Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Der Tourismusverband Schweinfurt 360° blickt positiv in die Zukunft

14.03.2011

Schweinfurt - Einen klitzekleinen Schönheitsfleck gab es dann doch noch zu entdecken bei der Bilanz nach fast einem Jahr gemeinsamer touristischer Sache zwischen Stadt und Landkreis Schweinfurt. Das Magazin für 2011 von Schweinfurt 360° heißt "Entdeckunsreich". Ein "G" fehlt, was weder Schreiber, Werbeagentur noch Druckerei bemerkten. "Vielleicht spielt sich da ja als Ratespiel ein...", spaßte Landrat Harald Leitherer, gleichzeitig Vorsitzender des Tourismus-Zweckverbandes, der nach dem Start der Zusamenarbeit am 1. April 2010 für das letzte Jahr gute Zahlen vermelden konnte. 281.595 Personen übernachteten in Stadt und Landkreis, 16,2 Prozent mehr als im Krisenjahr 2009.


Das Krisenjahr spielt deshalb eine Rolle, weil unter den rund 173.000 Gästen der Stadt mit 80 Prozent die Wirtschaftsreisenden einen Großteil ausmachen. Gerade im Dezember und Januar sowie im Ferienmonat August brechen diese Zahlen aber stets leicht ein. Mit seinen 130 Zimmern ist der Mercure-Großhotel auf der Maininsel natürlich die Musterherberge der Region. Nur um die 110.000 Übernachtungsgäste zählte die Stadt noch 2002 vor der Eröffnung. Weil das Hotel schon immer an Kapazitätsgrenzen angelangt ist, soll das neue, in der Hadergasse geplante mit weiteren über 100 Zimmern Schweinfurt neue Steigerungsraten ermöglichen. "Wir empfehlen so etwas auch dem Landkreis", weist Hans Schnabel auf eine bislang fehlende und am Ellertshäuser See sicher gut passende Einrichtung hin. "Denn ein Hotel ist die Grundlage, da können wir noch so viel Marketing betreiben", weiß der Geschäftsführer des Tourismus-Verbandes. Knapp 108.000 Gäste übernachteten im Landkreis, auf ähnlichem Level bewegen sich die Zahlen seit Jahren. 300.000 Gäste, 180.000 für die Stadt und 120.000 für den Landkreis, strebt Schnabel als Nahziel an.

Dafür ist man bereit, über die ausschließlich weiblichen Mitarbeiterinnen in der Information im Alten Rathaus einiges zu tun. Bis zu 30 Themen für Gästeführungen gibt es, das Magazin in einer Auflage von 10.000 Exemplaren, dazu eine Imagebroschüre, neue Stadtpläne, einen Veranstaltungskalender, den neuen Webauftritt, ein Gastgeber-Portal im Internet, den Online-Veranstaltungskalender und neue Merchandising-Artikel wie T-Shirts, Weingläser oder Postkarten mit Panoramaaufnahmen. Auf Messen in München, Nürnberg und jüngst in Berlin lagen die Prospekte der Schweinfurter aus. Gastgeber und Gästeführer werden vom Tourismus-Verband geschult. Mit der Eröffnung der Spargelsaison im April, dem Radlspaß im Werntal am 25.4. und dem autofreien Sonntag am 22. Mai stehen regelmäßige Termine wiederum an. Direktvermarktern der Region bietet der Verband die Möglichkeit, in den Informationsräumen ihre Produkte zu präsentieren. Image- und Randwanderkarte sollen demnächst neu aufgelegt werden, ab dem Mai geht die E-Bike-Saison in die weite Runde. 150 verliehene Räder in 2010 nennt Hans Schnabel nicht grundlos "ausbaufähig. Wir haben noch Ziele und freuen uns darauf, 2011 den Tourismus weiter voranzubringen". Die Sterne für die Zukunft stehen gut, vom Wandel in der Gesellschaft könnte Schweinfurt profitieren. Das Reiseverhalten der Deutschen soll sich ja gerade ändern: Hin zu häufigeren, kürzeren, aber dafür hochwertigeren Aufenthalten innerhalb des Landes. "Mit unseren Voraussetzungen können wir auf diesen Zug aufspringen", glaubt Oberbürgermeister Sebstian Remelé auch mit Blick auf die Radfahrer, die meist etwas älter sind und als gut betucht gelten.

2012 wird dann OB Remelé Zweckverband-Vorsitzender und Nachfolger von Leitherer, während dessen Tourismus-Mann Konrad Bonengel als Geschäftsführer Schnabel ablösen wird. Beide Seiten - Stadt und Landkreis - betonten bei der ersten Bilanz die gute Zusammenarbeit. Am 16. Juni wollen die Tourismus-Macher gemeinsam feiern beim Konzert der Scorpions im Willy Sachs-Stadion. Wen stört da bei so vielen guten Aussichten schon ein fehlendes "G" auf einer Titelseite. Sebastian Remelé glaubt gar, dass der Lapsus auch Absicht gewesen sein könnte. Als "Entdeck uns reich" könnte man das Wort ja auch auslegen. Und wenn´s schon kurzfristig was zu verbessern gibt, dann doch eher die Hinweistafeln im Landratsamt, wo das Presegespräch stattfand. Auf der Suche nach dem Raum irrte Remelé lange durch´s Gebäude und verteilte einen Seitenhieb an Harald Leitherer: "Ich hoffe, Eure Wanderwege sind besser ausgeschildert!"

Mehr unter www.schweinfurt360.de


Von: Michael Horling