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Großbardorf hofft auf über 2000 Fans beim Derby am Mittwoch - Waios Dinudis will gegen den FC 05 Werbung in eigener Sache machen

01.08.2011

Großbardorf / Schweinfurt - Die Qualifikation zur neuen Regionaliga Bayern wird kein Selbstläufer. Vor dem großen Derby am Mittwoch wissen das der TSV Großbardorf und der FC Schweinfurt 05, die vor dem Aufeinanderteffen Seite an Seite in der Tabelle nach drei Spieltagen Positionen einehmen, mit denen es nach dieser Saison in die Verlängerung ginge. Der Zehnte tritt im Grabfeld beim Elften an, nur der Sieger der Partie würde vorerst auf einen Rang rutschen, mit dem es nach 34 Spieltagen automatisch in die 4. Liga ginge. Noch entscheidet sich nichts, die Brisanz aber steckt ja ohnehin im Nachbarschaftskampf, zu dem mal wieder um die 2000 Zuschauer erwartet werden. Der Vorverkauf und die Wetterprognosen lassen eine solche Kulisse erwarten.


Einer, der sich bei den Galliern nach drei Jahren Abstinenz sofort wieder einen Stammplatz ergatterte, ist Christian Heilmann. Von seinem Heimatverein BSC Lauter kam der 25-jährige diesen Sommer zurück ins Grabfeld. Nach drei Jahren. 2008 war es, als Heilmann eine Ausbildung zum Vermögensberater begann. "Damals fehlte mir einfach die Zeit für drei Mal Training pro Woche", erklärt er heute, warum er zunächst zu Post Bad Kissingen wechselte, wo er ein halbes Jahr lang mit Erwin Gergely zusammenspielte. Ehe eben Lauter rief, weil damals in der Winterpause ein neuer Trainer gesucht wurde. Heilmann übernahm in Doppelfunktion. Heute ist seine Ausbildung geschafft, sitzt er in Oberthula in einem Gemeinschaftsbüro mit insgesamt sieben Vermögensberatern. Mit Freundin Lena lebt Heilmann in Arnshausen.

Und gekickt wird wieder in Großbardorf. "Der sportliche Reiz" lockte ihn zurück. Hinten rechts in der Viererkette fand Christian Heilmann seinen Platz. Früher spielte er eher im Mittelfeld, auch in den drei Jahren beim FC 05, wo er in der B- und A-Jugend einer der Leistungsträger war, ehe die Insolvenz der Schnüdel den Weg frei machte ins Grabfeld. Zusammen mit Stefan Heinisch wechselte er. Vom damaligen Schweinfurter Jahrgang hütet Klaus Freisinger heute das TSV-Tor. Andere Akteure spielen längst unterklassig oder gar nicht mehr. David Thomas beispielsweise, der ein Jahr in Großbardorf war, ehe ein schwerer Autounfall ihn bremste. Manuel Gröschl fasst nach längerer Krankheit gerade wieder Fuß. Stefan Nöthling hat es nach Sand verscghlagen, Danny Djalek nach Bergrheinfeld oder Philipp Kutzenberger nach Abtswind.

Und damit zu einem anderen Ex-Schnüdel: Elf Tore schoss Waios Dinudis in der vorletzten Saison, zehn dann in der vergangenen. Unbedingt Stammspieler ist der Grieche deshalb dennoch nicht, was aber auch an seinem Job liegt. Als Veranstaltungskaufmann bei Andreas Lamperts XXL SPORTS GmbH war er während der Vorbereitungszeit in Sachen Organisation von Trainingslagern diverser Profi-Fußballteams in halb Europa unterwegs. Insgesamt 18 Profiteams begleitete die Agentur. Dinudis war u.a. mit Panathinaikos Ahten, Galatasaray Istanbul, Rubin Kazan, Panionios Athen, dem 1.FC Nürnberg oder Gaziantepspor in Österreich am Walchsee, in Kitzbühel, Westendorf, Längenfeld und in Deutschland in Bad Wörishofen und Bad Reichenhall. "Ich hab in der Vorbereitung leider nur sechs Einheiten mitmachen können", berichtet der Weitgereiste.

In Rosenheim kam der 27-Jährige nur ganz kurz zum Einsatz, beim Sieg gegen Buchbach gar nicht. In Aindling aber wechselte ihn Trainer Hansjürgen Ragati zur Pause für André Rieß ein - Dinudis bedankte sich mit dem Treffer zum 1:1-Endstand. "Jetzt bin ich heiß auf Mittwoch und will von Beginn an spielen", sagt Dinudis, der natürlich oft an seien Vergangenheit in Schweinfurt denkt. "Ich war als kleiner Junge in der E-Jugend schon beim FC 05 und dann später in der 1. Mannschaft nochmal", erinert sich Dinudis. Als 17-Jähriger feuerte er vom Fanblock aus den aus Bad Neustadt stammenden Matze Gerhardt und die Zweitligatruppe an. Später gehörte der Herschfelder selber zur erweiterten Regionalliga-Mannschaft. Dass er später kurz vor der Insolvenz völlig berechtigt finanzielle Außenstände der Schnüdel per Rechtsanwalt eintrieb, nahmen ihm einige Schweinfurter übel. "Ich bin als Buhmann bei einigen Fans, die die Hindergründe nicht wissen, abgestempelt worden", ärgert ihn heute noch die falsche Einschätzung. Am Mittwoch gibt Waios Dinudis, nebenbei noch mit eigener Bar in seinem Heimatort beruflich mit einigem Standbein, Vollgas für die Gallier. "Ich will am besten zwei Kisten machen, um mich nochmal für nächste Saison für den FC 05 zu empfehlen", lacht er und zwinkert: "Klaus Scheer hat schon gesagt, er braucht noch einen erfahrenen Stürmer..."

In der Tat scheint diese Position momentan die "Problemzone" der Schnüdel zu sein. Als Simon Häcker gegen Frohnlach von der Außenposition ins Zentrum rückte, lief es dank seiner zwei Tore weitaus besser. Doch Nebenmann Cristian "Alex" Dan gelang bislang noch nicht sonderlich viel. Nicht ausgeschlossen, dass die in den beiden Heimspielen nur durch Warnmlaufen aufgefallenen Offensivkräfte Sebastian Kneißl, Wojtek Droszcz und Daniel Mache ihre Saisonpremieren feiern. Ziemlich sicher ist auch der Einsatz von Oliver Kröner an alter Wirkungsstätte von Beginn an. Nachdem er zuletzt drei Mal nur eingewechselt wurde, sorgte der 37-Jährige jeweils für einen Aufschwung.

Fußball-Bayernliga:
TSV Großbardorf - 1. FC Schweinfurt 05 (Mittwoch, 18.30 Uhr)


Von: Michael Horling