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Lernprozess für Lindau: Geschwächte Islanders unterliegen bei starken Schweinfurtern

09.10.2011

Schweinfurt - Freitagssieger trafen aufeinander im unterfränkischen Icedome, zwei Teams, denen durchaus Großes zuzutrauen ist in dieser Eishockey-Saison. Nach Match zwei dieser Runde bleibt festzustellen: Die Mighty Dogs sind gewiss ein Anwärter auf die Meisterschaft, die Islanders aus Lindau sind ebenso stark. Aber eben gegen ausgebuffte Unterfranken vielleicht doch noch nicht stark genug. Beim 4:1 der Schweinfurter am Sonntagabend erwischten die Gastgeber zwei Mal Traumstarts.


Ratz fatz ging´s los, kaum waren die Teams auf dem Eis, schon hieß es 1:0. Nach 40 Sekunden bediente Mikhail Nemirovsky den Neuzugang Igor Filobok. Der traf, und nach der Führung zündeten die Mighty Dogs zunächst derart ein Feuerwerk ab, dass es einen um Lindaus Goalie Michael Gundelach angst und bange werden musste. Trotz des Angriffswirbels aber klingelte es zunächst kein weiteres Mal hinter dem 24-Jährigen. Wobei Lindau nach zehn Minuten ploötzlich mithalten konnte. Bedingt auch durch zahlreiche Strafzeiten der Gastgeber. Phasenweise standen zwei Junge vom Bodensee mehr auf dem Eis. Nun war die Partie ausgeglichen, hielten die Gäste mit.

Doch kaum begann Drittel zwei, schon musste Gundelach wieder hinter sich greifen. Diemal nach sogar nur 35 Sekunden. Erneut bereitete "Nemo" Nemirovsky vor, diesmal vollendete Alexander Funk zum 2:0. Und weil die Schweinfurter mit zwei Mann mehr auf dem Eis danach wiederum durch Filobok zum 3:0 kamen, deutete vieles auf einen gemütlichen Abend für den letztjährigen Meisterschaftsdritten hin. Mighty Dogs gegen Islanders: In der vergangenen Runde war das zwei Mal eine ziemlich einseitige Sache.

Diesmal aber schlugen die Lindauer zurück: Das 3:1 in der 37. Minute durch Mike Dolezal wäre beinahe noch nicht die letzte Antwort im zweiten Drittel gewesen. Doch die einmalige Chance auf das Anschlusstor vergab Dolezal per Penalty: Benjamin Dirksen hielt - und damit war irgendwie der Widerstand der ohne Zdenek Cech (verdrehte sich im letzten Spiel den Fuß) und Jim Nagle (beruflich in Las Vegas) angetretenen Gäste vom Bodensee gebrochen. Zwei absolute Schlüsselspieler fehlten Lindau, das sich trotzdem extrem teuer verkaufte.

Im finalen Abschnitt schossen die Schweinfurter diesmal spät das finale Tor des Abends: Igor Filobok war es, der endgültig alles klar machte. Die Zuschauer sahen eine hektische Partzie mit vielen Strafzeiten. Und am Ende gab es aus Lindauer Sicht einen kleinen Skandal: Mikhail Nemirovsky soll in der Gästekabine Co-Trainer Sebastian Schwarzbart an die Gurgel gegangen sein. "Das ist eine Unsportlichkeit hoch zehn. Sowas habe ich noch nie erlebt", sagt Islanders-Coach Michael Rossi. Während der Partie gab es schon ein Wortgefecht zwischen Schweinfurts Stürmer und dem Funktionär der Gäste. Nach dem Vorfall machten die Islanders einen Zusatzbericht.

Zum Spiel selbst: Rossi gibt zu: "Der Schweinfurter Sieg geht ganz klar in Ordnung, das müssen wir nicht schön reden. Das ist für uns ein Lernprozes, daran arbeiten wir. Riesenprobleme" habe sein Team anfangs gehabt, fand dann zurück, hatte aber nie so richtig die Chancen zur Wende. "Aber wir haben ja auch ohne unsere erste Reihe gespielt und nur mit den Blöcken zwei bis vier." "Das war abslut hochverdient", fand Schweinfurts Sportdirektor Steffen Reiser, "Lindau war aber aggressiv und hat uns das Leben schwer gemacht. Trotz Schiedsrichter haben wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen."

Eishockey-Bayernliga: Mighty Dogs Schweinfurt - Lindau Islanders: 4:1 (1:0; 2:1; 1:0)
Tore: 1:0 (1.) Igor Filobok (Mikhail Nemirovsky), 2:0 (21.) Alex Funk (Mikhail Nemirovsky), 3:0 (30.) Igor Filobok (Mikhail Nemirovksy, Alex Funk - 5:3), 3:1 (37.) Mike Dolezal (Sascha Paul, Michael Waldherr), 4:1 (55.) Igor Filobok (Mikhail Nemirovsky, Alex Funk).
Strafminuten: Schweinfurt 10 plus 10 für Nemirovsky; Lindau 14.
Zuschauer: 1200.


Von: Michael Horling