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Friedliche Silvesternacht trotz Dauereinsatz

01.01.2011

Unterfranken - In den meisten unterfränkischen Städten und Gemeinden ist es zum Jahreswechsel friedlich geblieben. Trotzdem waren die unterfränkischen Polizeibeamten die ganze Nacht im Dauereinsatz und kümmerten sich um zahlreiche Betrunkene und Randalierer. In der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken gingen in der Silvesternacht rund 670 Notrufe aus dem gesamten Regierungsbezirk ein. Daraus ergaben sich über 240 Einsätze, welche die Polizeibeamten vor Ort bewältigen mussten. In ganz Unterfranken hatten es die Polizisten mit über 40 Körperverletzungsdelikten und zahlreichen Streitigkeiten zu tun. Ferner kam es auch zu zahlreichen Sachbeschädigungen und es gab mehrere kleine Brände, die durch Feuerwerkskörper verursacht worden waren.


In Mainaschaff im Landkreis Aschaffenburg war es wohl ein Silvesterböller, der besonders erheblichen Schaden anrichtete. Hier war bereits am frühen Nachmittag der Dachstuhl eines Nebengebäudes in Brand geraten und vollkommen ausgebrannt. Eine Frau wurde leicht verletzt, den Schaden schätzt die Polizei auf über 100.000 Euro. Viele kleinere Sachbeschädigungen durch gezündete Feuerwerkskörper beschäftigten Feuerwehren und Polizei die ganze Nacht über. In der Aschaffenburger St. Martinsgasse war es kurz nach 00.30 Uhr offenbar eine Silvesterrakete, die auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses einschlug und Mobiliar in Brand setzte. Ein 17-Jähriger wurde im Zuge seiner Löschversuche leicht verletzt und kam ins Krankenhaus. Der Schaden beläuft sich auf etwa 2.000 Euro.

In Mömlingen im Landkreis Miltenberg wurde kurz nach Mitternacht ein 10-jähriges Mädchen durch einen China-Böller, welcher unmittelbar neben der Hand des Kindes explodierte, leicht verletzt.

In der Würzburger Innenstadt verliefen die Silvesterfeierlichkeiten weitgehend friedlich. Circa 2.500 Personen begrüßten das neue Jahr und feierten im abgesperrten Bereich rund um den Vierröhrenbrunnen. Zahlreiche Einsatzkräfte der Würzburger Polizei sorgten für die Einhaltung der städtischen Auflagen und kontrollierten gemeinsam mit dem Sicherheitsdienst das Verbot, Glasflaschen und Feuerwerkskörper mit in den abgesperrten Bereich zu nehmen.

Die im Vorfeld des Silvester-Einsatzes angekündigten Jugendschutzkontrollen waren insofern erfolgreich, dass am Samstagfrüh gegen 00:30 Uhr ein 15-Jähriger aus dem Landkreis Würzburg an der Kontrollstelle in der Langgasse angehalten wurde. Er hatte Feuerwerkskörper dabei, für deren Umgang man mindestens 18 Jahre alt sein muss. Selbstredend wurden die Utensilien sichergestellt. Erschwerend kam hinzu, dass der Jugendliche bei einem freiwilligen Alko-Test einen Wert von 1,86 Promille erreichte. Damit fand die Silvester-Feier für ihn ein abruptes Ende in Form einer Gewahrsamnahme. Eine gute Stunde später holte die Mutter ihren Sprössling in der Polizeidienststelle ab.

Gut gerüstet zeigte sich die Polizei in der Untermain-Metropole Aschaffenburg.Zahlreiche alkoholisierte Personen riefen bei Streitigkeiten die Ordnungshüter auf den Plan, dennoch verliefen auch hier die Neujahrsfeierlichkeiten weitestgehend friedlich. In Stockstadt im Landkreis Aschaffenburg setzten Unbekannte durch eingeworfene Feuerwerkskörper zwei Altkleidercontainer in Brand. Diese wurden dadurch ganz erheblich in Mitleidenschaft gezogen. In Erlenbach im Landkreis Miltenberg fing eine Mülltonne durch Feuerwerksraketen Feuer und verkokelte die Hauswand eines Einfamilienhauses. In Leidersbach wurden, wie in zahlreichen weiteren Gemeinden, mehrere Briefkästen „gesprengt“.

Auch in der Schweinfurter Innenstadt blieben die Silvesterfeierlichkeiten überwiegend friedlich. Auch hier musste die Polizei jedoch die ganze Nacht über immer wieder zu Körperverletzungen und Streitigkeiten fahren, um die Situationen zu entschärfen und Streit zu schlichten. Außerdem kümmerten sich die Beamten der Schweinfurter Polizei um Betrunkene - auch Unverbesserliche, die sich noch ans Steuer setzten -  und zahlreiche Sachbeschädigungen wie z. B. brennende Mülltonen.  

In der Frühlingstraße brachen Unbekannte kurz vor 02.00 Uhr den Tankdeckel eines geparkten Mini auf und zündeten diesen an. Die hinzugerufene Feuerwehr hatte das Feuer zwar rasch unter Kontrolle, konnte jedoch nicht verhindern, dass die Flammen auch auf den Innenraum des Fahrzeugs übergriffen. An einem weiteren in der Niederwerrner Straße abgestellten Wagen, einem VW Passat, versuchten die Brandstifter selbiges, jedoch griffen hier die Flammen nicht auf den Pkw über. Offenbar dieselben Täter waren es, die in der Frühlingstraße an einem Ford und einem Dacia, sowie in der Marsstraße an einem Opel, die Tankdeckel abschraubten. Jetzt ermittelt die Kripo und bittet um Zeugenhinweise unter Tel. 09721/ 202-1731.

Einen teuren „Silvesterscherz“ erlaubten sich Unbekannte in der Niederwerrner Straße. Sie warfen einen dort geparkten Pkw auf dessen rechte Fahrzeugseite und richteten dabei nicht unerheblichen Schaden an. In Geldersheim brannten zehn Mülltonnen.

Auch in der Region Main-Rhön hatte die Polizei alle Hände voll zu tun. In Hammelburg schlug ein 16-jähriger seinem Kontrahenten ins Gesicht, so dass dieser durch den Rettungsdienst medizinisch behandelt werden musste. Als der Rettungsdienst in der Wohnung eingetroffen war und den Verletzten versorgen wollte, bedrohte der Jugendliche die Rettungsassistenten, um die medizinische Versorgung des Verletzten zu verhindern. Erst nach dem vier Polizeibeamte den Jugendlichen gefesselt hatten, konnte der Geschädigte durch den Rettungsdienst behandelt werden. Da der 16-Jährige zudem erheblichen Widerstand gegen die polizeilichen Maßnahmen leistete und die eingesetzten Rettungsassistenten und Polizisten beleidigte, erwartet ihn nun neben einer Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung auch eine Anzeige wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

In Bischofsheim geriet ein leer stehendes Gebäude in Brand. Verletzt wurde niemand, auch der verursachte Sachschaden blieb gering. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde.


Von: Michael Horling