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Anti-AKW-Demo: 15.000 Menschen bevölkerten die Mainwiese

25.04.2011

Bergrheinfeld - Es war so ein bisschen wie Woodstock; eine Gegenbewegung, viel Musik, Zusammenhalt. 5000 bis 10.000 Demonstranten erwartete das unterfränkische Aktionsbündnis „25 Jahre - Tschernobyl mahnt" am Ostermontag auf einer Wiese bei Bergrheinfeld am Main. Auf der anderen Seite ragten die Türme des Grafenrheinfelder Kernkraftwerkes in die Höhe, was geschätzte 15.000 Menschen letztlich bewegend genug fanden, um vor Ort ihre Antipathie mit dem Meiler und mit der Atomkraft generell auszudrücken. Kurzum: Die Region war auf den Beinen und setzte ein ziemlich beeindruckendes Zeichen. Vor allem die Masse an Radfahrern beeindruckte. Kein Wunder bei dem tollen Wetter.


Inhaltlich lieferten die mit einer Sternfahrt von verschiedenen Treffpunkten aus zum Demonstrationsplatz eingeleitete Kundgebung nichts wesentlich Anderes als die Montags-Mahnwachen auf dem Schweinfurter Postplatz. Nur dass es diesmal eben mehrere tausend Leute waren, die zuhörten - anstelle der knapp rund 500 Beharrlichen der letzten Wochen. "Stargäste" freilich kamen nur diesmal, von denen es die schon über 80 Jahre alte Erfolgsautorin Gudrun Pausewang („Die Wolke") und der ungarische Strahlenforscher Jozsef  Kóbor mit wenigen Worten am besten auf den Punkt brachten. Atomkraft kann gefährlich sein. "Solange mein Kopf mitmacht", will Pausewang sich dagegen einsetzen.

Musikalische Beiträge machten den frühen Nachmittag höchst kurzweilig. Die Schweinfurter Band „Mihalis Theory“ glänzte dabei mit extra zum Thema gereimten Versen. Auch das Rahmenprogramm trug sicher seinen Teil dazu bei, dass die Menschen aller Altersschichten vom Kleinkind bis zum Senior in weitaus größerer Anzahl als geglaubt anwesend waren. „Ich hatte es nicht gedacht, aber für möglich gehalten, nachdem uns die Bilder aus Fukushima zuletzt wie eine Kriegsberichterstattung nach Hause auf den Bildschirm geliefert wurden", meinte  Herbert Wiener, Schweinfurter SPD-Stadtrat und ein Gegner des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld der frühsten Stunde. Dass die Gegenbewegung nicht enden soll, machten die Verantwortlichen mehrfach klar. Vielleicht schaut nun ja zu den regelmäßigen Mahnwachen der eine oder andere öfters mal vorbei.


Von: Michael Horling