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Erster Kinderarztvertrag Deutschlands um zwei Jahre verlängert

17.12.2011

Schweinfurt - Die AOK Bayern und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) haben den bereits seit 2009 bestehenden pädiatriezentrierten Versorgungsvertrag (PzV) um zwei weitere Jahre verlängert. „Damit wollen die Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen noch weiter optimieren,“ so Frank Ruppert, AOK-City-Geschäftsstellenleiter in Schweinfurt.


Die vereinbarte besondere Versorgung legt den Schwerpunkt auf kinderärztliche Vorsorge und Früherkennung. Bayernweit sind mehr als 220.000 Kinder und Jugendliche und über 95 Prozent der Kinder- und Jugendärzte in dem Vertrag eingeschrieben. „Sowohl für die Ärzte als auch für Eltern bzw. deren Kinder ist die Teilnahme freiwillig,“ erläutert Ruppert. Im Vergleich zur allgemeinen kinderärztlichen Versorgung sind die Vorsorgeleistungen im Kinderarztvertrag deutlich umfassender. Sie beinhalten laut Ruppert eine erweiterte Prüfung der Sprache und des Hörens und die Jugenduntersuchung J2. Gesondert vergütet werden auch die neuen Untersuchungen U10 (Entwicklungsanalyse) und U11 (Gesundheitsstatus), die die Lücke der Vorsorgeuntersuchungen für Kinder zwischen sieben und zehn Jahren schließen. „Gerade in dieser Phase werden wichtige Weichenstellungen für die soziale und gesundheitliche Entwicklung gestellt,“ so Ruppert.

Die dafür besonders qualifizierten Kinder- und Jugendärzte können im Rahmen dieser neuen Vorsorge neben der körperlichen Untersuchung Leistungsstörungen, Schulprobleme, Aufmerksamkeitsdefizite, Probleme im Umgang mit Medien oder auch seelische Fehlentwicklungen feststellen und frühzeitig Hilfsangebote einleiten. Neben einem erweiterten Neugeborenen-Screening sieht die Vereinbarung unter anderem auch die Durchführung und Honorierung der Sonographie von Niere und Blase sowie Testverfahren zur Feststellung von Entwicklungsdefiziten vor.

„Bei dem Vertrag von AOK Bayern und BVKJ handelt es sich um den ersten Hausarztvertrag für Kinder und Jugendliche in Deutschland, der nun als so genannter Add-On-Vertrag die allgemeine kinderärztliche Versorgung ergänzt,“ erläutert Frank Ruppert. Die Vertragspartner sind sich einig, dass Mehraufwendungen durch den Vertrag über Effizienzsteigerungen finanziert werden. So ist zur Verbesserung der Pharmakotherapie der Einsatz von wissenschaftlich begründeten und zugleich praxiserprobten Leitlinien vorgesehen. Zudem sollen insbesondere unnötige Doppeluntersuchungen vermieden werden und verstärkt der Grundsatz „ambulant vor stationär“ Berücksichtigung finden.


Von: Michael Horling