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Große Augen und erstaunte Os

08.06.2019

Das Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen ist zur 62. German-American Steuben Parade in New York eingeladen


„Ich war noch niemals in New York“, sang Udo Jürgens schon 1982 im gleichnamigen Lied und sicherlich dürfte es auch wie in jenem Lied besungen der überwiegenden Mehrheit der Mitglieder des Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen genauso gehen. Doch nur noch bis September dieses Jahres. Vom 19. bis 24.09.2019 werden Bad Kissingens junge Botschafter auf Einladung eine Konzertreise in die Weltmetropole in den USA unternehmen. Hier werden sie bei der 62. German-American Steuben Parade in New York, der wohl größten Parade deutscher Einwanderer in die USA, dabei sein. Oberbürgermeister Kay Blankenburg erzählt diese frohe Botschaft gerne und, wie er betont, „sehr häufig“. Typische Reaktionen seiner Gesprächspartner seien „große Augen und erstaunte Os“. Seine Botschaft lautet: „Mit dem Jugendmusikkorps könnt ihr Dinge erleben, wenn Ihr dabei seid, die Ihr mit keinem anderen Orchester hier in der Gegend erleben könnt. Das ist das konsequente Fortsetzen dieses Mythos. […] Unsere Aufgabe ist Menschen zu motivieren zu sagen: Ich war mal beim Jugendmusikkorps. Du weißt gar nicht was Du verpasst, so lange Du nicht dabei warst.“

 

JMK auf internationalen Bühnen

Und es gibt Vieles zu verpassen. Das Jugendmusikkorps spielt selbstverständlich in der Region und Bayern zahlreiche Konzerte, zuletzt u.a. bei der Eröffnung der UFRA in Schweinfurt, als anführendes Orchester beim Festzug des Oktoberfests in München und in Kürze bei der Eröffnung des Kissinger Sommers. Weitere Konzerte in Europa gab es beispielsweise in Bad Kissingens Partnerstädten Vernon (Frankreich), Massa (Italien), Eisenstadt (Österreich), aber auch in Schweden. 2004 waren die jungen Musiker zur Konzertreise in Argentinien, 2005 in China, 2014 in Südafrika. Jetzt folgt ein Auftritt in Nordamerika. „Damit bleibt nur noch Australien als letzter Kontinent, auf welchem das Jugendmusikkorps noch nicht aufgetreten ist“, so der Leiter des jungen Klangkörpers Stadtmusikdirektor Bernd Hammer stolz.

 

Breite Unterstützung für das JMK

Die Einladung zur German-American Steuben Parade nach New York ist über einen persönlichen Kontakt zustande gekommen. Die eigentliche Einladung kam aus dem Bürgermeisteramt New Yorks. Das zeigt, „das Jugendmusikkorps ist ein echter Botschafter Bad Kissingens“, stellt Oberbürgermeister Kay Blankenburg klar. „Wir zeigen in New York, was wir hier in Bad Kissingen machen. Dafür braucht man aber auch einen Oberbürgermeister, einen Stadtrat, eine Stadt, Eltern und einen Förderverein, die zu einer solchen Reise stehen und die eine solche Reise ermöglichen“, ist Bernd Hammer froh über die vielfältige Unterstützung. Fördermittel des Fördervereins „Städt. Musikschule Bad Kissingen e.V.“ werden insbesondere für den Transport größerer Instrumente, die des Bayerische Blasmusikverbands und der Stadt Bad Kissingen für Reise- und Übernachtungskosten des Orchesters verwendet.

 

Viele Auftrittsmöglichkeiten für das JMK

Eine Erholungsreise ist der Trip nach New York für die jungen Botschafter Bad Kissingens nicht. Am Freitag, 20. September, sind die Jugendlichen mit allen anderen Gruppen der German-American Steuben Parade zur Begrüßung durch das Organisationsteam der Parade und der Stadt New York eingeladen. Das Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen wird sich hier auch musikalisch präsentieren. Am Abend lockt das German-American Steuben Parade Gala-Bankett. Der Samstag, 21. September, beginnt um 9 Uhr mit dem deutschsprachigen Festgottesdienst. Ab 12 Uhr ist unser Jugendmusikkorps in die Parade eingereiht auf der berühmten Fifth Avenue in New York als Botschafter für Bad Kissingen dabei. Zudem trifft sich das Jugendmusikkorps zum kulturellen Austausch mit einem Partnerorchester, dem Foehrer Music Friends. Ein Auftritt im amerikanischen Fernsehen ist ebenfalls durchaus denkbar. In den letzten Jahren hatten die New Yorker Medien gerne über die Parade berichtet. Die Verantwortung für das Programm liegt allerdings beim Sender. Am Sonntag, 22. September, können die Mädchen und Jungs die New Yorker Sehenswürdigkeiten kennenlernen. Am Montag, 23. September steht die Abreise auf dem Plan, die Ankunft in Bad Kissingen ist für den Dienstag, 24. September, vorgesehen.

