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Mit pfiffigen Ideen und Konzepten bringen 35 FHWSMasterstudierende die „Bike GmbH“ ganz nach vorn

12.07.2020

„Die Geschichte von Klaus und seinem Traumbike“ wird auf Basis von „Scrum“ und der Software „Plato“ realisiert


Der Name Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt ist Programm: Im Rahmen eines zu 100 Prozent virtuellen „e-learning by doing“ Kurses haben Masterstudierende der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen folgende Ausgangssituation und Aufgabenstellung von Professor Dr.-Ing. Veselin Panshef erhalten: Die fiktive Firma „Bike GmbH“, ein klein- bzw. mittelständisches Unternehmen, hat klassische Fahrräder im Programm. Der Absatz ist seit Jahren konstant, wird künftig sinken. Diesem Trend möchte die GmbH entgegenwirken. Dem Management ist bewusst, dass nur mit grundlegenden Verbesserungen ein erfolgreiches Agieren am Markt möglich sein wird. Es beauftragt 35 Studierende ein neues Konzept für ein lauffähiges PSS (Product-Service-System) zu erstellen.

 

Die jungen Wirtschaftsingenieurinnen und –ingenieure stellen fest, dass in beiden Firmenwerken nach der Philosophie der 80‘er Jahre gearbeitet wird. Die Produktion ist geprägt durch intransparent gesteuerte Insel-Fertigungen, es gibt hohe Materialbestände, verwendet wird ein einfaches Office-Programm statt einer Geschäftsressourcen-Planung (ERP). In sieben Entwicklungsteams, begleitet durch das Labor für vernetzte Produktion c-factory an der FHWS, befragen, analysieren und konzipieren die Studierenden Lösungen. Die Vorgehensweise ist nicht mehr einem engen „Abteilungsdenken“ verhaftet, sondern sie folgt vielmehr interdisziplinär dem sogenannten „Advanced Systems Engineering“, der Entwicklung intelligenter technischer Systeme auf Basis der Digitalisierung.

 

In der „Geschichte von Klaus und seinem Traumbike“ werden Rundum-Pakete für die Kundinnen und Kunden entwickelt. Hierzu gehören u.a. Rückkaufaktionen „Rostrad gegen Traumrad“, der Kontakt über eine Händler-App, das Angebot einer EndkundenApp, in der Reiseschilderungen festgehalten werden können, ein kompakter Werkzeugkasten für Reparaturen on Tour sowie bei „RAD-Losigkeit“ eine Pannen- und Unfallhilfe-Hotline des BikerLadens. Eingelaserte QR-Codes in Radbestandteilen erleichtern die Nachbestellung von Ersatzteilen im Webshop, ein online abrufbares Tutorial hilft bei Outdoor-Reparaturen, der GPSTracker im Lenker macht dem Diebstahl des Bikes schnell ein Ende.

 

Optimierung der Produkte mit modernen Modulen, Modellen und Software-Programmen

Bei der Einführung so vieler umfassender Neuerungen im Rahmen der Optimierung der Fahrrad-Firma sollte nichts dem Zufall überlassen werden: Professor Panshef hat die Studierenden daher mit dem „Systems Engineering“, einem interdisziplinären Ansatz zur Entwicklung komplexer technischer Systeme in großen Projekten, vertraut gemacht. Darüber hinaus sollten die Studierenden im Rahmen ihres agilen Projekt- und Kompetenzmanagements „Scrum“ nutzen. Für die Fehlermöglichkeits- bzw. -einflussanalyse (FMEA) nutzten die Wirtschaftsingenieurinnen und –ingenieure ein von der Fa. Plato (www.plato.de) passend eingerichtetes Engineering Framework „e1ns“, das in einem übersichtlichen Ampel-System eine FehlerAnalyse aufzeigt und in einer Risikomatrix alle Anforderungen an das jeweilige Produkt und/oder den Prozess auf mögliche Fehlerquellen prüft. Damit wird die Lauffähigkeit des entwickelten PSS (Product-Service-System) sichergestellt.

 

So gelang es den Ingenieurinnen und Ingenieuren, innerhalb eines kurzen Zeitfensters eine neue Systemstruktur zu schaffen

• und die Variantenvielfalt der Räder zu optimieren

• eine persönliche wie digitale Kundenschnittstelle einzuführen

• die Logistik deutlich zu beschleunigen und zu vereinfachen sowie

• die Schaffung einer „Fahrradfertigung 4.0“ in die Wege zu leiten.

Bild 1: Sieben Teams erläuterten in einer Projektpräsentation ihre Ergebnisse zur Optimierung einer fiktiven Firma. Module, Modelle sowie Methodik spielten eine entscheidende Rolle. XXX Bild 2: Im Rahmen des „Systems Engineering“, einem interdisziplinären Ansatz zur Entwicklung komplexer technischer Systeme in großen Projekten, haben die Masterstudierenden ihre neuen Konzepte für die fiktive Firma rarbeitet: nicht mehr im engen Abteilungsdenken (Prozessmanagement, digitale Forschungsund Lernfabrik i-Factory, die Unternehmens-Ressourcen-Planung SAP Arbeitsschutz), sondern vernetzt und interdisziplinär. XXX Bild 3: Team 1 entwickelte den „Sercho“, eine Kombination aus Service und Tacho: Die Vorteile: Er analysiert das Fahrverhalten per Beschleunigungssensor, entwickelt daraus Vorschläge zum Service-Intervall und bietet eine Wetteranzeige sowie ein Wetter- Warnsystem an. (Screenshots: FHWS)

Von: S. Thomas/K. Bolza-Schünemann