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3. Liga, 7. Spieltag

10.09.2017

Kickers mit viel Moral, aber ohne Erfolg


Wie viele Nackenschläge können die Kickers noch verkraften? Im dritten Spiel hintereinander beendet das Team von Stephan Schmidt die Partie nur mit 10 Akteuren: "Es ist sehr bitter, dass wir im zweiten Heimspiel in Folge eine meines Erachtens ungerechtfertigte Rote Karte gegen uns bekommen haben.“ Dann holte seine Elf einen 0:2 Rückstand noch auf, um sich postwendend kurz darauf noch einen Treffer zu fangen.

 

Nach einem leichten Schlagabtausch kam in der 9. Minute die Szene, die das Spiel sicher beeinflusste. Dennis Mast wollte den Ball aus der Luft annehmen, der Gästespieler wollte mit dem Kopf an den Ball. Mast der den Spieler nicht kommen sah traf ihm im Gesicht. Schiedsrichter Tobias Wels, der nach dieser Szene von Spielern und Betreuern des Gegners bedrängt wurde, zeigte Mast nach langen Zögern die rote Karte. „Unstrittig, dass er ihn trifft, aber ein Wahnsinn, dass das Spiel nach neun Minuten in dieser Art und Weise beeinflusst wird“, beschwerte sich FWK-Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer.

 

Die Gastgeber hatten sich noch nicht richtig sortiert, als sie den nächsten Nackenschlag versetzt bekamen. Ein missglückter Abschlag vom Keeper Wolfgang Hesl wurde im Mittelfeld von Masshi Wassey abgefangen, der bedient mit einem wunderbaren Pass Sven Michel, der Hesl aussteigen lässt und einnetzt. In der 24. Minute hallte ein Aufschrei durch die FLYERALARM-Arena. Felix Müller ging bei einem Zweikampf im Paderborner Strafraum zu Boden, das Gros der 5.107 Zuschauer forderte Elfmeter, doch der FIFA-Schiedsrichter ließ weiterspielen. Im weiteren Verlauf stellten die Kickers die Räume gut zu, aber die Gäste kamen durch ihre nummerische Überlegenheit zu gefährlichen Aktionen. In der 32. Minute kam Ben Zolinski, von der halbrechten Position, aus 8 Metern frei zum Schuss, aber Hesl fischte die Kugel mit dem Fuss aus der unteren Ecke. Kurz darauf konnte der Keeper einen gefährlichen Aufsetzer nicht kontrollieren, aber Robin Krauße jagte den Abpraller in die Wolken.

 

Nach dem Seitenwechsel versuchen die Kickers immer wieder das Blatt zu wenden, rannten sich jedoch in der Gästeabwehr fest. In der 58. Minute kam Ben Zolinski von der rechten Seite frei zum flanken, Sven Michels Kopfball dreht Wolfgang Hesl mit einer Glanzparade um den Pfosten. Drei Zeigerumdrehungen später hatte Sebastian Schuppan den Ausgleich auf den Fuß, aber er traf einen Abpraller nicht richtig und jagte die Murmel über das Paderborner Gehäuse. Weitere vier Minuten waren vergangen, als sich lähmendes Entsetzen im weiten Stationrund breitmachte. Anthony Syhre zog bei einem Abwehrversuch Dennis Srbeny das Standbein weg, Schiri Welz entschied sofort auf Strafstoß, den der Gefoulte mit Etwas Glück, Hesl war mit den Fingerspitzen dran, zum 2:0 verwandelte. Kurz darauf forderten die Kickers Anhänger auch für ihr Team einen Strafstoß. Maximilian Ahlschwede war bei einem Zweikampf mit Sebastian Wimmer zu Boden gegangen, Schiedsrichter Wels bewertete diese Aktion, wohl zu recht, als eine Schwalbe des Kickersangreifer und zückte die gelbe Karte. In der 71. Minute rettet Hesl mit einer weiteren Großtat gegen Michel. Als die Partie schon gelaufen schien, schlugen die Kickers in der 83. Minute zu. Felix Müller spielte seine Schnelligkeit aus, lief der Paderborner Abwehr davon und ließ dem SC-Keeper Leopold Zingerle keine Abwehrchance. Die Gäste schienen geschockt und mussten zwei Minuten später durch Sebastian Neumann, der nach einer Ecke aus kurzer Entfernung erfolgreich war, den Ausgleich hinnehmen. Die Kickers waren scheinbar wegen des überraschenden Erfolgs noch nicht bei der Sache, als 60 Sekunden später Sven Michel von der linken Seite frei zum Schuss kam, Hesl noch abwehren konnte, aber der eingewechselte Marlon Ritter zur Stelle war und zum 3:2 Siegestreffer einschioß.

 

"Das war ein glücklicher Sieg. Glücklich deshalb, weil wir am Ende noch so in Bedrängnis geraten sind. Nach dem 2:2-Ausgleich war das Spiel eigentlich durch, das darf uns nicht passieren", sagte SC-Trainer Steffen Baumgart nach der Partie.

Kickers Coach Stephan Schmidt sagte bei der Pressekonferenz: „Wir haben an uns geglaubt und darum ist es bitter, dass wir kurz nach dem Ausgleich das 2:3 bekamen. Wie dann die Fans die Spieler verabschiedet haben, da habe ich eine Gänsehaut bekommen.“

 

AUFSTELLUNG

Würzburg: Wolfgang Hesl – Maximilian Ahlschwede, Anthony Syhre, Sebastian Neumann, Kai Wagner– Emanuel Taffertshofer, Sebastian Schuppan (69. Simon Skarlatidis) – Patrick Göbel, Dennis Mast, Felix Müller – Orhan Ademi (69. Dominic Baumann).

Paderborn: Leopold Zingerle – Lukas Boeder, Sebastian Wimmer, Sebastian Schonlau, Felix Herzenbruch – Robin Krauße, Massih Wassey (64. Marlon Ritter) – Ben Zolinski, Christopher Antwi-Adjej (75. Thomas Bertels) – Dennis Srbeny, Sven Michel.

DATEN

Tore: 0:1 Sven Michel (14.), 0:2 Dennis Srbeny (65./Foulelfmeter), 1:2 Felix Müller (82.), 2:2 Sebastian Neumann (84.), 2:3 Marlon Ritter (85.).

Gelbe Karten: Neumann (22.), Ahlschwede (67.), Taffertshofer (67.) – Krauße (53.), Ritter (72.).

Rote Karte: Mast (9.).

Schiedsrichter: Tobias Welz (FC 1934 Bierstadt).

Assistenten: Rafael Foltyn (TSG 1846 Mainz-Kastell) und Katrin Rafalski (TSV Besse)

Zuschauer: 5.107.


Von: SIGGI