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Erntearbeiten wie früher

30.09.2019

Herbst- und Kelterfest im Kirchenburgmuseum


Wie schwer ist wohl ein Strohballen? Das dürfen Besucher beim „Herbst- und Kelterfest“ im Kirchenburgmuseum Mönchsondheim schätzen. Bei dem Fest für die ganze Familie am Sonntag, 6. Oktober 2019, von 11 bis 18 Uhr steht der Herbst als Ernte- und Festzeit auf dem Land im Mittelpunkt. An verschiedenen Plätzen des Freilandmuseums können die Besucher traditionelle Erntearbeiten erleben, zum Beispiel das Dreschen von Getreide oder das Keltern von Äpfeln und Trauben. Besucher dürfen auch mit anpacken, etwa beim Buttern im historischen Butterfass. Mit viel Liebe werden fränkische Leckereien zubereitet, die heute nicht mehr überall zu finden sind.

 

Historische Erntearbeiten

Im Dorf Mönchsondheim kommen vor der historischen Kulisse des alten Rathauses wie früher Dreschflegel zum Einsatz, um die Körner aus den Ähren des geernteten Getreides herauszuschlagen. Für die Trennung der Spreu vom Weizen sorgt im Anschluss die Windfege. Der technische Fortschritt gegen Ende des 19. Jahrhunderts wird mit der über Transmissionsriemen angetriebenen Dreschmaschine lebendig. Darüber hinaus führen die Mönchsondheimer das Hobeln und Einstampfen von Weißkraut und das „Aufbocken“ eines Kleebocks vor.

 

Keltern und Buttern

Im Landkreishof zeigt das Museum wie Äpfel und Trauben mit Hilfe einer Obstmühle und einer Kelter zu Saft gepresst werden. Bei der Herstellung von frischer Butter und Buttermilch dürfen Klein und Groß selbst Hand an das historische Butterfass legen. Zur Belohnung dürfen nach der Arbeit Saft, Butter oder Buttermilch probiert werden.

 

Historische Bäckerei im alten Rathaus in Betrieb

Bereits beim Bau des Rathauses von Mönchsondheim 1557 richtete man im Erdgeschoss eine Bäckerei ein und verpachtete diese. 1927 erfolgte der Umbau zu einer Gemeindebäckerei, die bis 1958 in Betrieb war und heute noch in diesem Zustand im Museum zu sehen ist. Als Attraktion am Herbstfest nimmt das Museum die alte Bäckerei wieder in Betrieb und zeigt Nutzung und Funktion des alten Ofens. Das dabei entstehende Backgut kann direkt in der Backstube gekauft werden.

 

Traditionelle Leckereien

Für das leibliche Wohl sorgen die Dorfbewohner am Dorfplatz unter den Linden mit schmackhaften Kartoffeln aus dem Kartoffeldämpfer samt würziger Krautwurst, Presssack oder Quark. Als Nachtisch gibt es frisch gebackene Waffeln oder leckere "Apfelkräpfli" mit Vanillesoße. In der Gaststube des historischen Gasthauses „Schwarzer Adler“ wird Kaffee und leckerer Kuchen vom Blech verkauft. Außerdem hat die Museumsschänke „Goldene Krone“ geöffnet, die fränkische Küche sowie Kaffee und Kuchen anbietet.

 

Aktuelle Sonderausstellung

An diesem Tag gelten die normalen Eintrittspreise für das Museum, die Dauerausstellungen in den Museumsgebäuden sind geöffnet. Im Obergeschoss des historischen Gasthauses „Zum Schwarzen Adler“ lädt die aktuelle Sonderausstellung „Wenn, Herr, einst die Posaune ruft – 50 Jahre Posaunenchor Mönchsondheim“ zu einem Besuch ein. Sie bietet anlässlich des 50. Gründungsjubiläums des Posaunenchors Mönchsondheim Einblicke in das Vereinsleben des Posaunenchors und stellt die allgemeine Entwicklung der Posaunenchöre in Deutschland und in Bayern dar.

 

Mit dem Bocksbeutel-Express ins Museum

Wer das Auto stehen lassen möchte, kann beim Herbstfest den Bocksbeutel-Express nehmen. Er fährt um 10.00 Uhr und 12.00 Uhr ab Iphofen Bahnhof nach Mönchsondheim, Rückfahrt um 11.27 Uhr, 13.27 Uhr und 18.48 Uhr. Von Uffenheim aus startet die Buslinie um 10.50 Uhr und 12.50 Uhr Richtung Mönchsondheim, Rückfahrt um 12.12 Uhr und 17.28 Uhr.

 

In-situ-Freilandmuseum

Das Kirchenburgmuseum Mönchsondheim ist ein ganz besonderes Freilandmuseum ganz in der Nähe der mittelalterlichen Weinstadt Iphofen (Landkreis Kitzingen): alle zum Museum gehörenden Gebäude des Dorfes Mönchsondheim stehen immer noch vor Ort („in situ“) an ihrem Originalstandort und sind Teil einer lebendigen Dorfgemeinschaft. Entdecken Sie die Kirchenburg mit der Pfarrkirche, das Rathaus mit Bäckerei und Posthilfsstelle, das historische Gasthaus „Zum Schwarzen Adler“ mit Kegelbahn und Kräutergarten, einen Kleinbauernhof, zwei Schulmuseen aus unterschiedlichen Zeiten und eine archäologische Grabungsfläche. Die Gaden und Keller der Kirchenburg beherbergen eine zeitgemäße Dauerausstellung, die auch mit moderner Medientechnik erlebbar wird. Hier erfahren Sie Wissenswertes über Kirchenburgen, dörfliches Handwerk, Weinbau in Franken und das mainfränkische Dorf.

Die Dreschflegel im Einsatz neben der Dreschmaschine. XXX Beim Herbstfest im Kirchenburgmuseum werden Trauben und Äpfel gekeltert. (Foto: Kirchenburgmuseum Mönchsondheim; Fotograf: Reinhard Hüßner)

Von: S. Thomas/S. Himsel