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„Ein fränkischer Arbeiter – angeklagt der Anarchie“

03.11.2010

Schweinfurt - „Ein fränkischer Arbeiter – angeklagt der Anarchie“ - so heißt eine Veranstaltung der Kulturwerkstatt Disharmonie an der Gutermannpromenade 7 am kommenden Montag, den 15. November, 19.30 Uhr.


Michael Schwab als Sohn eines Glasermeisters am 09.08.1853 in Kitzingen geboren, war es nicht in die Wiege gelegt, ein wenig Weltgeschichte zu schreiben. Nach dem frühen Tod der Eltern begann er 1869 eine Buchbinderlehre in Würzburg, bei der er mit sozial-demokratischem Gedankengut in Berührung kam. Erste Streikerfahrung sammelte der Buchbindergewerkschaftler bei der Durchsetzung einer Arbeitszeitverkürzung von 12 auf 11 Stunden täglich.

Jahre der Wanderschaft durch Deutschland, Schweiz und Italien führten Michael Schwab 1879 nach Amerika. 1881 erlangte er eine Anstellung bei der deutschsprachigen „Arbeiter-zeitung.“ Tätig als Journalist und Herausgeber beteiligte er sich an der Neuorganisation der sozialistischen Bewegung. Am 1. Mai 1886 wollten die Arbeiter von Chicago mit machtvollen Arbeitsniederlegungen den 8-Stunden-Tag erkämpfen. Am 1. Mai und in den Tagen danach kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit Fabrikherren, Polizisten und Streikbrechern.

Die Polizei verhaftete 8 „Rädelsführer“, unter ihnen Michael Schwab. Einige Angeklagte starben durch den Strang, Michael Schwab wurde zu lebenslanger Zwangsarbeit begnadigt und 1893 als Justizopfer – unschuldig entlassen.

Erstmalig traf damals eine weltumspannende Solidaritätsbewegung für die wegen ihrer Gesinnung verurteilten Aktivisten ein. Der 1. Mai als Tag der Arbeit – außer in den USA – weltweit als Feiertag begangen, geht auf die Ereignisse in Chicago zurück.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Schweinfurt Würzburg und die Kulturwerkstatt Disharmonie wollen den fränkischen Buchbinder Michael Schwab als bedeutende Persönlichkeit der frühen Arbeiterbewegung ins öffentliche Bewusstsein rücken. 
Frank Firsching Regionsvorsitzender meint: „Wer seine Wurzeln kennt, kann die Zukunft gestalten“.

Die Eigenproduktion der Kulturwerkstatt Disharmonie in Wort, Bild, Musik wird gestaltet von: Werner Enke (Text, Vortrag, Visualisierung), Johann Mangold (Akkordeon, Geige), Peter Schüllermann (Gesang, Vortrag), Jürgen Dahlke (Banjo, Mandoline)


Von: Michael Horling