Würzburg: Das Kiliani-Volksfest auf der Würzburger Talavera, Unterfrankens größtes und wohl auch beliebtestes Volksfest, hat seine traditionelle Halbzeitbilanz vorgestellt. Nach zehn Festtagen zeigt sich ein vielschichtiges Bild: große Freude, starke Besucherzahlen und beeindruckende Programmhöhepunkte, aber auch einige Herausforderungen, die nicht übersehen werden dürfen. In den ersten zehn Tagen strömten rund 370.000 Besucher auf das Kiliani-Volksfest, was leicht unter dem Vorjahr liegt. Die Stimmung war jedoch ausgezeichnet. Damit liegt das Fest leicht unter den Zahlen des Vorjahres. Doch die Verantwortlichen betonen, dass die Stimmung hervorragend sei und das Volksfest weiterhin als Familienfest wahrgenommen werde.
Die Mischung aus Tradition, moderner Unterhaltung und einem vielfältigen gastronomischen Angebot lockt nach wie vor Menschen aus der gesamten Region an. Auch der Senioren- und Familientag war wieder sehr gut besucht. Viele Familien nutzten die Gelegenheit, gemeinsam über den Festplatz zu schlendern, Fahrgeschäfte zu besuchen und die besondere Atmosphäre zu genießen.
Sicherheit und Ordnung: Wenige Zwischenfälle, aber klare Regeln
Das Ordnungsamt und die Polizei ziehen eine überwiegend positive Zwischenbilanz.In den ersten zehn Tagen wurden 40 Falschparker registriert – ein Wert, der zeigt, dass sich die Besucher trotz der hohen Frequenz überwiegend regelkonform verhalten. Für das Falschparken wird eine Gebühr von 25 Euro erhoben. Besonders wichtig war in diesem Jahr die Zufahrtssperre zu den umliegenden Weinbergen, die während der Veranstaltung gilt. Beim ersten Feuerwerk wurde diese jedoch von einigen Besuchern missachtet, wie Uwe Zimmermann, Leiter der städtischen Fachabteilung Allgemeine Bürgerdienste, berichtete. Die Stadt appelliert daher erneut an alle Gäste, die Sperrungen ernst zu nehmen, um Gefahren und Schäden zu vermeiden. Der Lärmpegel am Festplatz und im Festzelt wurde ebenfalls gemessen und als unbedenklich eingestuft – ein wichtiges Signal für Anwohner und Besucher. Die Polizei meldet bislang nur wenige Straftaten, hat aber einige Sorgen. Es wurden insgesamt 7 Körperverletzungen, 3 Diebstähle und 2 sexuelle Belästigungen registriert. Für ein Volksfest dieser Größe sind dies vergleichsweise niedrige Zahlen. Dennoch mahnen die Einsatzkräfte zur Wachsamkeit und gegenseitigen Rücksichtnahme.
Das Bayerische Rote Kreuz blickt mit gemischten Gefühlen auf die Halbzeitbilanz.
Insgesamt mussten 67 Personen medizinisch versorgt werden, das sind zehn mehr als im Vorjahr. Besonders besorgniserregend ist, dass neun Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren wegen Alkoholmissbrauchs behandelt werden mussten. Das BRK spricht von „Sorgenfalten“ und appelliert eindringlich an Eltern und Begleitpersonen, Verantwortung zu übernehmen. Am häufigsten kam es zu Schnitt- und Schürfwunden sowie zu Kreislaufbeschwerden. Angesichts der warmen Temperaturen rät das BRK dringend dazu, ausreichend Wasser zu trinken und Pausen im Schatten einzulegen.
Höhepunkte: Boxen, Kultband und Festzeltstimmung
Das Kiliani-Boxen war auch in diesem Jahr ein Publikumsmagnet. Die Zuschauerzahlen waren außergewöhnlich hoch und die Stimmung im Zelt erreichte Spitzenwerte. Ein musikalisches Highlight war der Auftritt der Kultband „Die Höhner“, die das Festzelt regelrecht zum Beben brachte. Ihre energiegeladene Show sorgte für ausgelassene Stimmung und volle Reihen.
Ein großer Dank geht an alle Schausteller und insbesondere an Schaustellersprecher Heiner Distel jun., An Festwirt Hahn und seine gesamte Belegschaft vor und hinter den Kulissen. Ein besonderer Dank gilt Philipp Keller, dem Chef des Festzelts, und seinem Team. Sie haben maßgeblich zur reibungslosen Organisation und zur herzlichen Atmosphäre beigetragen.
Ausblick: Noch bis Sonntag feiern – mit Messe und Feuerwerk
Das Kiliani-Volksfest geht in seine letzte Runde.
Noch bis Sonntag kann auf der Talavera gefeiert werden. Am Sonntag findet im Festzelt traditionell die Kiliani-Messe statt – ein Moment der Besinnung mitten im bunten Festtreiben. Am Mittwoch steht noch einmal der Familiennachmittag mit halben Preisen an, bevor das Volksfest am Sonntagabend mit einem großen Feuerwerk endet – ein Höhepunkt, der jedes Jahr Tausende begeistert und das Fest stimmungsvoll beschließt.
Fazit: Ein Fest, das Würzburg verbindet.
Kiliani neigt sich dem Ende zu und eines ist klar: Das Volksfest bleibt ein Ort der Begegnung, der Freude und der Tradition.Trotz kleinerer Herausforderungen ist es vor allem das, was es immer war: ein Familienfest, das Generationen zusammenbringt und Würzburgs Sommer prägt. Die Verantwortlichen blicken zuversichtlich auf die verbleibenden Festtage und hoffen, dass das Kiliani auch weiterhin friedlich, fröhlich und gemeinschaftlich gefeiert wird.
Fotos: by Nuus.de


