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Radfahrlust - 2015: Mainfranken-Spezialrad-Tour

22.09.2015

Hessen/Unterfranken-Margetshöchheim: Zwischen dem 5. und 12. September waren über 40 Frauen und Männer, die von der neurologischen Erkrankung MS (Multiple Sklerose) betroffen sind, mit speziellen Liegedreirädern auf dem Mainradweg unterwegs. Sie gehören zur Selbsthilfegruppe Radfahrlust, deren 2015er Tour in Mainfranken stattfand und in Etappen über 170 km entlang des Maindreiecks von Schweinfurt über Würzburg nach Margetshöchheim führte. Begleitet wurde die Gruppe von freiwilligen Helfern des ADFC, die die Radler führten, wo nötig Seitenstraßen sicherten und bei technischen Problemen sofort zur Stelle waren.

 

Ihr festes Quartier hatten die Radlerinnen und Radler in der Margaretenhalle in Margetshöchheim aufgeschlagen. Von dort aus wurden sie jeden Morgen mit einem Busshuttle zum Startpunkt der jeweiligen Tagesetappe gefahren und am Abend am Endpunkt wieder abgeholt.

 

Dahinter steckte eine organisatorisch und logistisch meisterhafte Vorbereitung, die die Familie Pfister aus Margetshöchheim über ein Jahr lang beschäftigt hatte. Sonja Pfister ist selbst an MS erkrankt. Ihr Mann und ihre Söhne sind gesund - und alle begeisterte Radfahrer. Die Pfisters sind schon seit Jahren in der MS-Selbsthilfegruppe Radfahrlust aktiv. Jetzt haben sie sich einen Traum erfüllt und eine Tour in ihrer direkten Umgebung organisiert.

 

Die Tour entlang des Mains begann am Montagmorgen in Schweinfurt. Hier wurden die Radlerinnen und Radler auf dem Marktplatz in Schweinfurt von Oberbürgermeister Sebastian Remelé willkommen geheißen. Danach ging es weiter nach Stammheim, von dort aus am nächsten Morgen nach Dettelbach und von Dettelbach am dritten Tag über Kitzingen nach Ochsenfurt. Die nächste Etappe führte dann Radler und Räder zurück nach Margetshöchheim. Von da gab es dann schließlich eine Fahrt nach Würzburg - mit Empfang im Rathaus durch Bürgermeister Dr. Adolf Bauer und anschließender Rundfahrt durch die Stadt, wobei die Würzburger Polizei die Radler eskortierte.

 

Auf dem Rückweg entlang des Mains folgte dann noch ein weiterer Höhepunkt: Die Schirmherrin der 2015-er Tour, Dekanin Dr. Edda Weise, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Kirchgarten der Versöhnungskirche in Zell. Den Veranstaltern der Tour sprach sie ein großes Lob aus: "Die Radfahrlust setzt ein wichtiges Zeichen für Teilhabe und Inklusion."

 

Während der gesamten Woche gab es immer wieder Treffen mit Vertretern der lokalen Politik sowie von Wirtschaft und Kultur aus der Region. Diese Treffen wurden von den Radlern mit Interesse und großer Aufmerksamkeit wahrgenommen. Aber dennoch: Das Wichtigste und Schönste an dieser Woche war das Radfahren selbst, die Bewegung an der frischen Luft in einer Gruppe gleichgesinnter Menschen. Das sind Erfahrungen, die für viele MS-Betroffene in ihrem Alltag leider oft immer seltener werden. Selbständige Mobilität und Bewegung, die "Freiheit auf drei Rädern", noch dazu in wunderschöner Landschaft und bei bestem Spätsommerwetter waren für viele der eigentliche Benefit dieser Radfahr-Woche.

 

Entsprechend positiv fielen dann auch die Rückmeldungen am letzten Abend aus: Es gab ein dickes Lob für alle Organisatoren und Helfer. Und den festen Vorsatz, im nächsten Jahr (selbe Jahreszeit, anderer Ort) wieder dabei zu sein.

 

Die Radfahrlust geht zurück auf die private Initiative des an MS erkrankten Darmstädter Unternehmers Klaus Vock, der die Initiative 2008 ins Leben gerufen hatte. Die Selbsthilfegruppe Radfahrlust organisiert jedes Jahr eine etwa einwöchige Fahrradtour, auf der Menschen mit Multiple Sklerose (MS) und anderen neurologischen Erkrankungen gemeinsam mit Nicht-Betroffenen, Familie und Freunden unterwegs sein können. Die Behinderten fahren dabei auf Spezialrädern (Liegedreirädern), die ihnen für die Dauer der Tour von Fahrradfirmen wie HP Velotechnik, Hasebikes, ICLETTA und anderen zur Verfügung gestellt werden.

 

Fotos: Radfahrlust

 

Kontakt:

Dr. Bettina Schmitt

Selbsthilfegruppe Radfahrlust

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: 0 61 51 - 71 88 51

Mobil: 0179 - 222 9108

E-Mail: bettina.schmitt(at)radfahrlust.de

http://www.radfahrlust.de

 


Von: PM