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Die Stadtwerke Schweinfurt und die Energiewende: Auf der Suche nach Standorten für den Bereich Windkraft

28.02.2012

Schweinfurt - Das Thema Energiewende ist in aller Munde. Auch die Stadtwerke Schweinfurt GmbH als regionales Energieunternehmen ist sich der Bedeutung des Ausbaus regenerativer Energieformen bewusst. Aus diesem Grund hat man eine Projektgruppe ins Leben gerufen. Das Engagement zeigt sich jedoch auch an anderen, bereits umgesetzten Projekten und Fakten.


Betrachtet man die Strommengen, die im Jahr 2010 durch das Netz der Stadtwerke Schweinfurt geleitet wurden, sieht die Energiebilanz für Schweinfurt sehr positiv aus. Immerhin bereits 119,4 Millionen Kilowattstunden lassen sich als umweltfreundlich erzeugte Strommenge klassifizieren. Dazu zählt unter anderem der Wasserkraftstrom aus dem Mainkraftwerk Schweinfurt sowie der Strom aus dem Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS), an dem die Stadtwerke ebenfalls beteiligt sind und das auf die Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung setzt. Die so umweltfreundlich gewonnene Strommenge deckt nicht nur den Gesamtverbrauch aller Haushaltskunden der Stadtwerke ab, welcher bei rund 100 Millionen Kilowattstunden liegt, sondern auch einen großen Teil der kleineren Gewerbekunden. Die Zahlen für das Jahr 2011 liegen noch nicht in ihrer Gesamtheit vor. Bekannt ist jedoch bereits, dass im Bereich Photovoltaik mit 2526 kWp 31 Prozent mehr Leistung an das Netz der Stadtwerke angeschlossen wurde als im Vorjahr.

Die Abwärme des GKS wird von der Stadtwerke Schweinfurt GmbH außerdem für den Betrieb eines eigenen Fernwärmenetzes genutzt, dieses hat eine Gesamtlänge von 40 Kilometern. So ist in das Heizkraftwerk des GKS eine thermische Abfallbehandlungsanlage integriert, in der die Abfälle der Region entsorgt werden und aus denen regenerative Energie gewonnen wird.

Wer an umweltfreundlicher Stromerzeugung interessiert ist, hat daneben die Möglichkeit mit dem Produkt SWnature reinen Ökostrom von den Stadtwerken Schweinfurt zu beziehen. Der Strom des SWnature wird zu 100% aus Wasserkraft erzeugt und ist TÜV-zertifiziert. Aus den Erlösen des SWnature-Angebots wurden im Übrigen bislang bereits rund 25.000 Euro in die Photovoltaik-Anlage der „Bürgersolar Schweinfurt GmbH & Co. KG 1“ investiert.

Im September 2011 wurde schließlich eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die inzwischen vier Mitarbeiter umfasst. Deren Aufgabe ist es, konkrete Konzepte zur Erzeugung erneuerbarer Energien zu entwickeln. Während die Stromerzeugung bis zum Aufflammen der Energiewende in der Regel die Aufgabe großer Energieerzeuger war und zentral in großen Kraftwerken geschah, wird sie mit dem Zuwachs erneuerbarer Energien zunehmend dezentralisiert. Dieser Herausforderung wollen sich auch die Stadtwerke Schweinfurt stellen.

Die Schwierigkeit größerer Projekte, beispielsweise im Bereich Windkraft liegt darin, dass sie hohe Investitionssummen voraussetzen, da sie in der Regel auf eine Betriebszeit von mindestens zwanzig Jahren ausgelegt sind. Gleichzeitig sind sie aber auch mit großen Risiken verbunden, da Planung und Windstandort mit einem hohen Unsicherheitsfaktor behaftet sind. Dies gilt insbesondere für die Region Schweinfurt, die als vergleichsweise windschwach eingestuft wird. Die Projektgruppe wird in ihren Bemühungen durch einen externen Partner unterstützt, der langjährige Erfahrung mitbringt und helfen soll, die Risiken solcher Projekte zu minimieren. Derzeit ist man auf der Suche nach geeigneten Standorten, für die zunächst Machbarkeitsstudien erstellt werden müssen, bevor es an die Umsetzung geht. Geprüft werden Windparkprojekte mit ein bis drei Windrädern und einer Leistung von je 2 bis 3 Megawatt. Eine solche Windkraftanlage produziert je nach Standort 4,5 bis 6,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 1400 3-Personenhaushalten. Zudem prüft man bereits entwickelte regionale und überregionaleProjekte in Hinblick auf eine Beteiligung oder einen Erwerb.

Neben dem Thema Windenergie widmet sich die Projektgruppe auch Projekten in den Bereichen Photovoltaik und Biogas. So ist beispielsweise eine 40kWp-Solar-Anlage auf dem Dach des Neubaus der FH Schweinfurt geplant. Daneben werden auch die eigenen Gebäude der Stadtwerke in Hinblick auf die Installation entsprechender Anlagen überprüft. Ein großer Themenkomplex also, dem man sich nachhaltig und wirtschaftlich fundiert annehmen möchte.

Beitrag und Foto stellten die Stadtwerke Schweinfurt zur Verfügung. Erschienen ist der Artikel im neuen SWJournal. Das Kundenmagazin wird derzeit gratis an alle Haushalte verteilt.


Von: Michael Horling