: "Lesen aus dem Koffer"
  • Jakob-Stoll-Realschule: „Verfolgt – verbannt – vergessen: Das Schicksal der Sinti aus Würzburg von der NS Zeit bis heute“
  • Gustav-Walle-Grundschule: „Benimmregeln bei Tisch“
  • Siebold-Gymnasium Würzburg: „Stressreduzierung durch Achtsamkeit“
  • Friedensreich Hundertwasser-Schule: Künstlerische Gestaltung von zwei Eingangssäulen
  • Josef-Grundschule: „Grombuli - unser Schulgeist spukt durchs Haus“
  • Wolffskeel-Realschule: „AG Breakdance“
  • Maria-Ward-Schule: „Bibliotheksterrasse“
  • Max-Dauthenday-Grundschule: "Unser Schulgarten: Raum für Gemeinschaft, Lernen, Ruhe und Selbstwirksamkeit"
  • Wichern-Schule. Private Schule für Kranke in Würzburg: „Knigge interkulturell – vom Orient zum Okzident“
  • Wirsberg-Gymnasium: „Ein Mobile von und mit Allen“ Franz-Oberthür-Schule: „Piktogrammgestaltung zur Orientierung innerhalb unseres Hauses“
  • Fiedrich-Koenig-Gymnasium: „Ein gesundes FKG bewegt alle“
  • Grundschule Heuchelhof: „Kleinstadt-Dschungel“
  • Rupert-Egenberger-Schule: „Werken: Schüler unterrichten Schüler“
  • David-Schuster-Realschule: „Künstlerische Fassadengestaltung des Pavillons“
  • Grundschule Würzburg-Stadtmitte: „Actionpainting – Spuren mit Herz im Herzen Würzburgs“
  • Mittelschule Würzburg-Heuchelhof: „Grünes Klassenzimmer – ein partizipatives Umweltprojekt“
  • Städtische Wirtschaftsschule: „Graffiti Kunst im Aufenthaltsraum der Schülerschaft“
  • Deutschhaus-Gymnasium Würzburg: „Schüler bitten zum Interview – Ethiker und Philosophen bekennen Farbe“
  • Elisabeth Weber Schule: „Radfahren macht Schule – Wir bringen euch aufs Rad“
  • Röntgen-Gymnasium Würzburg: „Röntgen durchleuchtet Geschichte“
  • Pestalozzi-Mittelschule Würzburg: „Ein Ort der Begegnung – überdachte Sitzgelegenheit als Wind-schutz für die Tischtennisplatten“
  • Kolping-Schulwerk GmbH: “Workshop zum Thema Hate Speech”
  • Berufliches Schulzentrum für Wirtschaft und Datenverarbeitung: „Unternehmensgründung an der Berufsfachschule für Kaufmännische Assistenten“
  • Dag Hammarskjöld Gymnasium: Würzburger Jugger Turnier

Bild 1: „Schulwettbewerb Gruppe1“ Mit Extra-Mitteln ausgestattet: Die Hauptpreise gingen an die Franz-Oberthür-Schule, die Grundschule Würzburg-Stadtmitte, das Berufliche Schulzentrum für Wirtschaft und Datenverarbeitung, das Wirsberg-Gymnasium, die Josef-Grundschule und die Jakob-Stoll-Realschule. Bürgermeister Dr. Adolf Bauer und Schulreferent Muchtar Al Ghusain gratulierten.---Bild 2: „Schulwettbewerb Gruppe2“ Viele ausgezeichnete Ideen: Alle Gäste der Preisverleihung beim 1. Würzburger Schulwettbewerb. Bilder: Georg Wagenbrenner

Von: SIGGI/GW