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Goodbye blue sky...

12.04.2013

Landkreis Schweinfurt: Das Wettergeschehen hat eigentlich oft die Aufmerksamkeit des Menschen. Ist es doch allgegenwärtig und das Gelingen menschlichen Tuns und Treibens hängt oft vom Wetter ab. Wer aus der Stadt oder dem Büro und sonstigen Räumlichkeiten kaum rauskommt registriert eigentlich mehr oder minder nur den Helligkeitsgrad und die Temperatur der Umgebung. Bleigrau oder tiefes Himmelblau am Firmament, zarter Morgennebel oder Industriedunst in niederen Lagen, Fönwolken oder Flugzeug-Kondensstreifen-was sich da oben tut weiß doch vielleicht nur noch der Schäfer zu deuten. Ansonsten gibt es ja den deutschen Wetterdienst,sogar mit Pollenwarnung und Biowetter. Seit neuesten wird ganz human unterschieden zwischen angezeigter und gefühlter Temperatur.

 

Viele Menschen wundern sich nun langsam,warum es diesen Winter so dunkel geblieben ist, die Sonnenscheindauer ist bis dato weit unter Durchschnitt. Die Kälte hält bis weit in den Frühling, die Keimphase der Vegetation kommt nur schwer in Schwung. Spargelbauern befürchten jetzt schon Verluste. Es bräuchte jetzt Temperaturen im zweistelligen Bereich und auch etwas Regen, damit die Ernte im allgemeinen gut wird. Vor allem keine Nachtfröste mehr. Daß so wenig Sonnenschein vorhanden ist, legt sich auf das Gemüt.Es nährt Spekulationen, Zufall sagen die Einen, Klimawandel sagen die Anderen. Die koronalen Massenauswürfe der Sonne im letzten Jahr oder der Ausbruch des Ejafjallajökull in 2011 werden verdächtigt. Das Phänomen macht ratlos, überhaupt das ganze Klimageschehen.

 

Tatsache ist, man kann oft beobachten, wie der rege Flugverkehr und dessen Emissionen über unseren Köpfen dafür sorgt, daß es oft schon im Laufe des Vormittags zuzieht, sobald ein Dutzend und mehr Kondensstreifen am Himmel erscheinen. Sie lösen sich nicht auf, sondern persistieren, bilden oftmals unnatürliche Wolken und decken das Himmelsgewölbe in eine milchig weiße Schicht, manchmal in eine bleigraue Farbe übergehend. Kaum daß einmal ein Tag die Sonne scheint, ist am nächsten Tag die Herrlichkeit vorbei und es regnet oft in Strömen. Schöne Cirruswolken sieht man immer seltener. Regenfälle sind oft schwer und langanhaltend. Sie führten zu gehäuftem Bewuchs der Bäume von allerlei Flechten,Moosen und Pilzen, Äste und Stämme werden sehr morsch. Auch Häuserfassaden und Bauwerke werden schwer in Mitleidenschaft gezogen.

 

Wer die Natur kennt, sieht die Veränderung der Vegetation in der Landschaft durch das in den letzten Jahren instabiler gewordene Wettergeschehen. Schönwetterphasen gibt es nur noch bei Inversionswetterlage und das kann im Sommer schnell zu Smog,hohen Ozonwerten und Trockenperioden führen. Kaum einmal hatte man diesen Winter eine gute Fernsicht. Tritt dies auch im Sommer auf, wird weniger Sonneneinstrahlung zu Ertragsminderung in der Landwirtschaft führen. Und Sonnenkollektoren erweisen sich dann als energietechnischer Witz. Die Theorie des Treibhauseffekts ist schon fast überholt in der bisher propagierten Form. Eiszeit durch Erderwärmung (Temperatur des Jetstream im Atlantik wird durch Abschmelzen der Eiskappen verändert) lautet der neue Slogan.

 

Sonst hieß es Klimaerwärmung, jetzt heißt es Klimaveränderung. Erinnert an die Aussagen von Wissenschaftlern im Dienste der Lebensmittelindustrie,die alle paar Jahre ihre Aussagen revidieren über die Wirkung der Ernährung auf unser Dasein. Flora und Fauna der näheren Umgebung ist den meisten Menschen eigentlich schon fremd geworden. Es gibt Kinder, die meinen, daß Kühe lila sind und Küken aus Überraschungseiern schlüpfen. Kaum einer kann zehn heimische Vogelarten benennen. Für was auch. Justin Bieber, Bier- und Automarken, die neuesten Markenklamotten und die Aussagen von Heidi Klum oder ähnliches, sind doch viel wichtiger. Die hemmungslose Verschmutzung der Luft, des Wassers, der Böden und somit auch der Nahrung durch Industrie- und Autoabgase, Pestizide und sonstige Chemikalien, Vermüllung der Landschaft, der Meere und des Erdorbits gigantischen Ausmaßes sprechen eine deutliche Sprache. Die Liste ist endlos.

 

Gleichzeitig wird unendliches Leid über Mensch und Tier gebracht. Nie da gewesene Ausbeutung in Massentierhaltung und Versuchslaboren;lukrativer Sklavenhandel und Prostitution mit Menschen aller Altersgruppen armer Länder. Wir hier leben auf einer Insel der Glückseligen mit sauberen Parks, hochentwickelten Städten und schmucken Dörfern.Das Umweltbewusstsein in Deutschland ist vorbildlich. Doch in vielen anderen Ländern der Erde werden Umweltschutzbestimmungen der letzten Jahre wieder gekippt, sei es aus Armut oder Profitgier. Man möchte sich wünschen, daß jede Art von Verschmutzung sofort gestoppt wird, schließlich will man ja eine lebenswerte Umwelt seinen Kindern und Kindeskindern hinterlassen, aber spätestens bei diesem Gedanken wenden wir uns doch lieber wieder unserem Wellnessprogramm, dem Karibik-Urlaub und geplanten Spaßfaktoren für das Wochenende zu....man vergißt, daß alles was existiert eigentlich von der Natur kommt. Wie sagte Häuptling Seattle: “Erst wenn der letzte Fisch gegessen, der letzte Baum gerodet und der letzte Fluß vergiftet ist, werdet ihr merken, daß man Geld nicht essen kann. “ Ist doch so-oder?

 


Von: TS