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Auf den Spuren vom Bockbier

09.11.2018

Beim Genuss eines Bockbiers in geselliger Runde stellt sich häufig die Frage, woher denn der Name stammt.


Hat das Bier vielleicht etwas mit dem tierischen Geißbock zu tun? Doch das ist weit gefehlt. Hinter Bockbier versteckt sich eine historische Herkunftsbezeichnung, die auf die nieder-sächsische Stadt Einbeck zurückgeht. Im 14. Jahrhundert hatte jeder Ein-wohner Einbecks das Recht, Bier zu brauen. Und das wurde auch reichlich wahrgenommen. Dies führte dazu, dass es in Einbeck viel zu viel Bier gab und selbst der fleißigste Biertrinker den Vorrat nicht aufbrauchen konnte. Der Rat von Einbeck hatte die Idee, diesen Überschuss deutschlandweit zu vermarkten. Da man zur damaligen Zeit nicht auf Transportmittel wie Auto oder Zug zurückgreifen konnte, hat der Transport zu den einzelnen Abnahmestellen viel Zeit in Anspruch genommen, was dem Bier häufig geschadet hat. Da Alkohol Bier haltbar macht, wurde das Bier für die lan-gen Transportwege einfach stärker eingebraut.

 

Das Bier wurde bis nach Bayern exportiert, und begeisterte Herzöge und Fürsten gleichermaßen. Statt sich das beliebte, aber teure Bier weiterhin aus dem Norden kommen zu lassen, nahmen sie sich einfach einen Einbecker Braumeister in ihre Dienste. Das Bier „nach einpöckscher Brauart” wurde in München heimisch, und wurde mundartgerecht einfach zum „Bock”.

 

Die eigentliche Tradition der Bockbiere kommt aus dem klösterlichen Bereich, die Saison war ursprünglich das Frühjahr. Das hatte mit der Fastenzeit zu tun, weil Flüssiges nicht die Fastenregeln bricht, brauten und tranken die Mönche das nahrhafte Bockbier. Längst hat das Bockbier aber auch in der kalten Jahreszeit seinen festen Platz. Das Besondere beispielsweise am Winterbock aus Distelhausen ist, dass er im Gegensatz zu vielen anderen untergärigen Bockbieren dunkel und deshalb besonders süffig ist. Das Einbrauen beginnt bereits Anfang August, weil der Winterbock aufgrund seiner Stärke, wir sprechen hier von 7,1% Alkohol, eine wesentlich längere Reifezeit benötigt – mindestens acht Wochen. Der Distelhäuser Winterbock ist mit viel dunklem Gerstenmalz und dunklem Karamellmalz gebraut. Der bernsteinfarbene Winterbock duftet daher nach Karamell und feinen Röstaromen. Im Geschmack vom Malz geprägt, ist er kraftvoll und süffig, aber trotzdem weder zu süß noch zu stark. Der Distelhäuser Winterbock ist eine saisonale Spezialität und daher nur für kurze Zeit erhältlich.

Dunkle Bockbiere sind vor allem in der dunklen und kal-ten Jahreszeit beliebt. (Foto: Distelhäuser Brauerei)

Von: S.Thomas/F. Störzbach