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Opern-Doppelabend: Rosse – Pagliacci kommt in der Blauen Halle zur Premiere

WÜRZBURG: Mit dem Doppelabend Rosse – Pagliacci bringt das Mainfranken Theater Würzburg zum Saisonfinale ein außergewöhnliches Opernereignis auf die Bühne der Theaterfabrik Blaue Halle: Ausgrabung und Wiederentdeckung eines Klassikers, Lokalbezug und Welthaltigkeit, expressionistische Rarität und italienischer Verismo treffen in einem ebenso spektakulären wie berührenden Musiktheaterabend aufeinander. Während Ruggero Leoncavallos Pagliacci erstmals seit 40 Jahren wieder am Mainfranken Theater zu erleben ist, wird mit Winfried Zilligs Rosse zugleich ein Werk des 1905 in Würzburg geborenen
Komponisten und späteren Schönberg-Schülers wiederentdeckt. Premiere war am Sonntag, 17. Mai 2026, um 18 Uhr in der Theaterfabrik Blaue Halle.

Regisseur Roman Hovenbitzer und Ausstatter Pascal Seibicke entwickeln für Rosse – Pagliacci eine gemeinsame theatrale Perspektive auf zwei Werke, in denen vertraute Ordnungen zerbrechen und innere Konflikte in zerstörerische Handlungen umschlagen. Dabei treffen bäuerliche Existenzkrise und Verismo-Drama, expressionistische Zuspitzung und italienisches Welttheater unmittelbar aufeinander. Hovenbitzer zählt seit mehr als 25 Jahren zu den gefragten Opernregisseuren seiner Generation und hat rund 100 Musiktheater-Inszenierungen im In- und Ausland vorgelegt. Erstmals konnte er nun für das Mainfranken Theater gewonnen werden. Für Bühnen- und Kostümbild zeichnet erneut Pascal Seibicke verantwortlich, der dem Würzburger Publikum unter anderem seit seinen spektakulären Arbeiten für Meyerbeers

Die Hugenotten (2016), John Adams’ Nixon in China (2018), Strauss’ Ariadne auf Naxos (2019) und den Doppelabend

Die glückliche Hand – Gianni Schicchi (2021) bestens vertraut ist. Im ersten Teil steht Winfried Zilligs 1932 entstandener Einakter Rosse nach Richard Billingers gleichnamiger „dramatischer Skizze“ auf dem Programm. Die Oper erzählt von Franz, einem Rossknecht, dessen Identität untrennbar mit der Arbeit mit Pferden verbunden ist. Als die Mechanisierung der Landwirtschaft diese Welt bedroht, gerät sein Selbstverständnis ins Wanken. Zillig, Schüler Arnold Schönbergs und von Theodor W. Adorno zu den „Allerbegabtesten“ seiner Generation gezählt, verbindet in Rosse moderne Tonsprache mit dramatischer Unmittelbarkeit. Die Wiederentdeckung ist damit auch die Rückkehr eines bedeutenden Würzburger Komponisten an seinen Geburtsort.

Im zweiten Teil folgt Leoncavallos Verismo-Klassiker Pagliacci. Die Geschichte einer Komödiantentruppe, in der Bühne und Wirklichkeit tödlich ineinanderbrechen, gehört zu den berühmtesten Werken des italienischen Repertoires – und kehrt nun nach vier Jahrzehnten nach Würzburg zurück.

Die Hauptrollen sind mit international profilierten Sängerinnen und Sängern besetzt, die dem Mainfranken Theater eng verbunden sind: Der italienische Bariton Federico Longhi kehrt nach seinen eindrucksvollen Darstellungen als Montfort in Verdis Les vêpressiciliennes und der Titelpartie in Rigoletto nach sechs Jahren zurück und gestaltet den Rossknecht Franz sowie Tonio.Brad Cooper, jüngst für seinen Florestan in Beethovens Fidelio gefeiert, ist als Maschinenhändler Alois und Canio zu erleben. Die griechische Sopranistin Ilia Papandreou kehrt nach eindrucksvollen Rollengestaltungen als Ariadne, Emilia Marty und Chrysothemis (Elektra) nun als Rosa zurück, während Sophie Gordeladze – in dieser Saison bereits als Violetta Valéry in Verdis La traviata gefeiert – die Nedda in Pagliacci verkörpert. Die weiteren Partien sind aus den Reihen des Würzburger Ensembles besetzt. Es musizieren Opern- und Extrachor, Kinder- und Jugendchor des Mainfranken Theaters (Einstudierung: Paweł Serafin) sowie das Philharmonische Orchester Würzburg unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Mark Rohde.

Am Vormittag der Premiere widmete sich zudem ein Symposium im Kleinen Haus des Mainfranken Theaters unter dem Titel „Komponist – Werk – Zeitkontext“ Leben, Werk und Umfeld Winfried Zilligs. Zu Gast waren unter anderem der renommierte Würzburger Musikwissenschaftler Prof. em. Dr. Ulrich Konrad sowie der Zillig-Experte Dr. Christian Lemmerich.

Weitere Informationen unter: www.mainfrankentheater.de/programm/a-z/zillig-symposium/


Premiere:
Sonntag, 17. Mai 2026, 18 Uhr, Blaue Halle
Die nächsten Termine
21.05.26 | 19:30 Uhr
27.05.26 | 19:30 Uhr
29.05.26 | 19:30 Uhr
03.06.26 | 19:30 Uhr
Veranstaltungsort: Blaue Halle Mainfranken Theater Würzburg

Weitere Infos und Vorstellungstermine finden sich unter Rosse - Pagliacci, von Winfried Zillig und Ruggero Leoncavallo | Mainfranken Theater Würzburg

Tickets sind ab sofort über den Online-Spielplan, telefonisch unter + 49 931 375-375, per Mail an karten@mainfrankentheater.de oder an der Theaterkasse im Theaterneubau erhältlich.

Fotos: by Mainfranken Theater Würzburg