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Gemeinsam in Europa. Ein Ziel

21.02.2019

JUBI Unterfranken erhält Auszeichnung im Wettbewerb um den Deutsch-Polnischen Jugendpreis


Potsdam/Warschau: Für ihr deutsch-polnisches Projekt Grenzenlos hat die JUBI Unterfranken in Würzburg in der vergangenen Woche eine Auszeichnung im Wettbewerb um den Deutsch-Polnischen Jugendpreis des DPJW erhalten. Zusammen mit der Stiftung Fundacja BEZLIK stellten Jugendliche aus Deutschland und Polen, unter anderem mit Migrationshintergrund sowie jugendliche Sinti und Roma eine Theateraufführung zum Thema „Grenzenlos“ auf die Beine. Abgerundet wurde die Theaterarbeit von verschiedenen Workshops u. a. zu den Themen Demokratie, Gruppen-Entscheidungen und Hate Speech. Zum Programm der Rückbegegnung in Würzburg gehörten Moschee- und Synagogenbesuche.

 

Das Deutsch-Polnische Jugendwerk lobt den Deutsch-Polnischen Jugendpreis alle drei Jahre zu einem anderen Thema aus. Dieses Mal ging es unter dem Motto „Gemeinsam in Europa. Ein Ziel“ darum, die interessantesten deutsch-polnischen Jugendprojekte, die sich mit Vielfalt, Menschenrechten und Toleranz beschäftigten, auszuzeichnen. Vergeben wird der Preis in zwei Kategorien – Schulaustausch und Außerschulischer Austausch.

 

Vielfalt auf allen Ebenen

„Die Vielfalt, um die es bei dem Wettbewerb ging, spiegelte sich in allen Finalprojekten wieder – in den Teilnehmenden, den Themen, den Arbeitsmethoden und den Formen“, resümierte Stephan Erb, Geschäftsführer des Deutsch-Polnischen Jugendwerks. „An den Begegnungen, Workshops, Diskussionen, Aufführungen und Konzerten nahmen Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Religion, gesellschaftlichem Hintergrund oder Weltanschauung teil, die zudem in unterschiedlichen Sprachen kommunizierten.“ Die polnische Geschäftsführerin Ewa Nocoń fügte hinzu: „Die Jugendlichen aus den verschiedenen Ländern hatten zusammen Spaß und arbeiteten gemeinsam, lernten sich kennen. Dadurch entdeckten sie, dass sie viel mehr verbindet als sie zunächst gedacht hatten. Bewertungen stellen sich oft als zu kurz gedacht heraus. Ich denke, dass die alte Maxime „beurteile nie ein Buch nach seinem Einband“ für sie eine neue Bedeutung bekommen hat.“

 

Hauptpreise gingen nach Brandenburg

Der Hauptpreis ging in der Kategorie Schulaustausch an das Projekt Musik der Begegnung – Musik der Verständigung der Katholischen Schule Bernhardinum Fürstenwalde und der Schule II Liceum Ogólnokształcące Gorzów Wielkopolski. Hier haben musikbegeisterte junge Menschen aus Fürstenwalde und Gorzów Wielkopolski gemeinsam die „No Borders Band“ gegründet, zu der sie auch Musiker aus dem Nahen Osten eingeladen haben. Sie haben eine kleine Tournee durch Schulen und andere Institutionen gemacht und begeisterten bei bisher insgesamt elf Auftritten 2.000 Menschen. In begleitenden Workshops arbeiteten die Teilnehmenden zum Thema Rassismus und lernten Fluchtgeschichten kennen, auch die ihrer eigenen Bandmitglieder.

 

In der Kategorie Außerschulischer Austausch ging der Preis an die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein Werftpfuhl und die Stiftung Fundacja Sztukmistrze Lublin für das Projekt Station Diversität im historischen Kontext. Junge Menschen aus Berlin und Krakau haben über Fragen zu Vielfalt, Diskriminierung und Ausgrenzung diskutiert. Sie besuchten die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Majdanek und arbeiteten in Workshops zu Musik, Film, Bühnenbild, Tanz und Malerei. Während der Begegnungen entstand das Lied „Lepiej rozmawiać“ („Lass uns reden“) mit einem dazugehörigen Videoclip und die Video-Performance „Begegnungen“. Die Gewinner können sich über jeweils 3000 Euro freuen.

 

Eine weitere Auszeichnung erhielt die Pestalozzi-Schule Essen. Gemeinsam mit der Szkoła Podstawowa nr 41 Specjalna aus Zabrze wurde sie für ihr Projekt Ich kann nicht sprechen, aber ich kommuniziere geehrt. Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf verständigten sich mittels Lautsprache und entwickelten deutsch-polnische Kommunikationstafeln. Sie konnten mit Hilfe unterschiedlicher kreativer Workshops (Basteln, Foto, Film, etc.) die besondere Erfahrung machen, mit ihren Stärken wahrgenommen zu werden.

 

80 Bewerbungen, 17 Projekte im Finale

Um den Deutsch-Polnischen Jugendpreis bewarben sich 80 deutsch-polnische Projekte, von denen es 17 in die Finalrunde schafften. Dies bedeutete, dass sie 2018 mit Unterstützung des Deutsch-Polnischen Jugendwerks durchgeführt wurden. Zur Preisverleihung und dem im Vorfeld stattfindenden dreitägigen Seminar reisten Vertreter/-innen sämtlicher Projekte nach Berlin – Jugendliche wie auch Betreuer/-innen. Erst am Tag der Preisverleihung erfuhren sie die Entscheidung der deutsch-polnischen Jury, die unter anderem aus Vertreterinnen und Vertretern des Deutsch-Polnischen Jugendrats sowie von Medien und aus der Politik bestand.

 

Schirmherrschaft und Förderung des Wettbewerbs

Die Schirmherrschaft über den Deutsch-Polnischen Jugendpreis hatten die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Franziska Giffey sowie die polnische Ministerin für Nationale Bildung Anna Zalewska übernommen. Die F. C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz unterstützte den Wettbewerb mit 150.000 Euro. Das Deutsch-Polnische Jugendwerk vergibt den Deutsch-Polnischen Jugendpreis alle drei Jahre. Unter dem Motto „Gemeinsam in Europa. Ein Ziel“ war er zum bisher sechsten Mal ausgeschrieben worden.

 

Das Deutsch-Polnische Jugendwerk

Das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW), Ausrichter des Wettbewerbs um den Deutsch-Polnischen Jugendpreis, ermöglicht die Begegnung und Zusammenarbeit junger Deutscher und Polen. Es finanziert und initiiert deutsch-polnische Jugendbegegnungen und unterstützt sie inhaltlich.Es wurde 1991 von den Regierungen der Bundesrepublik und der Republik Polen gegründet, zeitgleich mit der Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit. Seit Bestehen des Jugendwerks wurden mehr als 75.000 Projekte realisiert, an denen knapp 3 Millionen junge Menschen teilgenommen haben. Jährlich fördert das Jugendwerk rund 3.000 Programme mit etwa 100.000 jungen Deutschen und Polen.


Von: S. Thomas/A. Papenbrock