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Neues Feuerwehrgerätehaus mit Dorfgemeinschaftsräumen

07.12.2018

Gemeinderat befürwortet Neubau und hofft auf hohe Zuschüsse und Eigenleistung


Reichmannshausen bleibt im Baustellenmodus. Gerade in den letzten Jahren wurde im nördlichsten Ortsteil der Großgemeinde Schonungen kräftig investiert. Es gibt kaum Leerstände, die Einwohnerzahl konnte nahezu konstant gehalten werden und der Kindergarten ist komplett ausgebucht. So wurden auch in kürzester Zeit zahlreiche Häuserfassaden und Vorgärten unter Ausnutzung von Dorferneuerungszuschüssen liebevoll restauriert oder hergerichtet, in regelmäßigen Abständen trifft sich ein Arbeitskreis mit ehrenamtlichen Bürgern und entwickelt Ideen aber auch die Gemeinde bemüht sich sinnvolle und notwendige Dorferneuerungsprojekte zügig umzusetzen.

 

Viele Straßenzüge wurden in jüngster Zeit im Zuge der Erdverkabelung auch mit speziellen Speedpipes ausgestattet – dafür hatte sich der Gemeinderat einstimmig ausgesprochen. So kann das Glasfaser bis ins Haus gelegt werden. Und auch beim Mobilfunkausbau konnten Erfolge erzielt werden: In diesem Jahr ging der Vodafone-Mast in Betrieb – und auch die Telekom arbeitet aktuell am Mobilfunkausbau in Reichmannshausen. Die Straßenausleuchtung wurde fast komplett auf LED-Technik umgestellt und aktuell finden umfangreiche Straßensanierungsarbeiten statt. Der Landkreis hat eine E-Ladestation in Reichmannshausen am frisch sanierten Schullandheim errichten. Und gerade hat sich der Gemeinderat für eine umfassende Neugestaltung des Kirchenumfelds ausgesprochen.

 

Das zweifellos größte Projekt aber wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung auf den Weg gebracht. Turnusgemäß steht im Jahr 2019 die Ersatzbeschaffung eines Einsatzfahrzeugs in Reichmannshausen an. Neben der Erneuerung des Feuerwehrautos muss sich die Gemeinde zunächst aber Gedanken um die Zukunft des Feuerwehrgerätehauses machen. Bekanntlich stellt das Feuerwehrhaus am Festplatz die einzige kommunale Immobilie im Ortsteil Reichmannshausen dar. Das Gebäude wird darüber hinaus beispielsweise als Wahlraum oder für Musikproben der Feuerwehrkapelle genutzt.

 

Die Immobilie ist allerdings stark sanierungsbedürftig und zu klein dimensioniert, wie Kommandant Marco Walter berichtet. Ein TSF-Neufahrzeug, egal welcher Art und Ausführung, ist kaum in der Gerätehalle unterzubringen. Der Feuerwehrverein und die aktive Wehr hat angekündigt, mit umfangreicher Eigenleistung den Neubau des Feuerwehrhauses zu unterstützen. Neben dem Abbruch des bisherigen Feu-erwehrgerätehauses mit geschätzten 70.000 Euro könnte die Wehr weitere 30.000 Euro beim Innenausbau als Eigenleistung beisteuern.

 

Und so soll schon bald ein modernes Feuerwehrhaus mit zwei Stellplätzen sowie Sanitäreinrichtungen, Teeküche und Dorfgemeinschaftsräumen entstehen. Architekt Florian Göger erläuterte erste Planungsvariante und überzeugte den Gemeinderat mit einem funktionalen aber modernen Feuerwehrgerätehaus. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf 713.000 Euro, abzüglich Eigenleistung, möglicher Dorferneuerungszuschüsse und Zusendungen für einen Feuerwehrstellplatz.

 

Bürgermeister Stefan Rottmann sieht in dem Neubau einen weiteren Schritt, weitere unabwendbare Investitionen durch hohe Zuschüsse und Eigenleistung möglichst wirtschaftlich umzusetzen. Auch Kreisbrandinspektor Johannes Grebner sprach sich im Rahmen der Sitzung für den vorgelegten Planungsentwurf aus. Mit Grünplanerin Miriam Glanz soll im Hinblick auf die Dorferneuerung auch das Umfeld am Festplatz und See neu überdacht werden. Außerdem steht auch das Friedhofskonzept für Reichmannshausen an: Der Friedhof ist in direkter Nachbarschaft zum Feuerwehrgerätehaus, sodass auch hier ggf. Synergien genutzt werden können. Die Toiletten des Feuerwehrgerätehauses könnten so bei Beisetzungen zur Verfügung stehen. Die Bauleitung wird durch das Architekturbüro Göger übernommen. Angeregt wurde, dass noch Photovoltaikanlagen auf dem Dach mit angebracht werden. Hier soll die Investition noch berechnet werden. Die Feuerwehr Reichmannshausen verfügt aktuell über 42 Aktive und 9 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, fester Bestandteil ist außerdem noch eine Feuerwehrkapelle mit 20 Musikern, die 34 Auftritte im Jahr bestreitet.

 

Ein solches Feuerwehrhaus mit Multifunktionsraum für die Dorfgemeinschaft werde dann auch in Löffelsterz in gleicher Größenordnung benötigt. Hier ist allerdings die Ausarbeitung eines Daseinsvorsorgekonzept abzuwarten, um dann entsprechend das Projekt über die Städtebauförderung bezuschussen zu lassen.

Fotomontage: Architekturbüro Göger

Von: S. Thomas/St. Rottmann