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Das Senioren-Laufwasser-Kraftwerk Wipfeld ist fit wie am ersten Tag: Seit 60 Jahren sauberer Strom aus der Kraft des Mains

19.12.2011

Wipfeld - Einen runden Geburtstag, allerdings ohne Aussicht auf baldige Rente, konnten 2011die beiden RMD-Laufwasserkraftwerke Wipfeld, Landkreis Schweinfurt, und Limbach in Eltmann, Landkreis Haßberge, feiern. Die beiden Kraftwerke der Rhein-Main-Donau AG (RMD) blicken in diesem Jahr auf 60 Jahre erfolgreichen Dauerbetrieb im Dienste einer umweltfreundlichen, regenerativen Stromerzeugung zurück.


Seit der Inbetriebnahme 1951 erzeugte Wipfeld aus seinen beiden Kaplan-Turbinen mit zusammen 2.900 Kilowatt Leistung durchschnittlich fast 20 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Das etwas leistungsstärkere Limbach mit zusammen 3.700 Kilowatt Leistung aus ebenfalls zwei Kaplan-Turbinen kommt im Schnitt auf eine durchschnittliche Jahreserzeugung von etwa 24 Millionen kWh Strom. Dadurch entlasten allein diese beiden Kraftwerke das Klima um rund 30.500 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr. Seit Betriebsbeginn haben Wipfeld rund 1,2 Milliarden kWh Strom und Limbach über 1,4 Milliarden kWh erzeugt. Dabei wird eine Fallhöhe von 3,2 bis 4,3 Meter in Wipfeld und von 4,5 bis 5,4 Meter in Limbach genutzt. Dafür wird das benötigte Wasser an jeweils drei Wehrfeldern aufgestaut, um dann mit rund 100 Kubikmeter pro Sekunde, das entspricht über 500 Badewannenfüllungen pro Sekunde, die Turbinen anzutreiben und über die angekoppelten Generatoren sauberen Strom zu erzeugen.

Die Jahresstromerzeugung des Kraftwerks Limbach entspricht dem Strombedarf von fast 6.900 Durchschnitthaushalten (3.500 kWh/a mit 2,7 Personen); die über 5.200 Einwohner von Eltmann könnten allein mit einer Jahresproduktion rund dreieinhalb Jahre ihren Haushaltsstrombedarf decken. Die über 1.100 Wipfelder Bürgerinnen und Bürger sind sogar noch größerere Nettostromexporteure. Ihr Kraftwerk produziert den Strombedarf von über 5.700 Durchschnittshaushalten, so dass Wipfelds Einwohner über fünf Jahre damit versorgt werden könnten.

Mit den rund 2,6 Milliarden kWh Gesamterzeugung der beiden Kraftwerke in den vergangenen 60 Jahren hätten alle Schweinfurter Bürgerinnen und Bürger fast 40 Jahre sicher und umweltfreundlich mit Strom versorgt werden können.

Neben der CO2-Vermeidung von bisher rund 1,9 Millionen Tonnen leisten auch die Rechenreinigungsanlagen von Limbach und Wipfeld einen wichtigen Umweltbeitrag zur Reinhaltung des Mains und damit zur Verkehrssicherheit auf der Wasserstraße. Über 1.300 Kubikmeter Schwemmgut, in erster Linie Treibholz, aber auch Unrat, „filtern“ sie pro Jahr aus dem Flusswasser. Die Entsorgung dieses Materials übernimmt ein zertifizierter Entsorgungsbetrieb. Die Main-Kraftwerke werden von der Warte des Pumpspeicherkraftwerks Langenprozelten im Spessart aus ferngesteuert.

Beide Anlagen wurden im Zuge des Ausbaus des Mains zu einer europäischen Großschifffahrtsstraße zu Beginn der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts von der Rhein-Main-Donau AG errichtet und gehören zu einer Kette von 29 RMD-Kraftwerken am bayerischen Main zwischen Aschaffenburg und dem Abzweig des Main-Donau-Kanals bei Bamberg. Sorgsamer Betreiber der Anlagen ist E.ON.

