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Birgit Süß erhält den Kulturpreis der Stadt Würzburg 2021

WÜRZBURG
Die Sängerin und Kabarettistin Birgit Süß erhält den Kulturpreis der
Stadt Würzburg 2021. Birgit Süß gehört seit vielen Jahren untrennbar zum
kulturellen Leben der Stadt Würzburg: Als gebürtige Augsburgerin kam sie
1990 nach Würzburg, wo sie unter anderem Jazzgesang am Konservatorium
studierte. Ihre große Liebe zum Chanson verbindet sie seitdem
erfolgreich mit einer quirligen Bühnenpräsenz auf den Theater- und
Kabarettbühnen der Region und überregional. Unter anderem mit ihrem Duo
„Bassion“, das passend zum 150. Geburtstag von Rosa Luxemburg den
Abend „Projekt: Rosa“ im Programm hat. Aber auch aus dem Radio ist sie
bekannt: Bis 2017 war sie bei Radio Gong und Radio Charivari unter
anderem als Moderatorin tätig. Zudem sieht man sie immer wieder auf der
Bühne, sei es beim alljährlichen Jahresrückblick mit Heidi Friedrich,
oder beim fröhlich-frechen „Sommertheater am Schützenhof“, welches sie
seit den 2000er Jahren regelmäßig als (Mit)Autorin, (Mit)Produzentin,
Schauspielerin und Sängerin begleitet. Aber auch im Fernsehen ist Birgit
Süß zuhause und ist immer wieder zu Gast in der „Ladies Night“ in der
ARD.

Birgit Süß gelingt es vortrefflich, den richtigen Ton zwischen
kabarettistischem Witz und ernsthafter Kritik, zwischen hoher Kunst und
augenzwinkerndem Klamauk, zwischen charmanter Unterhaltung und echter
Vermittlungsarbeit zu finden. Sie erreicht mit ihrer charismatischen,
unverwechselbaren Art dabei nicht zuletzt ein breites,
generationsübergreifendes Publikum. Neben ihrer künstlerischen
Tätigkeit ist Birgit Süß auch eine wichtige und durchaus auch laute
Stimme der freien Künstlerszene. Gerade im Ausnahmejahr 2020, in dem die
pandemische Situation zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, vor allem
im Bereich der Soloselbstständigkeit in existentielle Not gebracht hat,
setzte sich Brigit Süß durch politische Gremienarbeit immer wieder als
Künstlerin für die gesamte Szene ein. Gesellschaftskritisch setzt sie
sich im Projekt "Women´s World" mit der Rollenverteilung von Mann und
Frau auseinander, die in Zeiten von Corona einen Rückfall wie zu Zeiten
unserer Großeltern erfährt. Dieses Programm zum Thema „Frauen“ ist nicht
nur, rein kabarettistisch sondern auch unter dem Aspekt des „Empowerment“
angedacht und wird gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln
der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. 
Zudem setzt sich Birgit Süß für politische Belange ein und nimmt
Stellung zu aktuellen Geschehnissen: die Zerstörung des Würzburger
Mahnmals für die Opfer des Terroranschlages von Hanau inspirierte sie zu
einem Liedtext mit deutlicher Nachricht gegen Faschismus und
Rechtsextremismus.

Mit dem Kulturpreis der Stadt Würzburg erhält Birgit Süß die höchste
kulturelle Auszeichnung der Stadt, die im Wechsel mit dem Peter C.
Ruppert Preis für Konkrete Kunst in Europa verliehen wird. Damit reiht
sich die Sängerin und Kabarettistin in eine illustre Reihe von
Würzburger Kunst- und Kulturschaffenden ein, darunter beispielsweise
auch die Künstlerin Emy Roeder, der Kabarettist Frank Markus Barwasser
oder die Malerin Elvira Lantenhammer, die zuletzt den Preis erhalten
hatte.  

Foto: Ingo Peters