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Versorgungssicherheit für die Zukunft

19.10.2017

Schalthaus im Umspannwerk Nordheim für über 2,3 Mio. € erweitert und umgebaut


Neuer Glanz für das 20-kV-Schalthaus der Überlandwerk Rhön GmbH (ÜW) im Umspannwerk Nordheim: Der heimische Versorger hat das Gebäude moderni-siert, einen Anbau zur Erweiterung errichtet und damit die Gesamtanlage fit für die Herausforderungen der Zukunft gemacht. Mit der über 2,3 Mio. € Investition zählt diese Baumaßnahme zu den größeren in der Geschichte des kommunalen Stromversorgers.

 

Aufsichtsrat steht hinter dem Unternehmen

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Überlandwerks, Rhön-Grabfelds Landrat Thomas Habermann, stellte in seiner Begrüßung die Wichtigkeit des heimischen kommunalen Stromversorgers heraus: „Vor hundert Jahren wollte keiner der umliegenden Regionalversorger in die Stromversorgung in der Rhön investieren. Dieses rentiere sich nicht.“ So haben sich die Bürgermeister der Städte und Gemeinden der Rhön zusammengetan und mit dem Überlandwerk ihr eigenes Kommunalunternehmen gegründet. Die Gemeinschaft hat sich seit fast hundert Jahren bewährt und mit dem Appell zur Fortführung der Konzessionsverträge für die kommenden Jahre warb Habermann für den Erhalt dieser Gemeinschaft. Mit dem Aufsichtsrat und den Gesellschafterbürgermeistern stehe er voll hinter dem Unternehmen.

 

Nordheims Bürgermeister Thomas Fischer unterstrich die Ausführungen des Landrats. Er freut sich, dass mit dem Standort in Nordheim eine zentrale länderübergreifende Funktion durch das Umspannwerk erfüllt wird. Er sei sich mit dem täglichen Blick auf die Anlage sicher, dass die Stromversorgung funktioniert und in guten Händen ist.

 

Planungen bereits seit 2014

Die Planungen für diese große Baumaßnahme begannen schon im Jahr 2014. Dabei zeigte sich der Weitblick der früheren Verantwortlichen, die bereits 1975 ein größeres benachbartes Grundstück für eventuelle Erweiterungsmaßnahmen erwarben. Nach bau- und elektrotechnischer Planung und Genehmigung konnte im Oktober 2015 damit begonnen werden, das außerhalb der Gemeinde Nordheim gelegene Umspannwerk grundhaft instand zu setzen und durch einen Neubau zu ergänzen. Im Mai des Folgejahres stand bereits der Rohbau, so dass mit dem elektrotechnischen Aus- und Umbau begonnen werden konnte.

 

Eine besondere Herausforderung dieser Baumaßnahme bestand darin, dass das Umspannwerk während der Arbeiten ständig in Betrieb war. Ein Abschalten der vielen 20 kV (20.000 Volt) -Leitungen war nicht möglich. Von Nordheim aus wird die gesamte obere bayerische Rhön mit Strom versorgt. Es bestehen wichtige Verbindungen bis nach Mellrichstadt und Bischofsheim sowie in den hessischen und thüringischen Teil des ÜW-Netzgebietes.

 

Umbau im laufenden Betrieb

So wurde zuerst im Neubau eine neue 20-kV-Doppelsammelschienenanlage, das Herzstück der Anlage, in zwei voneinander getrennten brandgeschotteten Räumen eingebaut. Das hat den Vorteil, dass im Brandfall in einem Teil des Gebäudes die Stromversorgung über den anderen Teil weiter gewährleistet ist. Dies bedeutet größtmögliche Versorgungssicherheit für die Kunden. Weitere Räumlichkeiten für die Eigenversorgung und zusätzliche technische Ausrüstungen wurden ebenfalls geschaffen.

 

Die Umorientierung der 20-kV-Kabel auf die neue Schaltanlage und das Auswechseln von Betriebsmitteln musste mit großer Sorgfalt bei laufendem Betrieb durchgeführt werden, um die Versorgung der Kunden auch während der Bauzeit ausreichend zu sichern.

 

Nach dem Ausbau der alten Schaltanlage konnte der Altbau mit einem neuen Dach versehen, modernisiert und an den Neubau angepasst werden. In den freiwerdenden Räumen fand u.a. die neue Schutz- und Rundsteuertechnik ihren Platz. Diese übernimmt sicherheits-, steuerungs- sowie überwachungstechnische Aufgaben. Zusätzlich wurden in der Vergangenheit im Freien befindliche Anlagen-teile in die Gebäude verlegt.

 

Versorgungssicherheit gewährleistet

„Mit dem neuen Schalthaus im Umspannwerk Nordheim sind wir den zukünftigen Herausforderungen mit Blick auf die Energiewende und der Einspeisung von dezentralen Erzeugungseinheiten gewachsen“, unterstrich ÜW-Geschäftsführer Helmut Grosser im Rahmen der Eröffnung vor rund 30 geladenen Gästen aus dem Gesellschafterkreis des ÜW, dem Aufsichtsrat und dem Nordheimer Gemeinderat. „Denn auch bei einem immer höheren Selbstversorgungsgrad der Kunden durch Eigenerzeugungsanlagen und Speicher werden wir in den kommenden Jahrzehnten weiterhin ein öffentliches Stromnetz benötigen. Diese Maßnahme trägt zudem zu einer deutlichen Senkung des Wartungsaufwandes bei und erhöht die Versorgungssicherheit in der oberen Rhön und im Raum Mellrichstadt.“ Die Gesamtkosten für den Totalumbau bezifferte er auf rund 2,3 Mio. €.


Von: SIGGI/UR