Soziale Netzwerke

  

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Problemlöser, die es keinem recht machen können

13.07.2017

Treffen der unterfränkischen Sozialdienste der Jugendämter


In manchen Fällen muss das Jugendamt sehr schnell handeln und Kinder aus Familien nehmen, obwohl es im Vorfeld viele Möglichkeiten der Hilfe gibt. In der Öffentlichkeit gibt es hier meinst zwei Meinungsebenen: „das Jugendamt handelt übertrieben“ oder „das Jugendamt tut nichts“.

 

In diesem Fall ist im Jugendamt der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) für die Garantenstellung im Kinderschutz verantwortlich. Beim ASD laufen als Erstanlaufstelle für diverse Probleme in Familien alle Informationen, Erstberatungen und Notfälle zusammen: Insbesondere geschlagene und vernachlässigte Kinder, hochstrittige Trennungs- und Scheidungseltern, häusliche Gewalt, seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, Beratung in erzieherischen Fragen, Hilfen zur Erziehung in der Familie bis hin zu Heimerziehungen und die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und Flüchtlingsfamilien.

 

Die ASD-Leitungen der zwölf unterfränkischen Jugendämter trafen sich auf Einladung von Dr. Harald Britze und Vanessa Völkel vom Bayerischen Landesjugendamt zum sechsten Mal im Würzburger Landratsamt und berieten über aktuelle Entwicklungen, Problemschwer-punkte, Erfolge und Belastungen bei den eingesetzten psychosozialen Fachkräften bis hin zu Fortbildungsbedarf und Fachkräftegewinnung.

 

„Oft steht die wichtige und verantwortungsvolle Arbeit des ASD als ein Kernstück der Jugendamtsarbeit im Schatten von anderen Projekten“, betonte als Gastgeber Hermann Gabel, Leiter des Amtes für Jugend und Familie - Sozialpädagogische Dienste.

 

Verantwortungsvolle Arbeit bedarf auch einer speziellen Fortbildung. Hier werden in den unterfränkischen Gebietskörperschaften unterschiedlich Fachfortbildungen gefördert; dabei ist dies ein wichtiger Aspekt für eine qualifizierte Mitarbeitergewinnung. Hier will man in Unterfranken fortan enger kooperieren.

 

„Im Jugendhilfebereich herrscht zwar noch kein expliziter Fachkräftemangel im Landkreis Würzburg - in manchen Bereichen dauert es aber wesentlich länger, Stellen für Sozialpädagogen zu besetzen“ stellt ASD-Koordinatorin Evelyn Bordon-Dörr fest. Dies betrifft vor allem ländliche Regionen, wie andere Vertreter aus den unterfränkischen Regionen bestätigen. 

Als fachkundige Problemlöser im Jugendhilfebereich im Fachaustausch: Gastgeber Hermann Gabel und Evelyn Bordon-Dörr (links außen, Landratsamt Würzburg) mit den ASD-Vertretern aus den unterfränkischen Jugendämtern mit den Veranstaltern vom Bayerischen Landesjugendamt, Dr. Harald Britze und Vanesse Völkel (außen rechts). Foto: Verena Pappenberger

Von: SIGGI/EMS