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Nach Scheunenbrand: Tatverdächtiger ist Angehöriger der örtlichen Feuerwehr

14.01.1997

Wollbach - Nach dem Scheunenbrand am Mittwochabend und der Festnahme eines Tatverdächtigen gehen die Ermittlungen der Kriminalpolizei Schweinfurt in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt weiter. Bei dem 22-Jährigen, der noch am Brandort festgenommen worden war, handelt es sich um einen Feuerwehrmann, der sich aktiv an dem Einsatz beteiligt hatte.


Nachdem schnell klar war, dass die Feldscheune zwischen Premich und Wollbach vorsätzlich in Brand gesetzt worden war, hatten die Polizei Bad Kissingen und die Kripo Schweinfurt sofort gezielte Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Dank der kriminaltaktischen Maßnahmen gab es sehr schnell Hinweise auf einen Pkw, den die Ermittler dann am Feuerwehrhaus Wollbach entdeckten. Von dort aus führte die Spur direkt zu dem 22-jährigen Feuerwehrmann. Wie sich herausstellte, befand er sich unter den Feuerwehrleuten vor Ort. Der Tatverdächtige, der Angehöriger der Gemeinschaftsfeuerwehr Wollbach, Zahlbach und Burkardroth ist, wurde noch während des Einsatzes festgenommen.

Der Beschuldigte hat noch am Abend zugegeben, die Feldscheune angezündet zu haben. Gegenstand der laufenden Ermittlungen ist es jetzt herauszufinden, ob der 22-Jährige auch für die übrigen Brände der seit dem vergangenen Mai andauernden Brandstiftungsserie mit inzwischen über zehn Fällen verantwortlich ist. Diese hat die Bevölkerung wegen der Häufigkeit der Fälle und des entstandenen Schadens von deutlich über einer halben Million Euro sehr stark beunruhigt. Es gibt bereits erste Hinweise, dass der Feuerwehrmann nicht nur das Feuer an der Feldscheune am Mittwochabend gelegt hat.

Der Festgenommene hat die Nacht zum Donnerstag in einer Arrestzelle der Schweinfurter Polizei verbracht. Er wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft Schweinfurt im Laufe des Donnerstags dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dann entscheidet sich, ob der 22-Jährige in Untersuchungshaft geht.

Im Rahmen der intensiven Ermittlungen war bereits vor Monaten die Ermittlungskommission „Feuerschein“  eingesetzt wurden. Dort sind seitdem Beamte der Kripo Schweinfurt und der Polizeiinspektion Bad Kissingen fieberhaft mit der Aufklärung der Brandstiftungen beschäftigt. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Fälle führen, hatte das Bayerische Landeskriminalamt 3.000 Euro ausgelobt.  


Von: Michael Horling