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„Hundert Prozent made in Giebelstadt“

06.06.2019

Landrat beim Firmenbesuch in der Bavaria Yachtbau


Stürmische Zeiten liegen hinter der Bavaria Yachtbau in Giebelstadt. Im April letzten Jahres meldete die Werft, deren Segel- und Motoryachten in vielen Häfen der Welt vor Anker liegen, Insolvenz an. Seit Oktober 2018 läuft die Bavaria unter der Flagge des Finanzinvestors CMP, der seinen Sitz in Berlin hat. Der Investor ist spezialisiert auf mittelständische Unternehmen in Sonder- und Umbruchsituationen. Bei einem Firmenbesuch erkundigte sich Landrat Eberhard Nuß jetzt nach dem Fortschritt der ambitionierten Umstrukturierungsmaßnahmen. Begleitetet vom Giebelstädter Bürgermeister Helmut Krämer und einer Delegation aus IHK Würzburg-Schweinfurt, Agentur für Arbeit, Regierung von Unterfranken, dem Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg sowie Vertreterinnen und Vertretern des Landratsamts ließ sich Nuß im Rahmen einer Werfttour das Sanierungskonzept erläutern.

 

„Wir sind auf einem guten Weg“, lautet die Botschaft von Michael Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung und Verkaufsleiter bei der Bavaria. Die Überarbeitung des Produktportfolios laufe. Die Erneuerung der Angebotspalette folgt dem Grundsatz „weniger ist mehr“. Bootslinien werden zusammengeführt und Kernkompetenzen ausgebaut. „Wir entwickeln Bavaria wieder zum Volkswagen unter den Yachten“, erklärt Ralph Kudla, Geschäftsführer für den Bereich Restrukturierung, das Ziel.

 

Für Landrat Nuß ist die Bavaria Yachtbau ein wesentlicher Bestandteil des ausgezeichneten und hochspezialisierten Standortprofils, das der Landkreis Würzburg vorweisen kann. Im Sinne der Wirtschaftskraft und der Arbeitsplatzdichte sei es enorm wichtig, dass die Werft ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern könne. Ausdrücklich lobt Nuß den im Restrukturierungskonzept verankerten Grundsatz, zu hundert Prozent made in Giebelstadt zu produzieren. Auch Michael Dröse, Leiter der Kreisentwicklung am Landratsamt Würzburg, freut sich über das klare Standortbekenntnis.

Dass schon jetzt alle Hauptkomponenten in der Giebelstädter Werft gefertigt werden, ist in der Branche eine Besonderheit. Auf einer Produktionsfläche von zehn Fußballfeldern entstehen vom Rumpf bis zum Deck alle Bauteile. Eine eigene Schreinerei sorgt für den kompletten Innenausbau.

 

Das Unternehmen versteht sich als bodenständiger Handwerksbetrieb und grundsolide soll auch die Angebotspalette sein. „Unsere Kunden erwarten, dass ihr Boot einfach zu bedienen ist und funktioniert“, weiß Geschäftsführer Müller. Der Kunde wolle das Licht nicht über sein Smart Phone steuern können, sondern zuverlässigen Fahrspaß genießen und viel Platz an Bord vorfinden.

 

An der Umsetzung arbeiten in Giebelstadt rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Produktionszeit einer Yacht beträgt etwa sieben bis zwölf Wochen. Dann sind rund 3.000 Einzelteile in einem Boot verbaut. Um zukunftsfähig zu bleiben, investiert die Bavaria Yachtbau in diesem Jahr vier Millionen Euro in die Produktentwicklung. Die Häfen der Welt sollen auch weiterhin nicht auf Boote aus Giebelstadt verzichten müssen.

Gemeinsam an Bord (v.l.n.r.): Bernhard Wallrapp, Stabsstellenchef am Landratsamt Würzburg, Landrat Eberhard Nuß, Bavaria-Geschäftsführer Michael Müller, Wirtschaftsförderer Michael Dröse vom Landratsamt Würzburg, Stefan Beil, Leiter der Agentur für Arbeit Würzburg, Bürgermeister Helmut Krämer und Heiko Brückner, Leiter des Bereiches Wirtschaft, Landesentwicklung und Verkehr an der Regierung von Unterfranken. Foto: Kathrin Klotzbach

Von: S. Thomas/K. Klotzbach