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Europäische-Faire-Milch-Konferenz stellt innovative Projekte der Milcherzeuger ins Rampenlicht

15.06.2017

Europäische-FaireMilch-Konferenz


Würzburg / Brüssel, 14. Juni 2017 – Die „Goldene Faironika“ wurde heute an verschiedene Preisträger überreicht – in der Kategorie „Politik“ ging die Auszeichnung dieses Jahr an den früheren französischen Agrarminister Stéphane Le Foll und Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer.

 

„In allem Gerechtigkeit, und es wird genug Freiheit geben.“ Dieses Zitat von Joubert scheint jenen fünf Landwirten auf den Leib geschneidert zu sein, die heute ihre fairen Milch-Projekte vorgestellt haben. „Am Anfang war nur die Idee, für uns Milcherzeuger ein gerechtes Auskommen zu finden“, beschreibt Michael Braun von „Die Faire Milch“ aus Deutschland die ersten Schritte der deutschen Kollegen. „Mittlerweile findet man die Faire Milch-Marke in sechs Ländern und jede verkaufte Packung bedeutet für uns Milchbauern ein Stück Selbstbestimmung.“

 

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer war Schirmherr der vierten Europäischen-FaireMilch-Konferenz, die dieses Jahr von „Die faire Milch“ und dem European Milk Board in Würzburg ausgerichtet wurde. Traditioneller Höhepunkt war erneut die Vergabe der „Goldenen Faironika“. Dabei handelt es sich um eine kleine Gold-Variante des bekannten Kuh-Symbols der internationalen Milchbauernbewegung, der „Faironika“. Sie geht jedes Jahr an Politiker, Landwirte und andere gesellschaftliche Akteure, die sich auf besondere Weise um faire Milchpreise verdient gemacht haben.

 

Europäische-Faire-Milch-Konferenz ehrt Verdienste um nachhaltige Landwirtschaft

Die „Goldene Faironika“ ging dieses Jahr in der Kategorie „Politiker“ an den ehemaligen französischen Agrarminister Stéphane Le Foll. In seiner Laudatio würdigte Romuald Schaber, der Präsident des European Milk Board, den ehemaligen Minister für dessen Einsatz: „Minister Le Foll hat verstanden, dass die Milchmenge angepackt werden muss, um einen akzeptablen Milchpreis zu erreichen! Er hat seine Vorschläge zur Mengenreduzierung vehement und allen Widerständen zum Trotz auf europäischer Ebene vorangetrieben.“

 

Ein Verbund spanischer Organisationen – darunter der Milcherzeugerverband OPL (Organización de Productores de Leche) – wurde für die beeindruckende Aktion „der weiße Marsch“ geehrt, bei der im Sommer 2015 Hunderte Menschen für gerechte Milchpreise auf die Straßen gingen. Die „Goldene Faironika“ in der Kategorie „Landwirt“ ging an den französischen Milcherzeuger Boris Gondouin, der „sich engagiert und mit viel Herzblut für faire Bedingungen für Milchbauern stark macht.“

 

Das Gastgeberland Deutschland hat Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer für seinen politischen Einsatz zur Stärkung der Milcherzeuger ausgezeichnet. Die Organisation MISEREOR erhielt die Prämierung für das Aufzeigen der Folgen von Dumpingexporten in die dritte Welt, die deutsche Landwirtin Kirsten Wosnitza aus Schleswig-Holstein für ihren dauerhaften und energischen Einsatz zum Wohle ihrer Kollegen. Eine weitere „Goldene Faironika“ wurde der regionalen Vertriebsorganisation Hof Alpermühle aus NRW für den beispielhaften Vertrieb von „Die faire Milch“ verliehen.

 

Die Faire Milch in sechs europäischen Ländern

2006 von Milchbauern in Österreich ins Leben gerufen, umfasst das Faire-Milch-Projekt mittlerweile sechs EU-Länder. In Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Italien und Österreich sind aktuell diverse Faire Milch Produkte im Handel.

 

„Die faire Milch“ in Deutschland: „Die faire Milch mit strengen Qualitätskriterien schmeckt einfach gut. Der faire Milchpreis trägt dazu bei, dass die Milchwirtschaft gerechter wird und wir Milchbauern auch in Zukunft von unserer Arbeit leben können.“

 

„Fairebel“ in Belgien: „Die Kuh dankt mit einem « muh » - für acht Millionen Liter faire Milch, die 2016 verkauft wurden. Unser Ziel ist, dass jeder Einwohner Belgiens zukünftig unsere faire Milch trinkt“.

 

„A faire Milch“ in Österreich: „Nur wo „Guat. Fair“ drauf steht, ist auch 100 Prozent Zukunft für unsere heimischen Bauern und Bäuerinnen drinnen. Denn mit jedem Liter fairer Milch erhalten unsere Bauern zehn Cent mehr.“

 

„Fairefrance“ in Frankreich: „Unsere Milcherzeuger haben ihre Idee umgesetzt - Die faire Milch Marke ermöglicht unseren Bauern einen festen Platz in der Lebensmittelkette und eine anständige Vergütung für ihre Arbeit.“

 

„Il latte onesto“ in Italien: „100 Prozent ehrlich, gut und fair. Unsere faire Milch unterstützt die Landwirtschaft, die Umwelt und die ländliche Entwicklung.“

 

„D'fair Mëllech“ in Luxemburg: „Verbraucher wollen vor allem Vertrauen haben in die Produkte, die sie kaufen. Die Luxemburger – vom Kleinkind bis zum Großherzog – sind Fans unserer fairen Milchprodukte.“ 

 

Über „Die faire Milch“:

„Die faire Milch“ ist ein deutsches Qualitätsprodukt, das ausschließlich in zertifizierten Familienbetrieben hergestellt wird. Zentrales Alleinstellungsmerkmal von „Die faire Milch“ ist ein fairer Milchpreis für die Erzeuger. Dieser ermöglicht es den Betrieben auf einer gesunden wirtschaftlichen Basis zu agieren und so das eigene Leistungsversprechen zu erfüllen. Entsprechend hoch ist die Identifikation der Programmteilnehmer mit der Marke, die – anders als bei zahlreichen Wettbewerbern – keine Molkerei- oder Konzernmarke, sondern eine reine MilchbauernMarke darstellt. Was „Die faire Milch“ noch auszeichnet: alle Produkte werden ohne Gentechnik produziert und enthalten hochwertige Inhaltsstoffe. Bei der Herstellung kommt kein Futter aus Übersee zum Einsatz, zudem erhalten die Kühe einen besonders hohen Grünfutteranteil.

EMB-Präsident Romuald Schaber (ganz links) gemeinsam mit den Preisträgern der Goldenen Faironika 2017

Von: SIGGI/MS