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SINFONIEORCHESTER CON BRIO SPIELT HAYDN, BERG UND BRAHMS

09.01.2020

Konzert mit dem Titel „Vergangenheit und Zukunft“


Das Sinfonieorchester Con Brio Würzburg spannt am Freitag, 14. Februar, einen weiten Bogen von der Wiener Klassik über die späte Romantik zur Moderne der Zwischenkriegszeit. Unter der Leitung von Prof. Gert Feser spielt das Orchester die Sinfonie „Le Matin“ von Joseph Haydn, das Violinkonzert von Alban Berg und die Vierte Sinfonie von Johannes Brahms. Interpret des Geigenparts im Berg-Konzert ist Dimiter Ivanov, erster Konzertmeister im Opern- und Museumsorchester der Stadt Frankfurt, gefragter Kammermusiker und europaweit konzertierender Solist. Das Konzert findet um 19:30 Uhr im Max-Littmann-Saal statt.

 

Die Sinfonie Nr. 6 „Le Matin“ von Joseph Haydn ist Teil eines Zyklus, der auch Sinfonien zum „Mittag“ und zum „Abend“ enthält. Haydn bringt in diesen Werken aber nicht nur musikalische Assoziationen zu den Tageszeiten zum Ausdruck, sondern er treibt auch ein geistvolles Spiel mit den Hörerwartungen seines Publikums – und er beschäftigt auf höchst abwechslungsreiche Weise die Instrumentalsolisten des Orchesters: Flöte, Oboe, Hörner, Violine, Violoncello und sogar den Kontrabass. Auf die höfische Heiterkeit Haydns folgt tiefer, existenzieller Ernst: Alban Bergs Konzert für Violine und Orchester, welches 1935 entstanden ist, nimmt ein tragisches Ereignis aus dem Umfeld des Komponisten in seine Klangwelt auf – den Tod der 18jährigen Tochter von Alma Mahler, einer engen Freundin der Familie Berg. Das zweisätzige, formal höchst eigenwillige Werk basiert auf einer geradezu harmonischromantisch gefügten Zwölftonreihe, enthält aber auch Volksmusik-Motive und Choralmelodien. Die ergriffenen Zuhörer der Uraufführung erspürten aus der Musik ein „Abschiednehmen ohne Ende“. In seiner Vierten Sinfonie nimmt Johannes Brahms die geistigen Welten Haydns und Bergs auf beziehungsweise vorweg. Die Form der Vierten ist den strengen Anlageprinzipien der Klassik verpflichtet. Der innere Gehalt der Musik aber entspricht der exakten Konstruktionsarbeit, die Bergs Zwölftonwerk zugrunde liegt. Er ist „entwickelnde Variation“, wie Bergs Lehrer Arnold Schönberg das Kompositionsverfahren Brahms' bewundernd genannt hat. Und der letzte Satz der Sinfonie ist denn gar eine mit psychologischer Meisterschaft gefügte Variationenreihe über ein altes Passacaglia-Thema – ein außergewöhnliches Kunstereignis, in dem Vergangenheit und Zukunft glücklich zusammenfließen.

 

Eintrittskarten sind in der Tourist-Information Arkadenbau, telefonisch unter 0971 8048-444 oder unter folgender E-Mail-Adresse: kissingen-ticket@badkissingen.de erhältlich.

Dimiter Ivanov (c) Petra Winkelhard. XXX Sinfonieorchester Con Brio Würzburg 1 (c) Foto Mike Meyer

Von: S. Thomas/i. Hartmann