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Schaeffler Vorstand setzt auf Arbeitsplatzabbau und Standortschließung anstatt auf Zukunftskonzepte

10.09.2020

Schaeffler Arbeitnehmervertreter lehnen eine Transformation auf Kosten von Mitarbeitern und Standorten vehement ab. „Transformation bei Schaeffler – alle mitnehmen“ lautet die Parole zum bundesweiten Aktionstag am Mittwoch, 16.09.2020


Bei einer außerordentlichen Sitzung des Konzernwirtschaftsausschusses der Schaeffler AG am Mittwoch, 09.09.2020 haben Mitglieder des Vorstandes die arbeitnehmerseitige Interessenvertretung über ein geplantes Maßnahmenpaket informiert. Dieses Maßnahmenpaket beinhaltet Entscheidungen ungeahnter Größenordnung, beim Abbau von Mitarbeitern und bei der Schließung von Standorten in Deutschland.

 

Geplante Schließungen der Standorte Wuppertal und Clausthal-Zellerfeld wird die Arbeitnehmervertretung nicht akzeptieren. Der Abbau von 4400 Arbeitsplätzen in Deutschland (betroffen sind insbesondere Herzogenaurach, Schweinfurt, Höchstadt, Homburg, Morbach, Gunzenhausen, Ingolstadt und Steinhagen) und geplante betriebsbedingte Kündigungen werden strikt abgelehnt.

 

Salvatore Vicari, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, unterstreicht vehement: „Nein, dieses Maßnahmenpaket des Managements können wir so nicht akzeptieren. Wir lehnen Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ab. Großes Unglück bricht über unsere Kolleginnen und Kollegen sowie deren Familien herein. Wir werden uns massiv zur Wehr setzen.“

 

Im Verlauf der letzten Jahre fanden viele Verlagerungen aus Deutschland nach Osteuropa und eine kontinuierliche Regionalisierung in Amerika, China und Asien – trotz Kritik der Betriebsräte – statt. Dies ging einseitig zu Lasten deutscher Standorte. Wir fordern ein Moratorium gegen Verlagerungen. Verlagerungen dürfen sich nicht nur an den niedrigen Lohnkosten in Osteuropa orientieren. Der Standort Deutschland ist durch gezielte innovative Produkte zu stärken. Dies muss die Agenda des Vorstandes sein.

 

Die Betriebsräte im Gesamt- und Konzernbetriebsrat fordern daher mit Nachdruck:

1. Keine Standortschließungen

2. Keine betriebsbedingten Kündigungen

3. Verlagerung nach Osteuropa stoppen (Moratorium)

4. Gezielte Stärkung aller deutschen Standorte durch innovative und zukunftsfähige Produkte

5. Kein Outsourcing / keine Fremdvergabe

6. Nutzung der gesetzlichen und tariflichen Alternativen, wie Kurzarbeit, Arbeitszeitverkürzung mit Teilentgeltausgleich, etc.

 

Aus den genannten Gründen wird am Mittwoch, 16. September ein bundesweiter Aktionstag, in Kooperation mit der IG Metall, an allen Schaeffler-Standorten stattfinden.


Von: S. Thomas/J. Schenk