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Karin Dauer neue DGB Kreisvorsitzende

10.10.2017

Abwehrkämpfe der Gewerkschaften


Die alte und neue Vorsitzende des DGB Kreisverbandes Würzburg heißt Karin Dauer. Sie wurde am 5. Oktober auf der Delegiertenversammlung des Kreisverbandes einstimmig und mit 100 % der Stimmen wiedergewählt. „Ich freue mich sehr über das tolle Ergebnis der Wahl und ebenso auf die weitere Zusammenarbeit im Vorstand und mit der DGB Region Unterfranken“, kommentierte Dauer das Ergebnis. Damit leitet sie für weitere vier Jahre die Geschicke des DGB Kreisverbandes Würzburg. Im Zuge der Versammlung wurden auch die übrigen Vorstandsmitglieder durch die Mitgliedsgewerkschaften des DGB benannt. Die Delegiertenversammlung wird alle vier Jahre einberufen, um die demokratische Legitimation des ehrenamtlichen Kreisvorstandes zu erneuern. Dabei entsenden die acht Mitgliedsgewerkschaften des DGB Delegierte und benennen je ein Vorstandmitglied und eine/n Stellvertreter_innen. Hierdurch wird gewährleistet, dass alle Mitgliedsgewerkschaften ihren Einfluss auf die Arbeit des DGB geltend machen können.

 

Vor der Wahl legte die Vorsitzende Dauer den Rechenschaftsbericht des Vorstandes vor. Demnach war der Kreisverband in den vergangenen vier Jahren sehr aktiv. Unter anderem wurden neben den traditionellen 1. Mai-Kundgebungen auch Gegendemonstrationen gegen die fremdenfeindliche Bewegung „Wuegida“ organisiert. Im Rahmen der Demonstration von „Würzburg ist bunt“, an der im März 2015 über 5.000 Demonstranten vor einem geplanten Neonazi-Aufmarsch demonstrierten und unter anderem der Kabarettist Erwin Pelzig sprach, gab es ebenfalls organisatorische Hilfe seitens Kreisverbandes. Zudem fanden Aktionen und Veranstaltungen gegen das TTIP-Abkommen statt. Im Protest gegen TTIP und CETA organisierte der Kreisverband unter anderem die Busse zu den Großdemonstrationen in mehreren deutschen Städten, an denen im September 2016 insgesamt 320.000 Menschen teilnahmen. Doch auch kommunal- bzw. landespolitische Themen prägten die Kreisverbandsarbeit. So gab es mit Vertretern aller Parteien des Stadtrats in Würzburg einen Dialog zum Thema „bezahlbares Wohnen in Würzburg“. Auch mit Landtagsabgeordneten wurde ein ähnlicher Dialog geführt.

 

Nach dem Rechenschaftsbericht hielt der DGB Regionsgeschäftsführer Unterfrankens Frank Firsching ein Referat. In diesem ging er auf die Bedeutung der Arbeit des DGB ein, durch welchen den gemeinsamen, branchenübergreifenden Interessen aller Beschäftigten, wie z.B. bezahlbares Wohnen, Gesundheit oder Verkehr, eine einheitliche Stimme verliehen wird. Auch ging Firsching auf die sich formierende Jamaika-Koalition und das durch die Bundestagswahl gestärkte bürgerlich-nationale Lager ein. Er erwarte für die nächsten vier Jahre Abwehrkämpfe der Gewerkschaften, vor allem auch in Hinsicht auf die „absurde Kampagne“ des Verbandes bayerischer Wirtschaft (vbw). Diese ziele darauf ab den 8-Stunden-Tag sowie die Höchstarbeitsdauer von 10 Stunden und die 11-Stunden-Ruhezeit zwischen zwei Schichten abzuschaffen. „Damit würden Ausbeutung legalisiert und gesundheitliche Risiken für die Beschäftigten in Kauf genommen“, stellt der Gewerkschafter klar.


Von: SIGGI/US