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HANNAH ARENDT DENKEN IST GEFÄHRLICH

Ab 18. September im Kino - Dokumentarfilm von Chana Gazit, Maia E. Harris | Produktion: Jeff Bieber, LOOKSfilm

 

PROGRESS Filmverleih feiert die Premiere des Dokumentarfilms HANNAH ARENDT - DENKEN IST GEFÄHRLICH am 15. September in Leipzig, bevor der Film am 18. September bundesweit in den Kinos startet. 

Premiere:

15.09. – 18.00 Uhr Passage Kinos Leipzig, Einlass ab 17.00 Uhr

Nach der Vorstellung laden PROGRESS und LOOKS zu einem Gespräch. Zu Gast sind: 

          Die Produzent:innen Gunnar Dedio und Birgit Rasch (LOOKSfilm)

  • Prof. Barbara Hahn, Honorarprofessorin für Deutsche Literatur an der FU Berlin, Herausgeberin der kritischen Gesamtausgabe der Werke von Hannah Arendt und Autorin der Biografie „Hannah Arendt - Leidenschaft, Menschen und Bücher“ 

  • Dr. Andreas Kötzig, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Dresdner Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Film- und Mediengeschichte im 20. und 21. Jahrhundert sowie mediale Erinnerungskultur.  

  • Synopsis: 

    Nach langer Zeit widmet sich wieder ein Kinofilm (Chana Gazit, Maia E. Harris und Jeff Bieber) der bedeutenden Philosophin Hannah Arendt - Aktivistin, Medienpersönlichkeit und furchtlose Denkerin "ohne Geländer". Durch Originalzitate aus Arendts Essays und Briefen, vorgetragen von Nina Hoss, sowie atmosphärische Archivaufnahmen entsteht ein intimes Porträt einer Intellektuellen, deren Leben geprägt war von der Erfahrung des Hitlerfaschismus und der Unfassbarkeit des Holocaust. Der Film zeigt, wie Arendt als Jüdin und Widerstandskämpferin die Welt zu verstehen suchte - und warum ihre Gedanken über die Katastrophen des 20. Jahrhunderts direkt zu uns im Hier und Jetzt sprechen. 

  • Hintergrund - Hannah Arendt

    In Königsberg in eine jüdische Familie hineingeboren, macht sie früh Erfahrungen mit dem deutschen Antisemitismus. In der Weimarer Republik hat Hannah Arendt als Studentin Zugang zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Philosophie. 

    Die Gestapo verhaftet sie 1933. Sie flieht nach Frankreich und reist in den kommenden Jahren durch ganz Europa bis nach Palästina, um jüdische Kinder vor der nationalsozialistischen Verfolgung zu retten. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs kommt sie in ein Internierungslager und emigriert schließlich nach New York. 

    Das amerikanische Exil wird für die Staatenlose bald zur Wahlheimat: Arendt ist begeistert von der amerikanischen Republik und steht bald im Zentrum eines lebendigen intellektuellen Netzwerks. Mit ihrem epochalen Werk „Die Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ analysiert sie die Genese der faschistischen Katastrophe und erlangt damit international Anerkennung.

    Sie engagiert sich aktiv in der amerikanischen Politik, nimmt Stellung zu Watergate und Vietnamkrieg und warnt mit Nachdruck vor dem zerstörerischen Machtzuwachs im Weißen Haus. Ihr Bericht über den Prozess gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann löst heftige Kontroversen aus. „Wir Flüchtlinge“, „Vita Activa“, „Eichmann in Jerusalem“: Arendts Bücher und Essays erfreuen sich großer Resonanz – bis heute. Die Titel sind zu geflügelten Worten geworden.

    In ihrem Denken ist Arendt stets den historischen Tatsachen verpflichtet geblieben – umso beklemmender wirkt es, dass man fünfzig Jahre nach ihrem Tod und angesichts der globalen autoritären Wende den Eindruck gewinnt, sie spreche unmittelbar zur Gegenwart. 

Hannah Arendt Foto: by PROGRESS Filmverleih