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Der Schonunger Ringer Valeri Kelsch wurde Dritter bei der Vetaranen-WM

09.10.2011

Raciborg / Schonungen - Erstmals startete der 44-jährige Valeri Kelsch, einstiger Leistungsträger der Schonunger Ringer, bei den alljährig stattfindenden Veteranen-Weltmeisterschaften in Raciborg/Polen. Kelsch kämpfte in der Altersgruppe B (41 bis 45) bis 97 Kilogramm. 14 Teilnehmer waren dabei.


Trainer Thomas Rösner (auf dem Foto links neben Kelsch) versuchte seit Jahren, ihn davon zu überzeugen, einmal teilzunehmen. Rösner wusste, dass Kelsch zu seiner aktiven Zeit in Russland dreimal Russischer Meister wurde, jedoch gaben die Behörden ihm nie die Möglichkeit, wegen seiner Deutschstämmigkeit seine Weltklasse unter Beweis zu stellen. Frustriert darüber hörte er im Alter von 23 Jahren mit dem Ringen auf und fing mit 27 Jahren in Schonungen wieder an. Nachdem auch sein Jugendfreund Albert Nurov (42, KSV Köllerbach) an einer Teilnahme Interesse zeigte, puschten sich beide gegenseitig hoch und intensivierten in den vergangenen fünf Wochen den Trainingsaufwand.

Nach einem Abschlusstraining letzten Mittwochabend fuhr Trainer Rösner mit zwei Sportlern durch die Nacht nach Raciborg. Am Donnerstag früh um 9 Uhr musste die Teilnahme mit einer Zahlung von 620 Schweizer Franken bestätigt werden. Danach erfollgte eine medizinische Untersuchung aller Teilnehmer, anschließend das Wiegen. Am Freitag um 14 Uhr startete die Weltmeisterschaft mit den Altersgruppen B, D  und F  Die Altersgruppen A, C, F und G kämpften am Samstag und Sonntag. Insgesamt waren über 500 Teilnehmer auf der Matte Olympisieger, Welt-und Europameister zeigten Ringen auf höchsten Niveau. Der jüngste Teilnehmer war 35 und der älteste 70 Jahre alt. Natürlich werden auch bei ihnen die Bewegungen mit zunehmenden Alter etwas langsamer, aber sie alle zeigten den Zuschauern, wie fit der Mensch selbst im gesetzten Alter noch sein kann.

Verbandspräsident Raphael Martinetti eröffnete während einer großen Feier diese Großveranstaltung und bedankte sich bei den Polen für die großartige Planung sowie die ausgezeichneten Rahmenbedingungen. Fernseh und Internet berichteten live an den drei Veranstaltungstagen, insgesamt sahen 6000 Zuschauer tolles Ringen.  

Valeri Kelsch hatte in der ersten Runde ein Freilos. In der zweiten Runde (Viertelfinale) musste der Schonunger gegen den Amerikaner Jeffery Anderson antreten. Gleich zu Beginn der ersten Runde überraschte der RSV-Mann seinen Gegner mit einem Blitzangriff und ging 3:0 in Führung, der Amerikaner konnte in den Schlusssekunden lediglich auf 3:1 verkürzen. In Runde zwei erkämpfte sich Kelsch mit zwei Durchdrehern eine sichere 4:0 Führung. Auch hier konnte der Ami noch auf 4:1 verkürzen.

Im Halbfinale sah sich der Schonunger einen schier übermächtig wirkenden Iraner gegenüber. Nicht nur, dass der Iraner 24 Stunden nach dem Abwiegen wieder für sein Grundgewicht von 105 Kilogramm sorgte, so hat er auch seine beiden ersten Gegner wie Spielbälle aussehen lassen. Von Beginn hatte der Iraner nur ein Ziel, Kelsch sollte ihm nicht zu nahe kommen, Immer wieder drückte der Perser mit seinen riesigen Armen den Schonunger weg. Die Schiedsrichter ermahnten ihn zwar, zogen aber leider keine Verwarnung hervor. So musste im Bodenkampf entschieden werden. Hier machten sich zehn Kilo Gewichtsunterschied bemerkbar. Dem Schonunger fehlte die Substanz, um diesen Koloss zu bewegen.  Da er keine Wertung schaffte, gewann der Perser die erste Runde mit 1:0.

Die zweite Runde sah ähnlich aus wie die erste aus, jetzt hatte der Iraner beim Stand von 0:0 die Möglichkeit, in der Oberlage eine Wertung zu erzielen. 26 Sekunden lang konnte der Schonunger alle Angriffe seines Gegners abwehren, das waren genau vier Sekunden zu wenig. Kelsch gab eine Rolle und somit zwei Punkte ab. Der Iraner gewann zwei Stunden später das Finale mit den Rundenergebnissen 5:0 und 6:0. Daraus ist zu erkennen, dass der Schonunger wohl der Zweitstärkste im Feld war.

Natürlich waren Trainer und Sportler über das verpasste Finale kurzeitig enttäuscht, jedoch war der Kampf um Platz drei sicher, somit mussten sich beide schnell wieder sammeln und auf das kleine Finale konzentrieren. Dort sollte der Pole Jacek Sidorowicz der Gegner werden. Zielstrebig und völlig unbeeindruckt von den polnischen Anfeuerungsrufen griff der Schonunger seinen Kontrahenten an. Der Pole zeigte sich sehr überrascht, was der clevere Valeri Kelsch spürte und auch gleich auszunutzen wusste. Nach einer Minute legte Kelsch mit einem schnell gezogen Hüftschwung den Polen auf die Schultern. Das gesamte deutsche Lager freute sich mit dem RSV-Mann über den dritten Platz.

Im Übrigen erkämpfte der vom Schonunger Trainer betreute Albert Nurov souverän in der 63 Kilo-Klasse die Goldmedaille. Insgesamt gewann Deutschland dreimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze.     


Von: Michael Horling