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BIHK-Digitalisierungsumfrage

Künstliche Intelligenz nimmt an Fahrt auf

Würzburg/München – Rund 40 Prozent der bayerischen Unternehmen sehen sich digital sehr gut oder zumindest gut aufgestellt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der bayerischen IHKs.

 

„Ein Digitalisierungsschub ist 2023 zwar ausgeblieben, doch nach Jahren der Stagnation schreitet die Digitalisierung in der Wirtschaft wieder voran. Gleichzeitig besteht noch viel Luft nach oben“, erklärt Julia Holleber, Digitalisierungsreferentin bei der IHK Würzburg-Schweinfurt. Laut Umfrage nutzt inzwischen fast ein Drittel der Unternehmen Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) oder des Maschinellen Lernens. Bei Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern sind es sogar 40 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier ein deutlicher Schub durch den Hype rund um Anwendungen wie zum Beispiel ChatGPT zu verzeichnen: Besonders beliebt ist KI bei der Erzeugung von Texten, Bildern und Audios sowie in der personalisierten Kundenansprache.

 

Gleichzeitig hat die Wirtschaft bei ihren Digitalisierungsprojekten mit einigen Hürden zu kämpfen. „Rechtliche Unsicherheiten bei der Nutzung und Verarbeitung von Daten bremsen die Digitalisierungsfortschritte in den bayerischen Unternehmen zunehmend aus. Das bestätigen drei von fünf Unternehmen. Was unsere Betriebe dringend benötigen, sind eindeutige Regulierungen, die Innovationen unterstützen, und keine Verordnungen, die zusätzlich verwirren und ausbremsen“, erklärt Holleber. Auch die Komplexität von Digitalisierungsprojekten, die damit einhergehenden Kosten sowie fehlende IT-Fachkräfte kommen erschwerend hinzu.

 

Darüber hinaus bleibt die Cybersicherheit eine große Baustelle. Jedes fünfte Unternehmen gab in der Umfrage an, 2023 von mindestens einem Angriff betroffen gewesen zu sein. Gegenmaßnahmen ergreifen die Unternehmen jedoch nur schleppend. „Leider sind sich viele Unternehmen nach wie vor der Gefahren nicht bewusst, denen sie sich aussetzen. Hier muss dringend mehr passieren. Zur Aufklärung und Sensibilisierung benötigt die regionale Wirtschaft auch die Unterstützung von staatlicher Seite“, mahnt die Digitalisierungsexpertin.

 

Zur Zufriedenheit mit ihrer Breitbandversorgung befragt, ist diese bei den Unternehmen erstmals wieder gesunken. Ein Viertel gab an, über kein leistungsfähiges Internet am Standort zu verfügen. Im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung und den Zuwachs an KI-Anwendungen stehen Ausbau und Nachfrage im ständigen Wettlauf. Der tatsächliche und zukünftige Bedarf in den Unternehmen muss beim Ausbau mehr Berücksichtigung finden. Abhilfe könnten auch Gigabitgutscheine schaffen, mit denen die Unternehmen eine Verbesserung ihrer Anbindung selbst in die Hand nehmen.

 

Großen Handlungsbedarf sehen die Unternehmen darüber hinaus bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, die mehr als die Hälfte der Unternehmen mit der Note „ungenügend“ bewertet. Die konsequente Umsetzung von Digitalisierungsprojekten in der Verwaltung könnte erheblich dazu beitragen, bürokratische Prozesse abzubauen und zu verschlanken, eine der wichtigsten Forderungen der Wirtschaft an die Politik. „Gebraucht werden nutzerfreundliche digitale Verwaltungslösungen, die zumindest bundesweit einheitlich koordiniert und umgesetzt werden“, erklärt Holleber.

 

Die Umfrage zur Digitalisierung in der bayerischen Wirtschaft fand von November bis Dezember 2023 statt. An ihr haben sich 855 bayerische Unternehmen beteiligt. Die Ergebnisse sind unter www.wuerzburg.ihk.de/digitalisierung/digitalisierungsumfrage-2023/ abrufbar.