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Konjunktureller Aufwärtstrend in der Region hält an

17.05.2017

Sonnige Zeiten für Mainfrankens Wirtschaft


Würzburg – Die mainfränkische Wirtschaft ist im Frühjahr 2017 bester Stimmung. Die Geschäftslage hat sich gegenüber dem Jahresauftakt noch einmal verbessert und erreicht einen neuen Spitzenwert. Auch für die kommenden zwölf Monate rechnen die Unternehmen mit guten Geschäften. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lage und Erwartungen der mainfränkischen Unternehmen in einem Wert zusammenfasst, klettert auf 129,7 Punkte. Er verfehlt damit seinen Rekordwert aus dem Frühjahr 2011 nur knapp.

 

„Die mainfränkische Wirtschaft ist im Frühjahr 2017 bester Stimmung – und das trotz aller nationalen und internationalen Unwägbarkeiten.“, so Elena Fürst, IHK-Referentin für Konjunktur und Statistik. „Protektionistische Tendenzen, die Möglichkeit eines „harten“ Brexit, die Politik der US-Regierung oder politische Entscheidungen in europäischen Nachbarländern beeindrucken die Unternehmen ebenso wenig wie die Situation in der Türkei oder die anstehende Bundestagswahl.“ Aktuell beurteilen über 96 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend, die Kapazitäten sind bei neun von zehn Unternehmen voll oder befriedigend ausgelastet.

 

Neben der Nachfrage aus dem Inland, welche die Konjunktur in der Vergangenheit stützte, führt die IHK die gute Geschäftslage der Unternehmen auch auf steigende Aufträge aus dem Ausland zurück. „Mainfränkische Produkte sind in der Eurozone und Asien zunehmend gefragt. Zudem entwickeln sich die Geschäfte mit Nordamerika stabil auf einem hohen Niveau.“, so Fürst weiter.

 

Den Einschätzungen der befragten Unternehmen zufolge stehen Mainfrankens Wirtschaft weiter sonnige Zeiten bevor. Über ein Viertel der Betriebe rechnet mit Zuwächsen. Lediglich ein Zehntel erwartet rückläufige Geschäfte. Im Vergleich zum Jahresauftakt haben sich die Aussichten auf die kommenden Monate weiter verbessert, was laut IHK auf einen robusten Aufwärtstrend der mainfränkischen Wirtschaft hindeutet.

 

Trotz guter Aussichten und günstiger Finanzierungsbedingungen entwickelt sich die Investitionsbereitschaft der mainfränkischen Unternehmen eher verhalten. Zwar möchte jeder Vierte im Inland mehr investieren, jeder Fünfte plant jedoch keine oder nur geringere Investitionen. Als Hauptmotive dafür werden insbesondere Ersatzbeschaffungen und Rationalisierungen angeführt. Bei der Einstellungsbereitschaft der mainfränkischen Unternehmen stehen die Zeichen auf Stabilität: Sieben von zehn Betrieben möchten die Belegschaftsgröße in den kommenden Monaten konstant halten. Nur 17 Prozent berichten von expansiven und 13 Prozent von restriktiven Beschäftigungsplänen. Somit bleiben die Aussichten für den lokalen Arbeitsmarkt, der mit einer Quote von 2,9 Prozent (April 2017) eine sehr niedrige Arbeitslosenquote aufweist, weiterhin günstig.

 

Politische Risiken und Fachkräftemangel

Allerdings sieht Fürst auch Risiken, die die Geschäftsentwicklung der mainfränkischen Wirtschaft beeinträchtigen könnten. Insbesondere der schwer berechenbare Kurs der US-Regierung, der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union (EU) sowie eine mögliche Zersplitterung des EU-Binnenmarktes stellten große Unsicherheitsquellen dar. „Entwicklungen, die den globalen Freihandel oder das Projekt eines vereinten Europas in Frage stellen, sind Gift für die exportorientierte mainfränkische Wirtschaft.“

 

Darüber hinaus gibt es auch einige nationale Unsicherheitsfaktoren: Bürokratie und zunehmende Regulierungen, wie beispielsweise im Arbeits- und Steuerrecht, belasten die Unternehmen. Zudem bemängeln die Betriebe mögliche Einschränkungen der Arbeitsmarktflexibilität. Konjunkturrisiko Nummer Eins ist jedoch ein anderes: Die Geschäftsentwicklung jedes zweiten mainfränkischen Betriebes könnte künftig durch den Fachkräftemangel beeinträchtigt werden – ebenfalls ein neuer Spitzenwert.

 

Die vollständigen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage mit ausführlicher Branchenauswertung sind online abrufbar unter: www.wuerzburg.ihk.de /konjunktur.

Bildquelle: IHK

Von: SIGGI/MG