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Betriebe kommen immer schlechter an finanzielle Mittel

10.06.2021

Finanzierungslage bleibt angespannt


WÜRZBURG/MAINFRANKEN

Die Finanzierungssituation der regionalen Unternehmen bleibt angespannt. Auch wenn die aktuellste IHK-Frühjahrskonjunkturumfrage auf eine wirtschaftliche Erholung hindeutet, sind zunehmend Probleme bei Eigenkapital und Liquidität zu erkennen – so eine aktuelle Sonderauswertung zur Finanzierungssituation.

 

„Die Coronapandemie hat die verschiedenen Wirtschaftsbranchen in Mainfranken unterschiedlich hart getroffen. Während Industrie oder Bau laut unserer Frühjahrskonjunkturauswertung wirtschaftlich besser dastehen, leiden Tourismus, Hotellerie oder Einzelhandel nach wie vor. Dies zeigt nun auch ein Blick auf die Finanzierungssituation der Betriebe“, erklärt Dr. Sascha Genders, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. Laut einer Sonderauswertung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zur Finanzlage der Unternehmen in Deutschland beurteilen 43 Prozent der Befragten ihre Finanzierungssituation als problematisch. Besonders gravierend seien der erkennbare Eigenkapitalrückgang und aufkommende Liquiditätsengpässe. Insbesondere kleinere Unternehmen mit bis zu zwanzig Mitarbeitern sind von der Entwicklung betroffen.

 

Zugang zu Fremdkapital wird schwieriger

„Die Problematik der Eigenkapitalausstattung führt nicht zuletzt dazu, dass die Herausforderungen bei der Beschaffung von Fremdkapital zunehmen. In der Folge werden notwendige Investitionen in die Zukunftsfähigkeit oder für den Restart nach Corona erschwert“, so Genders weiter. Laut der aktuellsten IHK-Konjunkturumfrage berichteten bereits acht Prozent der regionalen Unternehmen über einen schlechteren Zugang zu Fremdkapital, weitere fünf Prozent haben gar keine Finanzierung erhalten. Hauptursachen für die Hürden bei der Fremdkapitalfinanzierung sind laut DIHK-Sonderumfrage der eigene Finanzierungsanteil (38 Prozent), fehlende Sicherheiten (35 Prozent) oder Dokumentationspflichten (29 Prozent).

 

Problem Finanzmarktregulierung

„Wenn sich der wirtschaftliche Aufschwung hoffentlich verstetigt und weitere Branchen erfasst, brauchen unsere Betriebe hinreichend finanzielle Mittel für Investitionen. Es zeigt sich jedoch, dass genau dies zum Problem werden kann.“ Besonders die zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen im Zuge der Bankenregulierung oder die Forcierung von Sustainable Finance dürften laut Genders dazu beitragen, dass sich die Unternehmensfinanzierung zunehmend schwieriger gestalten wird. Hier müsse die Politik ansetzen und zum Beispiel auf eine mittelstandsfreundliche Ausgestaltung regulatorischer Maßnahmen achten.

 

Die IHK rät Unternehmen, sich frühzeitig mit der eigenen Unternehmensfinanzierung zu beschäftigten und bietet ihren Mitgliedsbetrieben Hilfestellungen rund um die Themen Finanzierung und Förderung: www.wuerzburg.ihk.de/finanzierung

 

Information: Dr. Sascha Genders, Tel. 0931 4194-373, E-Mail: sascha.genders@wuerzburg.ihk.de oder unter www.wuerzburg.ihk.de/finanzierung  


Von: S. Thomas/M. Gränz