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Bier und Europa sind stabil

Forum „Wirtschaft + Behörde“

Am vergangenen Dienstag lud die Ochsenfurter Kauzen Bräu ausgewählte Vertreter von Wirtschaft und Behörden zu ihrem zwischenzeitlich 48ten Forum. Gastredner war heuer der ehemalige Wirtschaftsweise Professor Dr. Bofinger, der über Europas Zukunft referierte. Ein gutes, frisch gezapftes Glas Winter-Weisse gab der gelungenen Veranstaltung einen runden Abschluss.

 

Ochsenfurt: Rund 100 geladene Gäste folgten der Einladung zum Forum der Ochsenfurter Kauzen Bräu"Wirtschaft+Behörde". Jacob Pritzl, Juniorchef der Brauerei, eröffnete die Veranstaltung mit einem kurzen Rückblick auf das Braujahr 2019, in dem der Bierabsatz erneut leicht gefallen ist. "Im Vergleich zu 2018 wurden heuer bundesweit 2,8 Prozent weniger steuerpflichtiges Bier abgesetzt, in Bayern lag der Rückgang gar bei 4,5 Prozent. Bislang kennzeichnete der August mit einem Rückgang von fast 13 Prozent den schlechtesten Monat 2019. Entgegen diesem allgemeinen eher negativen Trend konnten wir unseren Absatz jedoch leicht steigern. Allen Bieren voran haben unsere Hellen, Käuzle Urhell und Käuzle Helles Lager, das Groß der Steigerung gestemmt", so Jacob Pritzl in seiner kurzen Ansprache. Wie hoch die Qualität der Kauzen Biere sei, ließe sich anhand nationaler und internationaler Auszeichnungen belegen. Er erklärte: "Wir haben in diesem Jahr vier Goldmedaillen bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft DLG gewonnen und zudem zwei goldene beim internationalen Wettbewerb Monde Selection in Brüssel. Besonders stolz sind wir auf die Silbermedaille für unseren Whisky Old Owl, Jahrgang 2018 beim IWSC in London." Nicht unerwähnt ließ er die jüngst vollführte Etikettenumstellung: "Wir sind Deutschlands erste Brauerei, die alle Bieretiketten auf 100 Prozent Recyclingpapier drucken lässt. Damit schonen wir Umwelt und Ressourcen - 50Prozent Wasser und 60 Prozent Energie werden so eingespart."

 

Ungeregelter Brexit - kein Problem für Peter Bofinger

Gastreferent an diesem Abend war Prof. Dr. Peter Bofinger. Der Würzburger Ökonomieprofessor und ehemalige Wirtschafts-Weise referierte unverblümt, locker und bildhaft über Europas Zukunft. Dabei sehe er einem selbst ungeregelten Brexit völlig entspannt entgegen. "Tritt Großbritannien ungeregelt aus der EU aus, so hat das für Deutschland und den Rest der europäischen Union weitaus weniger schwere Folgen als öffentlich dargestellt. Wer die Unzufriedenheit über die EU und deren Arbeit mit einem Brexit beantwortet, sieht am Beispiel Großbritanniens, wie schwer der Ausstieg ist. Mir kommt das britische Parlament in der Brexitfrage eher vor wie die Augsburger Puppenkiste." Außer Frage stünde für ihn, dass es für die Union besser sei, wenn sie geschlossen dastehe, denn wichtige Entscheidungen ließen sich nur gemeinsam treffen. "Europa hat die Chance, eine Insel der Stabilität zu sein. In einer Zeit, in der einige Länder von Chaoten regiert werden, ist eine stabile Gemeinschaft wichtiger denn je. Eine einzelne Volkswirtschaft ist unbedeutend und droht schnell zum Spielball großer Mächte zu werden. Um nicht unter die Räder des Handelskrieges zwischen USA und China zu kommen, muss Europa gemeinsam auftreten", erklärte Bofinger im Laufe seines Vortrags.

 

Unzufriedenheit nimmt zu

Europaweit steigt die Unzufriedenheit über EU und Globalisierung, was Prof. Dr. Bofinger so kommentiert: "Globalisierung bringt Wohlstand, aber nicht gleichmäßig verteilt. Vergleichbar mit einem Kuchen, der stetig größer wird, bei dem die Stücke aber ungleich verteilt sind. Die Unzufriedenheit zu stoppen gelingt mit gleichmäßiger Aufteilung des Wohlstands-Kuchen, der dadurch aber auch beträchtlich kleiner wird." Wie sich die Globalisierung auf die Ungleichverteilung auswirke, ließe sich am Beispiel der USA verdeutlichen. Hier habe man einen hohen Wohlstand, der aber nicht überall angekommen sei. "Der durchschnittliche Stundenlohn der US amerikanischen Bevölkerung liegt heute noch bei dem von 1978", weiß Bofinger zu berichten. Die Anti-Europäische Stimmung in Deutschland könne er nicht verstehen. Sie sei gefährlich und ungerechtfertigt: "Ein Austritt Deutschlands aus der EU macht die Bundesrepublik kaputt, ohne ein gemeinsames Europa kann sich die Industrie nicht entwickeln. Wir Deutsche müssen dynamischer werden, dann muss der Staat weniger machen und die Unzufriedenheit sinkt", schließt Bofinger unter großem Applaus seinen Vortrag.

 

Dynamisch ging es beim anschließenden Anzapfen des ersten Fasses Winter-Weisse zu: Ochsenfurts Bürgermeister Peter Juks schaffte es mit einem einzigen Schlag den Zapfhahn ins Fass zu treiben, ab dann floss der obergärige, dunkle Weizenbock. Mit traditionell fränkischem Schweine-Schäufele schufen sich die Gäste eine ordentliche Grundlage für das Starkbier, dass spätestens ab dem zweiten Glas die Zunge lockerte und so für intensive und angeregte Tischgespräche sorgte.

 

Die Winter-Weisse, sowie der helle Kauzen Bock und das Kauzen Festbier, sind ab sofort in der Kiste mit 20 Flaschen oder im handlichen Sechserträger im Groß- und Getränkefachhandel erhältlich. Übrigens: Die Biere tragen schon die neuen Etiketten aus 100 Prozent Recyclingpapier!

 

Nach dem lebendigen Vortrag über Europas Zukunft wurde das erste Fass Winter-Weisse der Ochsenfurter Kauzen Bräu angestochen und der gemütliche Teil eingeläutet. Im Bild, v.li.: Bürgermeister Peter Juks, Braumeister Otto Resch, Juniorchef Jacob Pritzl, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Brauereichef Karl-Heinz Pritzl, Landrat Eberhard Nuß, Bezirksrätin Rosa Behon, Professor Dr. Peter Bofinger, Stefanie Pritzl-Sauer.