 

Bereits in den Vorbereitungen

Wer das Büro von Stadtmusikdirektor Bernd Hammer in der letzten Zeit öfter besucht hat, dem wird auf dem Schreibtisch ein immer größer werdender Stapel aufgefallen sein. Hier legt er die Noten für die Stücke, welche das Jugendmusikkorps in New York spielen wird, ab. Damit wächst sozusagen das Programm für New York. Auch das Orchester übt die Lieder bereits. „Wir werden keine wahnsinnigen Stücke einstudieren, sondern zeigen, was wir hier in Bad Kissingen tun. Wir spielen das, was unsere Bürgerinnen und Bürger sowie unsere Kurgäste jeden Monat bei Konzerten von uns hören können“, beschreibt Stadtmusikdirektor Bernd Hammer den Konzertplan. Konkret nennt er als Stücke beispielsweise „Mein Kissingen, Hochrhöner, Frankenlied“ und stellt auch in Aussicht „vielleicht schreibe ich auch selbst noch ein Stück“.

 

Die Jugendlichen sind hochmotiviert, wie die Intensität und Beteiligung an den Proben zeigt und bestätigt die Aussage des Stadtmusikdirektors Bernd Hammer: „Konzertreisen sind Motivation für das Orchester und auch wichtig für unseren Bayerischen Blasmusikverband. Wir sind ein Jugendorchester mit ganz eigenen Strukturen. 75 Prozent der Belange des Orchesters werden von der Jugend bestimmt. Der Orchesterchef muss deshalb immer erklären können, warum er was macht.“ Deshalb hat der Orchesterchef auch einen Orchesterrat ins Leben gerufen. „Jetzt freue ich mich, dass 63 junge Menschen aus dem Landkreis Bad Kissingen nach New York fahren. Und ich bedanke mich nicht nur beim Förderverein, sondern auch bei den Betreuerinnen und Betreuern, die unsere Jugendlichen begleiten“, dankt Oberbürgermeister Kay Blankenburg.

 

Gedanken zur New York Konzertreise – Mitglieder des Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen

Lukas Heid, 1. Orchestersprecher: „Wir freuen uns riesig, durch die Skyline von NY zu marschieren.“

Sophia Schubert, Querflöte: „Es ist jetzt schon unglaublich, in der Orchestergemeinschaft die USA besuchen zu können und dort zu musizieren.“

Rebecca Blum, Saxophone: „Wir freuen uns riesig, dass wir eine unvergessliche Konzertreise in diese Welt-Stadt machen können.“

Jascha Heilmann, Schlagzeuger: „Wir freuen uns den Musikern dort in New York unser Können zeigen zu können, das wird sicher eine spannende Geschichte.“

Johanna Meder, Klarinette: „Wir freuen uns sehr, dass wir die Stadt Bad Kissingen auf dem amerikanischen Kontinent präsentieren dürfen.“

Andrè Zwirlein, Tenorhorn: „Wir freuen uns sehr, dass wir so eine Konzertreise auf einem anderen Kontinent erleben dürfen.“

Paul Metz, Posaune: „Wir freuen uns sehr mit unseren musikalischen Freunden eine Woche mit deutscher Blasmusik in New York zu verbringen.“

Lukas Beinhauer, Tuba: „Wir freuen uns einfach auf ALLES!“

 

Hintergrund

Die German-American Steuben Parade wurde zu Ehren der großen Leistungen deutscher Einwanderer in die Vereinigten Staaten 1957 gegründet. Sie zieht auf der legendären Fifth Avenue in Manhattan von der 64. aufwärts zur 86. Straße. Benannt ist sie nach General Baron Friedrich Wilhelm von Steuben, einem preußischen Offizier. von Steuben diente unter Friedrich dem Großen und wurde 1777 in die USA geschickt, um die neu gebildete Kontinentalarmee im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten zu unterstützen. Von Steuben traf sich 1778 in Valley Forge, PA, mit General George Washington. Dort bildete er die Truppen des Generals aus und verhalf ihnen zum Sieg und den USA zur Unabhängigkeit. Nach dem Krieg zog sich von Steuben bis zu seinem Tod 1794 nach New York zurück.

Oberbürgermeister Kay Blankenburg freut sich über die breite Unterstützung für die Orchesterreise der Bad Kissinger Botschafter zusammen mit dem Leiter des Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen Stadtmusikdirektor Bernd Hammer, 1. Vorsitzender des Elternbeirats Andrea Karch, Vorsitzender des Städt. Musikschule Bad Kissingen e.V. Birgit Eber und Sprecher des Orchesterrats Lukas Heid. Fotos: Mario Selzer

Von: S. Thomas/M. Selzer