Über das Stück
Neben den Inhalten ausgewählter Briefe geht es in dem Stück um das Schreiben selbst, die Handschrift, die einen Brief persönlich macht. Was steckt hinter dem Akt des Schreibens? Ein Brief enthält immer mehr als nur Worte. Die Handschrift spiegelt die Persönlichkeit wider, im Gegensatz zu unpersönlichen gedruckten Buchstaben, wie sie beispielsweise in einer E-Mail zu finden sind. Als Empfängerin oder Empfänger wiederum hält man mit einem Brief etwas Konkretes und Persönliches in den Händen, in gewisser Weise einen Teil der Verfasserin oder des Verfassers. Briefe tragen Bedeutung. Sie sind Artefakte unserer persönlichen und gesellschaftlichen Geschichte.
Dominique Dumais beschreibt ihren Vorgang bei der Umsetzung des Themas und der Brieftexte in Choreografie folgendermaßen: „Briefe spiegeln Menschsein wider. Es gibt viele Möglichkeiten des Einstiegs oder des Anknüpfens für die Übersetzung in Tanz: die Emotionen, der Inhalt (Thema), die grammatikalische Zeichensetzung (Rhythmus), die Form der Buchstaben einer Handschrift (Form, Gestalt), die Wortwahl (Melodie der Sprache). Auch Wiederholungen sind ein interessantes Motiv für den Tanz, ebenso wie die Betonungen innerhalb eines Satzes. Selbst der Klang der Wörter kann zu einer interessanten Geste oder rhythmischen Wendung inspirieren.“ Den Kreationsprozess fing die Choreografin mit einer Schreibübung für das Tanzensemble an: Jedes Mitglied sollte zuerst selbstständig einen handschriftlichen Brief verfassen und diesen dann in tänzerische Bewegung übertragen. Das Bewegungsmaterial dieser individuellen Choreografien der Tänzerinnen und Tänzer wurde mit in die Choreografie von Dominique Dumais verflochten. So werden die individuellen Persönlichkeiten des Ensembles sichtbar und das Stück kommt zugleich durch die Bewegungssprache und künstlerische Stimme der Ballettdirektorin zu einem Ganzen zusammen.
Die Auswahl an Texten umfasst Liebesbriefe, berühmte Korrespondenzen oder auch Tagebucheinträge im Sinne eines „Schreibens an sich selbst“. Die Texte sind als Teil des Sounddesigns im Stück zu hören. Eingesprochen wurden sie von Mitgliedern des Schauspielensembles, um den unterschiedlichen Verfasserinnen und Verfassern eine Stimme zu verleihen. Neben der Einspielung der Brief-Texte wird der Klangraum des Stücks durch einen Pianisten auf der Bühne gestaltet. Dominique Dumais stellte gemeinsam mit Jazz-Pianist Rainer Böhm eine Auswahl seiner Klavierkompositionen für das Programm zusammen.
Besetzung
Tanzcompagnie des Mainfranken Theaters Würzburg: Chiara Bergamini, Debora Di Biagi, Ria Girard, Ya-Chin Huang, Mirko Ingrao, Tyrel Larson, Christian Lavigne, Blai López Sánchez, Matisse Maitland, Yester Mulens García, Jacob Noble, Maya Tenzer, Alba Valenciano López
Am Klavier auf der Bühne begleiten Rainer Böhm, alternierend mit Philipp Schuhmacher die Tänzerinnen und Tänzer.
Die nächsten Termine
8.2.26 | 18:00 Uhr 19.2.26 | 19:30 Uhr 27.2.26 | 19:30 Uhr 11.3.26 | 19:30 Uhr 13.3.26 | 19:30 Uhr
Veranstaltungsort: Mainfranken Theater Würzburg, Kleines Haus
Weitere Vorstellungstermine und Infos finden sich unter: mainfrankentheater.de/briefe. Tickets für alle Veranstaltungen sind erhältlich über den Online-Spielplan oder per Mail an karten(at)mainfrankentheater.de sowie telefonisch unter +49 931 375-375 oder zu den Öffnungszeiten an der Theaterkasse im Theaterneubau. |