Dazu RMD-Vorstand Dr. Albrecht Schleich: „Wir freuen uns, dass wir mit E.ON einen kompetenten und ausgezeichneten Betreiber für unsere Wasserkraftwerke an Main und Donau gefunden haben, der unsere Anlagen im Sinne einer zuverlässigen, umweltfreundlichen, regenerativen Stromerzeugung für einen langfristigen Dauerbetrieb fit hält.“
„Unser ältestes Wasserkraftkraftwerk entstand vor knapp 90 Jahren am Main in Würzburg (Untere Mainmühle, 1922) und erzeugt seitdem zuverlässig Strom. Unseren Kraftwerken Limbach und Wipfeld wünschen wir einen mindestens ebenso langen und erfolgreichen Betrieb, der vor allem auch dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Unternehmens und denen unseres Betriebsführers E.ON zu danken ist – darauf können alle mit Recht stolz sein“, erklärte Schleich weiter.

Gut 15 Prozent Anteil hat die Wasserkraft an der Stromerzeugung in Bayern. Sie ist seit über 100 Jahren auch heute mit rund 12,5 Milliarden Kilowattstunden Jahreserzeugung wichtigster Grundlast fähiger, regenerativer Stromproduzent. Importunabhängig, zuverlässig, flexibel und kundennah stellen die über 200 großen und etwa 4.000 kleineren Wasserkraftanlagen an Bayerns Flüssen Strom in einer Größenordnung zur Verfügung, die für die Versorgung von rund 3,5 Millionen Durchschnittshaushalten ausreichen würde. Laut einer forsa-Umfrage befürworten 91 Prozent der Menschen in Bayern die Nutzung der Wasserkraft.

Rhein-Main-Donau AG
Die Rhein-Main-Donau AG (RMD) mit Sitz in München wurde 1921 gegründet und gehört seit 1995 mehrheitlich zum E.ON-Konzern. Das bayerische Traditionsunternehmen besitzt an Altmühl, Donau, Lech, Main und Regnitz insgesamt 60 Wasserkraftwerke, darunter ein Pumpspeicherkraftwerk in Unterfranken mit 164 Megawatt installierter Leistung. Die Betriebsführung ihrer Anlagen hat die RMD an die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH und die E.ON Wasserkraft GmbH übertragen.
Die 59 Laufwasseranlagen verfügen über eine installierte Leistung von fast 600 Megawatt und erzeugen pro Jahr durchschnittlich rund 3,4 Milliarden Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom aus Wasserkraft. Damit wird das Klima um rund 2,4 Millionen Tonnen CO2. entlastet.

Die RMD CONSULT GmbH ist eine international tätige, unabhängig planende Ingenieurgesellschaft mit den Schwerpunkten Hochwasserschutz, Flussrenaturierung, Schifffahrtsstraßen, Wasserkraft, Regenerative Energien, dezentrale Energieversorgung und thermische Kraftwerksanlagen.

Die RMD Wasserstraßen GmbH, ein Tochterunternehmen der RMD AG, arbeitet im Auftrag und auf Rechnung der Bundesrepublik Deutschland sowie des Freistaats Bayern und ist zuständig für die Aufgaben Donauausbau und Hochwasserschutz.

E.ON Wasserkraft GmbH
E.ON ist Deutschlands größter Wasserkraftbetreiber und größter Erzeuger regenerativer Energie. 110 eigene und betriebsgeführte Wasserkraftwerke stellen einen wesentlichen Teil des E.ON-Erzeugungsportfolios in Deutschland dar. Mit mehreren großen Pumpspeicherkraftwerken leistet E.ON zudem einen wichtigen Beitrag zur Integration anderer Erneuerbarer Energien ins deutsche Stromnetz. Die von E.ON betriebenen Wasserkraftwerke erzeugen insgesamt 8,3 Milliarden Kilowattstunden regenerativen Strom. Sie sparen damit fast sechs Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein. Viele der Kraftwerke wurden unter anderem durch Umgehungsgewässer, Fischpässe und Renaturierungsstrecken entlang der Flussufer ökologisch aufgewertet.


Von: Michael Horling