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12. Würzburger Forum Arbeitsrecht zur Arbeitswelt 4.0 und den dafür erforderlichen arbeitsrechtlichen Anpassungen

10.11.2017

Fieber: „Arbeitsrecht ist oft nicht mehr zeitgemäß“


Würzburg: Im Rahmen des 12. Würzburger Forums Arbeitsrecht diskutierte die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. mit namhaften Experten aus Unternehmen, Wissenschaft und Justiz über die Herausfor-derungen der Arbeitswelt 4.0. "Die Digitalisierung ermöglicht eine stärkere Flexibilisierung hinsichtlich Arbeitszeit und Arbeitsort im Interesse der Be-schäftigten und der Unternehmen. Sie führt auch zu einer stärkeren Orientie-rung an Arbeitsergebnissen. Das Arbeitsrecht ist hier oft nicht mehr zeit-gemäß", erklärte Wolfgang Fieber, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirks-gruppe Unterfranken.

 

Die vbw hat das Thema Arbeitszeit dieses Jahr bereits thematisiert und in ei-ner breit angelegten Kampagne eine Erneuerung des Arbeitszeitgesetzes ge-fordert. "Dabei geht es uns nicht um die Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern es geht darum, das Arbeitszeitvolumen flexibler als heute zu verteilen, um den Anforderungen von Mitarbeitern und Unternehmen gerecht zu werden. Wichtig ist uns zum einen, dass die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden aufgegeben wird. Wir fordern, dass der Spielraum der Europäischen Richtlinie voll ausgeschöpft wird, die eine wochenbezogene Betrachtung und eine maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden vorsieht. Eine wochenweise Betrachtung bringt ein deutliches Plus an Flexibilität für die Unternehmen und die Mitarbeiter. Auch die pauschale elfstündige tägliche Mindestruhezeit zwischen Arbeitsende und dem Beginn der Arbeit am nächsten Tag ist nicht mehr zeitgemäß. Es muss möglich sein, auch abends kurze Telefonate zu führen oder eine Mail zu verschicken, ohne dass die elfstündige Ruhezeit von neuem zu laufen beginnt", erläuterte Fieber.

 

Fern von einem zeitgemäßen Arbeitsrecht ist Fieber zufolge der von der IG Metall geforderte individuelle Anspruch auf Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden in der Woche mit Rückkehrrecht in Vollzeit bei teilweisem Teillohnausgleich. "Solche Forderungen sind unvernünftig und realitätsfern. Denn Arbeitszeitverkürzungen würden den bestehenden Fachkräftemangel verschärfen. In der Folge droht, dass die Arbeit dort hin wandert, wo Arbeitskräfte verfügbar sind", so Fieber abschließend.


Von: PM/KE