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Verbraucherzentrale Schweinfurt warnt vor Gefahren im Bereich Telekommunikation und Internet

02.08.2011

Schweinfurt - Die Verbraucherzentrale Schweinfurt zog heute ihre Bilanz für das Jahr 2010 und betonte hierbei, dass vor allem im Bereich Internet und Telekommunikation viel Handlungsbedarf bestünde. Des Weiteren seien auch in den Aufgabengebieten Finanzen und Versicherungen, sowie Energie viele Anfragen zu bearbeiten gewesen.


Die Vielfalt an Möglichkeiten die Internet, Smartphone und Co dem Konsumenten bieten sind grandios. Gewaltig sind aber auch die Gefahren, die sich dort tummeln. Im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten ist es nämlich keineswegs anders als in der „realen Welt“. Auch hier wollen windige Geschäftemacher den Kunden das Geld aus der Tasche ziehen. Die Tricks zu denen sie hierbei greifen, sind in der virtuellen Welt allerdings oftmals schwieriger zu durchschauen als in der realen. Viele Konsumenten gehen den Betrügern deshalb auf den Leim und schließen ungewollt kostspielige Abonnements ab oder leisten hohe Einmalzahlungen. Die Angebote sind zwar meist rechtswidrig. Viele Verbraucher bezahlen allerdings trotzdem und dies sogar oft ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Denn was viele Internetnutzer nicht wissen, die Preisgabe persönlicher Daten kann dazu genutzt werden, vermeintlich abonnierte Dienste über die Handy bzw. Telefonrechnung mit zu verbuchen. Eine Praxis, die von vielen Kunden oftmals entweder gar nicht oder relativ spät bemerkt wird und gehörige Probleme mit sich bringt. Dies liege vor allem daran, dass es den Verbrauchern anschließend sehr schwer falle, den Urheber der jeweils kostenpflichtigen Dienste zu ermitteln, diesem zu kündigen und das abgebuchte Geld zurück zu holen. An diesem Punkt werde dann oftmals die Verbraucherzentrale um Hilfe gebeten, welche in der Regel die Zahlung weiterer Beträge unterbinden kann bzw. beim Zurückholen des geraubten Geldes hilft. Hierin besitze man leider „viel Erfahrung“, so Stefanie Gold von der Verbraucherzentrale Schweinfurt. Denn derartige Delikte seien seit Jahren ein Dauerärgernis.

 

Ebenso unangenehm, dafür etwas neuer seien hingegen Probleme, verursacht durch Smartphonenutzung. Hier lauerten viele Gefahren, die noch über die Standartproblematik von ungewollten Abonnements und Einmalzahlungen hinausgingen. Dies gelte allen voran für Handynutzer ohne Datenflatrates. Besitze man ein Smartphone, gerate man dann schnell in eine Art „Datenfalle“, da viele moderne Programme innerhalb ihrer Standarteinstellungen automatische Updates durchführten, die mit großen Datenmengen verbunden seien. Andere Anwendung wiederum blieben überdies permanent Online und verursachten so ein sehr hohes Datenaufkommen. Selbst im teuren Ausland erfolge dann dieses automatische Einwählen im Hintergrund. Derartiges kann zwar von Seiten der Nutzer in der Regel unterbunden werden. Allerdings ist selbst für erfahrene PC-User dies nicht immer einfach. Unerfahrene, zumeist ältere Smartphonenutzer hingegen bemerkten derartige Zusammenhänge erst anhand der ersten, zweiten oder gar dritten Rechnung. Besonders problematisch sei hierbei die Kombination aus sogenannten Onlinerechnungen und der seltenen Kontrolle der eigenen Kontoauszüge. Dies führe oft zu einem bösen Erwachen und einem dringenden Hilferuf in Richtung Verbraucherzentrale, welche allerdings meist lediglich Schadensbegrenzung betreiben kann und deshalb grundsätzlich zu Datenflatrates und ausgeschalteten Handys im Ausland rät.

 

Alles in allem ist der Verbraucherzentrale sowieso Prävention ein großes Anliegen. Der Alltag bietet viele Fallen und dies nicht nur im Netz. Von einer falschen Versicherung über einen überteuerten Kredit, der falschen Altersvorsorge bis hin zu windigen Urlaubsangeboten und überteuerten Stromtarifen, die Verbraucherzentrale hilft, klärt auf und berät unabhängig und kompetent und dies zu eher symbolischen Preisen. Denn die Mehrheit der entstandenen Kosten zahlt der Staat - im Falle der Verbraucherzentrale Schweinfurt mehrheitlich der Freistaat Bayern, aber auch der Bund und die Kommunen. Nur so ist es möglich, Preise, die in der Regel bei 15 oder 30 Euro liegen, aufrecht zu erhalten. Dies rechnet sich fast ausnahmslos für den Verbraucher. Denn ob Handytarif, Lebensversicherung oder Stromtarif die Preisspannen sind teilweise immens und allen voran bei längerfristigen Entscheidungen das Einsparungspotential gewaltig. Zudem kann man sich bei einer Beratung durch die Verbraucherzentrale sicher sein, nicht „über den Tisch gezogen zu werden“. Was dies Wert sein kann, merkt man spätestens dann, wenn z.B. die abgeschlossene Versicherung, bei Eintritt eines Schadensfalles auch wirklich zahlt und nicht versucht sich möglichst davon zu stehlen.

 

Bild 1: Verbraucher Zentrale Bild 2: Stefanie Gold und Bastian Landorff (Fachberater Verbraucherzentrale)


Von: Norbert Klauth