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Bilanz der Weinprüfung für 2010: Silvaner ist wieder vorn

05.02.2011

Unterfranken - Rückblick auf den Spitzenjahrgang 2009: auch so könnte im Ergebnis die aktuelle Auswertung der Zahlen zur Qualitätswein- und Qualitätsschaumwein-Prüfung der Regierung von Unterfranken für das Jahr 2010 umschrieben werden, in dem in erster Linie Weine dieses Jahrgangs zum „amtlichen Wein-TÜV“ angestellt wurden. Beachtlichen 95 % aller Anstellungen des Prüfjahres 2010, d.h. etwa 12.400 Anträgen, konnten die begehrten Amtlichen Prüfungsnummern (A-P-Nr.) zugeteilt werden. Dahinter steht das konsequente Streben der fränkischen Weinwirtschaft nach immer höherer Qualität ihrer Erzeugnisse, das vom Wein-Jahrgang 2009 durch seine außerordentliche Güte besonders belohnt wurde.


Der Jahrgang 2009 hat mit rund 35 Millionen Liter (das sind 79 % der Erntemenge von ca. 44,3 Millionen Liter) bereits das amtliche Prüfungsverfahren durchlaufen. Der Anteil der „fränkisch-trocken“ ausgebauten Weine mit maximal 4 Gramm Restzucker war mit 7,9 Millionen Liter (21 %) leicht steigend. Dafür ging mit rund 15 Millionen Liter (40 %) der Anteil der Weine mit einem Restzuckergehalt zwischen 4 und 9 Gramm pro Liter etwas zurück. Diese Weine dürfen nach EU-Recht ebenfalls mit der Geschmacksangabe „trocken“ bezeichnet werden. Gut ein Drittel der geprüften Weinmenge (34 %) und damit ein wenig mehr als 2009 war in Bocksbeutel gefüllt. Auch dies dürfte ein Hinweis auf die besondere Güte des Jahrgangs 2009 sein.

Die nach wie vor beliebte Weinart „Rotling“ (das ist ein Verschnitt von Weißweintrauben mit Rotweintrauben), die meist sehr fruchtige Weine ergibt, hat sich im Jahr 2010 mit einem Anteil von 6,9 % weiter stabilisiert.

88 % der geprüften Menge wurden mit einer Rebsortenangabe vorgestellt; und zwar unter 60 verschiedenen Rebsorten. Zugelassen zur Weinbereitung sind in Bayern übrigens genau 101 weiße und rote Rebsorten. Das Hauptkontingent stellte passend zum 2009 begangenen Silvanerjahr (350 Jahre Silvaner in Franken) erstmals seit vielen Jahren wieder der Silvaner mit gut 30 % der Menge (Vorjahr rund 28%), gefolgt vom Müller-Thurgau mit 28 % (Vorjahr knapp 32%), der in den vergangenen Jahren stets am stärksten vertreten war. Auf Platz 3 landete erneut der Bacchus mit 15 % Anteil. Als mengenmäßig bedeutendste Rotweinsorte folgt Domina mit einem Anteil von 5,1 % auf Platz 4. Der Anteil von Wein aus roten Trauben (Rotwein, Rosè, Weißherbst und blanc de noirs) betrug wie im Vorjahr etwa 16 %. 45 % der Menge wurden unter einem Einzellagenamen, 21 % unter einem Großlagenamen und 34 % ohne Lagenangabe (z.B. mit Markennamen) vermarktet.

Allgemein ist festzuhalten, dass der Jahrgang 2009 durch seine ausgezeichnete Qualität verspricht, das Ansehen des Frankenweines weiter zu heben.

Die Herstellung von Sekt aus Franken hat 2010 mit 136 Partien (bei einer Gesamtmenge von rund 270.500 Liter) nochmals abgenommen (2009: 165 Partien mit 321.000 Liter). Die Rebsorte Silvaner (68.800 Liter) konnte dabei den Riesling (39.700 Liter) auch diesmal deutlich hinter sich lassen. Mit 95.500 Liter den größten Anteil stellten im Jahr 2010 wieder die Sekte ohne Rebsortenangabe. Gut 56 % der Menge wurden nach dem traditionellen Verfahren auf der Flasche vergoren und nach einer Mindestlagerzeit von 9 Monaten auf der Hefe degorgiert. Etwa 43 % der angestellten Menge tragen als engere Herkunftsangabe einen Lagenamen. 76 % der Menge dürfen mit den Geschmacksangaben „Extra brut“ (bis 6 g/l Restzucker) oder „brut“ (unter 12 g/l Restzucker) bezeichnet werden.


Von: Michael Horling