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Der beliebte und angesehene Künstler Albert Banska starb vor einundsechzig Jahren

Willi Dürrnagel berichtet

Würzburg: Ein sehr geschätzter Würzburger Künstler - der Holzschneider Albert Banska, starb vor einundsechzig Jahren, am 20. Februar 1957. Leider wurde sein Grab auf dem Würzburger Hauptfriedhof vor einigen Jahren aufgegeben.

 

Unzähligen der älteren Würzburgern ist der Name Albert Banska noch wohl vertraut. In vielen Wohnungen sind die meist kleinformatigen Holzschnitte ein noch heute gern gesehener Wandschmuck. Der zwischen Eibelstadt und Lindelbach in seinem "Terrassen-Steingarten" im Lützelgrund sesshaft gewordene Holzschneider kam gegen das Kriegsende 1918 nach Würzburg. In Freiheit aufgewachsen, war der am 12. April 1889 in Fischbach in der Oberpfalz geborene Künstler nicht gerne Soldat geworden.

 

Nach einer Keramiklehre besuchte er die Staatliche Gewerbeschule in München. Von dem Schweizer Grafiker Max Bucherer erlernte er die Kunst des Holzschneidens, die ihn sein gesamtes Leben nicht mehr loslassen sollte. Selten erscheinen bei ihm andere graphische Techniken.

 

Von seiner inneren Einstellung der Natur verbunden - er war Mitglied der Wandervogel-Bewegung - widmete er sich meist Landschaftsdarstellungen, selten sieht man figürliche Motive. Fränkische Winkel und Landschaften, Bergmotive und italienische Impressionen beherrschen seine Holzschnitte. Pflegte Banska in den Anfangsjahren seine Schnitte nur im Schwarz-Weiß-Druck zu halten, so erweiterte er sein Arbeitsgebiet später durch die Einbeziehung auch anderer Farben, um dann nahezu restlos zum Farbenholzschnitt überzugehen.

 

Er war, ursprünglich Keramiker, dann - vor dem ersten Weltkrieg - an der Münchener Kunstgewerbeschule im Holzschnitt ausgebildet, Meister in seinem Fach, vor allem im Farbholzschnitt, den er zu aquarellhafter Wirkung verfeinerte. Nach längerem Aufenthalt in Ascona fand er in Würzburg zuerst Unterschlupf in einer Dachwohnung am Schmalzmarkt, im Hause des ehemaligen Textilhauses Freudenreich, hoch über Würzburgs Dächer. Doch durch das Schicksal des 16. März 1945, an dem das Haus am Schmalzmarkt eingeäschert wurde, verschlug es ihn in "seinen Steingarten" im Lützelgrund hinter Randersacker, wo ihn auch z.B. die Grombühler Mundartdichterin Elisabeth Scheuring gerne und oft besuchte. Angeregt durch seinen Aufenthalt in Ascona schuf er dort aus riesigen Felsblöcken, für uns heute unfassbar, ein kleines Naturwunder. Aber wer Banska kannte, wusste, dass der Künstler diese Freiheit auf der Welt brauchte.

 

Albert Banska war nicht nur ein in der Stille wirkender Künstler. Wer sich sein Freund nennen durfte, mit dem verbrachte er auch fröhliche Stunden bei dem von ihm geliebten Frankenwein.  Er war ein stiller, bescheidener Mensch, der die Zurückgezogenheit liebte. Er starb leider viel zu früh, fast 68 Jahre alt, nach kurzer Krankheit am 20. Februar 1957 in einer Würzburger Klinik.Seine Holzschnitte in handwerklicher Präzision und Meisterschaft haben nicht nur den Kunstkenner begeistert, sondern auch den sogenannten "kleinen Mann" mit dem nicht gerade großen Geldbeutel ergriff Begeisterung für Albert Banska´s Kunst. Somit war er ein Heimatkünstler im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Seine eigene Lebensbeschreibung in Dichter, Künstler, Komponisten:
"Komme vom Handwerk (Keramik) - als 17jähriger nach Neapel "gewalzt". Der Schweizer Max Bucherer war im Winter 1910 mein Lehrer im Holzschnitt. Frühling 1911 wieder in Ascona und Italien. Die Landschaft im Gegensatz zum Modell fand ich hier kostenlos - so wurde ich Landschafter - Toni Faistauer und Robin Christian Andersen waren meine Freunde durch lange schöne Wander- und Hungerjahre. Einmal hatte ich im Tessin eine alte Mühle gepachtet. Dort trafen wir uns immer wieder. Das war unser Ausfallstor nach Italien, Südfrankreich und Dalmatien. Der Krieg verschlug mich nach Würzburg. Fränkischer Muschelkalk in meinem Steingarten gibt mir ferne Erinnerungen an Italiens Bergstädte und Kastelle, Sonne und Gärten."

 

Wir sollten und dürfen "unseren" Albert Banska nicht vergessen. Er hat die Erinnerung und unser Gedenken mehr als verdient.

Fotos: Willi Dürrnagel