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Führungswechsel bei der Agrokraft Streutal

Geschäftsführer Thomas Balling würdevoll verabschiedet

Herzliches Willkommen für den Rückkehrer und Nachfolger Manuel Dytrt

Josef Demar und Markus Werner bleiben in der Führungsspitze

 

Landkreis Rhön-Grabfeld.

Die Nahwärmeversorgung im Streutal leistet seit 15 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der Biogasanlagen in Mellrichstadt und Unsleben ist der Geschäftsführerwechsel von Thomas Balling zu Manuel Dytrt. Mit prominenter Präsenz und hoher Wertschätzung wurde der langjährige Impulsgeber verabschiedet und sein Nachfolger willkommen geheißen. Damit sind die Weichen für die Zukunft des bayernweit einzigartigen Kooperationsprojektes von rund 40 heimischen Landwirten gestellt.

 

Mann der ersten Stunde

In Zeiten von Energieverknappung wird den regenerativen Energien eine noch größere Bedeutung zukommen. Schon jetzt liefert die Agrokraft Streutal rund zehn Prozent des Energiebedarfs in der Region. Eine Leistung, die tatkräftigen und mutigen Vordenkern wie Thomas Balling zu verdanken ist. Er war mit Matthias Klöffel und Michael Diestel der Mann der ersten Stunde beim Bau der Biogasanlage in Bad Königshofen im Jahr 2003, der Initialzündung für das Potenzial an regenerativen Energien im Landkreis Rhön-Grabfeld.

 

Mit viel Energie und Sachversand sowie mit Fingerspitzengefühl für die Landwirte entstand ab dem Jahr 2006 das Nahwärmekonzept der Agrokraft Streutal mit der Biogasanlage in Mellrichstadt und die Biomethananlage in Unsleben. Als Geschäftsführer hat er dieses bayernweit einzigartige Modell geplant, realisiert, zertifziert und gemanaged. Erfolgsbeweis war u. a. der Preis für die effizienteste Biogasanlage Deutschlands im Jahr 2012.

 

Voll des Lobes für den Macher

Bei der Verabschiedung von Thomas Balling im Gasthof Krone Schenke in Unsleben gaben sich die Gratulanten die Hand. Im bis auf den letzten Platz besetzten Saal war man voll des Lobes für den außergewöhnlichen Vordenker und mutigen Strategen. Außer Frage stand die extreme Kompetenz in Sachen Biogas ebenso wie die Sympathie für die stets kollegiale Zusammenarbeit. Besonders betonten die emotional stark bewegten Sprecher aus Landwirtschaft und Bauernverband das Geschick des 59-jährigen Teamplayers, die Gemeinschaft der Landwirte für die gute Sache immer stets auf Augenhöhe zu stärken.

 

Großen Respekt und Dank aus der Politik zollte auch Michael Gottwald, Bürgermeister von Unsleben, stellvertretend für seine Kollegen. Man sei sehr froh, von der „Königsklasse der Biogasanlagen“ zu profitieren. Von welch hohem Wert die Agrokraft Streutal aus Versorgersicht gerade heute ist, stellte Joachim Schärtl, Geschäftsführer der Überlandwerk Rhön und der Bayerischen Rhöngas, nachdrücklich dar.

 

Thomas Balling sagt nicht, man müsste, sondern er macht einfach“, brachte es Josef Demar in seiner Funktion als stellvertretender Landrat für den Landkreis Rhön-Grabfeld auf den Punkt. Der Aufsichtsratsratsvorsitzende Markus Werner betonte die Weitsicht des bisherigen Geschäftsführers. Diese zeige sich z. B. in der heute so wichtigen flexiblen und Millisekunden genauen Lieferung der Strommengen ins Netz.

 

Weiter beratend tätig

Zur Erleichterung der Agrokraft Streutal Familie bleibt Thomas Balling seinem „Baby“ beratend verbunden. Sein Hauptaugenmerk wird aber künftig auf seiner neuen Tätigkeit im Präsidium des Bundesverbandes Biogas liegen. Weiterhin wird der „Biogas-König“ sein Wissen auch für andere Anlagen in ganz Deutschland zur Verfügung stellen, wie er das bisher auch schon getan hat. Sein Ziel: Weg von der Verstromung hin zur Gaseinspeisung. Denn für Strom ist die Biomasse eigentlich zu schade.

 

Nachfolge gesichert

Immer einen Schritt voraus war Thomas Balling auch bei der Suche nach einem Nachfolger. Manuel Dytrt (32) ist für ihn und seine Kollegen ein echter „Glücksfall“ für den Biogasverbund. Der gebürtige Rhöner war als Diplom-Verwaltungswirt im Innenministerium in München tätig. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, doch der Ruf der Heimat war stärker und die Ausschreibung der Geschäftsführerstelle im spannenden Umfeld der grünen Energie eine neue Herausforderung.

 

Mit seiner jungen Familie ist der Vater von zwei Kindern vor einigen Monaten nach Oberstreu zurückgekehrt. Seitdem wird der Hobbymusiker von Thomas Balling intensiv fachlich geschult, um die beiden „grünen Kraftwerke“ sicher in die Zukunft zu führen. Mit großem Erfolg, wie der Lehrmeister betont.

