Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Ein Towersun gegen das schwarze Loch: In Niederwerrn steht für die Fußballer und Radfahrer eine solarbetriebene Straßenlaterne

01.08.2011

Niederwern / Niederlauer - Die Namensähnlichkeit der beiden Orte mag Zufall sein. Jedenfalls verschlug es die Mitarbeiter der Firma Ortner (Verkehrs- und Werbetechnik) deshalb aus Niederlauer bei Bad Neustadt nach Niederwerrn bei Schweinfurt, weil dort nun die erste Solar-Straßenlaterne der Region steht, die ein Schraubenfundament besitzt. Die Firma Ortner ist Partner der Firma Krinner aus Straßkirchen, die diese netzunanhängige Leuchte namens Towersun vertreibt. Die Niederwerrner entschieden sich für dieses Modell, nachdem sie am Hauptfeld des Sportplatzes länger schon zwei Solarlampen stehen haben.


Die Towersun-Leuchte hat ihren Platz neben der Unterführung auf der anderen Seite der Bundesstraße bekommen. "Die Fußballer haben sich beklagt, dass sie in ein schwarzes Loch laufen", erklärt Bürgermeister Peter Seifert. Die Trainingsplätze befinden sich auf dieser Seite, der Versuch, im Tunnel selbst eine Beleuchtung einzubauen, scheiterte an der sinnlosen Zerstörungswut. Umziehen müssen sich die Fußballer aber im Heim am Hauptplatz. Nun brennt ohne Strom eine Solarlampe, sparte sich die Gemeinde auch die Kabelarbeiten, was den Erwerb der neuen Lampe möglich machte. Denn die kostet natürlich ein paar Euro mehr als herkömmliche Straßenlaternen. Über 50.000 Stunden Lebensdauer verspricht das Leuchtmittel, nach sechs Jahren sollte der Akku gewechselt werden.

Mit Bodendübeln wird der Towersun mit seinen acht Modulen, monokristalline Siliziumzellen, verankert. "Er kann jederzeit wieder raus", sagt Joachim Ortner über die "Turmsonne" und spricht von einem eventuellen Fest der Niederwerrner auf dem Platz gegenüber, zu dem man die Solarlampe kurzfristig wieder versetzen könnte. Auch für den Privatgebrauch tauge das Modell, das vom Einbruch der Dämmerung bis in die Früh leuchten - und per Zeitmanagement natürlich auch ausgeschaltet werden kann. Für eventuelle Zeiten tief in der Nacht, wenn an der Stelle, an der auch der Radweg vorbeiführt, kein Licht benötigt wird.

Als "vorausschauende Kommune" bezeichnet Ortner die Niederwerrner, die nach einem zweiwöchigen Test zugriffen. "Der VfL wollte Licht und nichts bezahlen", sagt der Bürgermeister über den Fußballverein schmunzelnd und meint damit die Stromkosten. Als es unlängst darum ging, im Gemeinderat über die neue Beleuchtung auf 900 Metern in der Kautzenstraße zu beraten, da entschieden sich die Niederwerner aber für die herkömmlichen Straßenlaternen.

Auf dem Bild von links: Bauhofleiter Thomas Gerlach, Joachim Ortner, Niederwerrns Bürgermeister Peter Seifert und Bauamtsleiterin Margot Friedrich.


Von: Michael Horling