Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Jahresrückblick der Sparkasse Schweinfurt: "Die alten Wettbewerbs-Stärken sind auch die neuen!"

01.02.2012

Schweinfurt - Wenn Johannes Rieger zu Themen, die ihm am Herzen liegen, erst einmal ausholt, dann können schon lange Minuten ins Land ziehen. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Schweinfurt ist halt ein "Banker" durch und durch und jemand, der aktuelle Entwicklungen erklären kann und der Nachfragen nicht einfach nur beantworten will. Demzufolge gab´s für die zahlreich erschienenen Medienvertreter allerlei Wissenswertes auch abseits der aktuellen, lokalen Zahlen zu erfahren, die freilich im Vordergrund standen beim Jahresrückblick, verbunden mit dem Versuch, ein wenig in die Zukunft zu schauen.


"Die alten Wettbewerbs-Stärken sind auch die neuen", sagte Rieger zu "seiner Sparkasse" und sprach von "stabilen Erfolgsfaktoren". Im Hauptsitz und in den 43 Filialen (zu denen neun SB-Einrichtungen und 66 Geldautomaten kommen) wird bedürfnisorientiert beraten, Service geleistet zu fairen Preisen und spielt für die Sparkasse Schweinfurt die Kundennähe eine große Rolle. Und deshalb war 2011 unterm Strich für den Vorstandsvorsitzende und seine Kollegen, in der Summe 558 Mitarbeiter, von denen 40 Auszubildende sind, auch wieder ein gutes Geschäftsjahr. "Luft nach oben" sieht Rieger zwar, "mit einem Betriebsergebnis von rund 23 Millionen Euro aber kann man leben".

Die Geldanlagen stiegen um 1,9 Prozent auf 1.853 Millionen Euro. Dabei legten die Unternehmen 18,9 % mehr an, die Kommunen dafür 12,8 % weniger. Finanziert hat die Sparkasse Schweinfurt 1.277 Millionen Euro, 3,1 % mehr. Wobei hier Unternehmen und Kommunen jeweils 5,5 % zulegten bzw. zurückzogen. Bei den Privatkunden stieg die Anzahl der Girokonten um 1,3 % auf 1.013 Konten, die Einlagen um 1,8 % auf 26,9 Millionen Euro. Gerade der Immobilienbereich und das Bauspargeschäft boomt: Auf 85,5 Millionen Euro stieg das ausgezahlte Darlehen zur Finanzierung um 14,5 %. Die Nachfrage nach preisgünstigen Wohnungen und Häusern in der Region sei enorm. Das Wertpapiergeschäft ging aber um fast zehn Prozent zurück. "Die Staatsschuldenkrise hat unsere Kunden beeindruckt", erklärt Rieger das mit dem Setzen auf Sicherheit.

Das Wort "Kreditklemme"?: Verstehen wir nicht", sagt Rieger. Um voraussichtlich 50 Millionen Euro wird sich 2011 die Bilanzsumme auf annährend 2,2 Milliarden Euro steigern. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor. Der Kreditbestand der Firmenkunden jedenfalls stieg um 5,5 % auf 637 Millionen Euro, Dass das Betriebsergebnis trotz all dieser Zahlen in etwa auf Vorjahreshöhe liegt, hat diverse Gründe. "Ertragsmäßig sind wir stehen geblieben, beim Volumen haben wir zugelegt", weiß Rieger. Bei den Landesbanken ("Rieger: "Das sind noch offene Baustellen...!") müsse an Gutachten abwarten, inwieweit sich die Sparkassen daran finanziell noch beteiligen müssen. "Beste Bank in Schweinfurt" ist die Sparkasse laut Focus Money CityContest auch 2011 gewesen. "Wir sind bei Firmen- und Privatkunden mit Abstand Marktführer", strahlt der Vorstandsboss.

Ein Ausblick: Die Filiale in der Richard-Wagner-Straße (Musikerviertel) soll modernisiert werden. Spenden und Sponsoring werden auch 2012 für die Sparkasse eine große Rolle spielen. "Alleine die Filialen sind zu wenig", weiß Johannes Rieger. Die Bedeutung des Internets sei noch überschaubar, dennoch investiert die Sparkasse auch in diesen Vertriebsweg. Einige Standardprodukte könnten jetzt schon auf diesen Weg direkt erworben werden, informierte der für diesen Bereich zuständige Vorstand Roberto Nernosi. Sein Kollege Jürgen Wagenländer informierte über die anstehende technische Vernetzung aller Länder Europas für einen künftig einheitlichen Zahlungsverkehr. Und bei über 50 Prozent an weiblichen Mitarbeiterinnen war es für das Männertrio nur selbstverständlich, zum Mediengespräch mit Tanja Sohns auch ein stellvertretendes Vorstandsmitglied des anderen Geschlechts an den Rednertisch zu holen. Die 39-jährige Diplom-Sparkassen-Betriebswirtin ist eine von schon vier Damen im haus in einer Leitungsfunktion. "Wir sehen noch Luft nach oben", meinte Johannes Rieger aber eher im Zusammenhang mit der Bilanz des abgeschlossenen Geschäftsjahres.

Unser Bild mit den vier Personen zeigt von links die Sparkassen-Vorstände Roberto Nernosi und Johannes Rieger, das stellvertretende Vorstandsmitglied Tanja Sohns und Vorstandsmitglied Jürgen Wagenländer.


Von: Michael Horling