 

Knowhow aus der Praxis

Das wichtige Knowhow aus der Praxis liefern weiterhin Geschäftsführer Josef Demar aus Großbardorf und der Aufsichtsratsvorsitzende Markus Werner, Landwirt aus Heustreu. Ziel ist es, weiterhin nachhaltigen Strom und Wärme für den Landkreis zu produzieren und bereitzustellen. „Wir möchten zeigen, zu was unsere Landwirtschaft fähig ist und was wir als Biogasanlage insbesondere auch in Hinblick auf die aktuelle Weltsituation für die Region leisten können“, so der neue Geschäftsführer Manuel Dytrt.

 

INFO www.agrokraft-streutal.de.  

Hintergrund: Agrokraft Streutal

Kleiner Landkreis bei der Wärme ganz groß

Vor 15 Jahren haben Landwirt Thomas Balling und Matthias Klöffel (Bayerischer Bauernverband, kurz BBV) die Agrokraft Streutal GmbH & Co.KG ins Leben gerufen. Von Anfang an waren 41 Landwirte als Gesellschafter mit im Boot, ebenso die Bayerische Rhöngas GmbH und die Überlandwerk Rhön GmbH. Damit ist Rhön-Grabfeld als einer der kleinsten Landkreise Bayerns ganz groß, was das Thema Wärme aus regenerativen Energien betrifft.

 

Mit vereinten Kräften entstanden im Gründungsjahr 2007 die Biogasanlage in Mellrichstadt sowie die Biomethananlage Unsleben. Die Investitionssummen belaufen sich bis heute auf insgesamt 20 Mio. €. Diese beliefern seither punktgenau kommunale und private Anwesen im Nahbereich mit Wärme und Strom. Gewonnen aus dem Mais, den die Bauern in ausgeklügelter Logistik von den umliegenden Feldern anliefern.

 

Partner sind die Bayerische Rhöngas als Energie-Einspeiser und –vermarkter sowie das Überlandwerk Rhön für Stromeinspeisung und Elektrotechnik. Ein System, das zur vollsten Zufriedenheit von Lieferanten, Wärmevermarktern und Wärmeabnehmern funktioniert.

 

Der CO2 Ausstoß hat sich seit Inbetriebnahme der Anlagen um ein Vielfaches verringert. Die Einsparung von fossilen Brennstoffen liegt jährlich allein bei 1,4 Mio. Litern Heizöl.

 

Hintergrund: Biogas – das Multitalent

Biogas ist ein Multitalent bei den Erneuerbaren Energien, es lässt sich daraus sowohl Strom und Wärme als auch Kraftstoff gewinnen. Das Gasgemisch bildet sich durch den mikrobakteriellen Abbau organischer Substanzen unter Luftabschluss im Rahmen eines Vergärungsprozesses. Es besteht zu ca. 52 Prozent aus Methan und zu ca. 48 Prozent aus Kohlendioxid.

 

Blockheizkraftwerke wandeln das hochwertige Biogas in Strom und Wärme um. Eine nachhaltige Alternative ist es, das Biogas auf Erdgasqualität (Biomethan) aufzubereiten und anschließend ins Gasnetz einzuspeisen, wie dies in Unsleben geschieht. Mit dieser Methode lässt sich das Gas über weite Strecken transportieren und an Orten mit hohem Energiebedarf einsetzen. Als Ausgangssubstrate zur Biogasherstellung eignen sich Nachwachsende Rohstoffe wie Zuckerrüben, Ganzpflanzensilage, Mais, Sonnenblumen oder Roggen u.v.m.

Die Biogasanlage in Mellrichstadt und Unsleben tragen wesentlich zur umweltfreundlichen Energieversor-gung im Streutal bei. Sie liefern umweltfreundliche Energie auf kürzesten Wegen. Fotos: Tonya Schulz

Ein weinendes und ein lachendes Auge bei der Verabschiedung von Geschäftsführer Thomas Balling und der Begrüßung seines Nachfolgers Manuel Dytrt. Von links: Markus Werner, Aufsichtsratsvorsitzender der Agrokraft Streutal, Thomas Balling, bisheriger Geschäftsführer, mit seiner Frau Bettina, der 2. Geschäftsführer Josef Demar (Großbardorf), Nachfolger Manuel Dytrt, Foto: Tonya Schulz

Stolz auf das Erreichte und optimistisch für die Zukunft: Die Agrokraft Streutal stellt mit einem Geschäftsführerwechsel die Weichen für die weitere Zukunft. Auf Initiator und Impulsgeber Thomas Balling folgt Manuel Dytrt (Mitte). Ihm zur Seite stehen weiterhin der Geschäftsführerkollege Josef Demar (li) und der Aufsichtsratsvorsitzende Markus Werner (re). Foto: Tonya Schulz

Die Agrokraft Streutal hat mit viel Prominenz und hoher Wertschätzung ihren bisherigen Geschäftsführer verabschiedet und den Nachfolger vorgestellt (vorne Mitte von links): Thomas Balling, bisheriger Geschäftsführer, mit seiner Frau Bettina, der 2. Geschäftsführer Josef Demar (Großbardorf), Nachfolger Ma-nuel Dytrt, Markus Werner, Aufsichtsratsvorsitzender. Foto: Tonya Schulz